Die wirtschaftliche Lage Rumäniens, die Energieversorgung und die Sicherheitsrisiken im Schwarzmeerraum standen im Mittelpunkt eines Treffens zwischen dem geschäftsführenden Ministerpräsidenten Ilie Bolojan und den Botschaftern der EU-Staaten in Bukarest. Dabei ging es auch um Haushaltsreformen, die Zusammenarbeit mit Bulgarien und der Türkei sowie um hybride Bedrohungen und Desinformation.
Die wichtigsten Meldungen im Überblick. Der designierte rumänische Ministerpräsident Luca Niculescu ist zuversichtlich, die für die Bestätigung seines…
Nach Fitch und Moody's bestätigt auch Standard & Poor's Rumäniens Rating auf dem niedrigsten Investment-Grade-Niveau.
Regierungsbildung +++ UN-Generalversammlung +++ Länderrating +++ Wirtschaft
Der liberale Interims-Premierminister Ilie Bolojan ist in Bukarest mit einer Delegation der internationalen Ratingagentur Standard & Poor’s zusammen gekommen.
Die Inflation ist um zwei Prozent gesunken, doch der Preisdruck bleibt bestehen, insbesondere bei Dienstleistungen und Energie.
Die innenpolitische Lage birgt nach Einschätzung der Nationalbank ein Risiko für den Wechselkurs des rumänischen Leu. Darauf weist die Nationalbank in der Zusammenfassung ihrer geldpolitischen Sitzung vom 10. August hin, die Ende vergangener Woche veröffentlicht worden ist. Zu den weiteren großen Risiken zählt die BNR die Entwicklung des Konflikts im Nahen Osten und vor allem die nach wie vor hohen sogenannten Zwillingsdefizite Rumäniens – das Haushaltsdefizit und das Handelsbilanzdefizit.
Der Chefvolkswirt der Rumänischen Nationalbank, Valentin Lazea, hat gewarnt, dass Rumänien derzeit sowohl die höchste Inflationsrate als auch das größte Haushaltsdefizit in der Europäischen Union aufweist. Zudem werde die Staatsverschuldung noch in diesem Jahr die Marke von 60 Prozent des Bruttoinlandsprodukts überschreiten. Dies könne das Länderrating gefährden.
Die wirtschaftlichen Folgen der politischen Krise in Rumänien werden immer deutlicher. Der Leu verlor zum Ende der vergangenen Woche erneut an Wert und näherte sich der Marke von 5,25 Lei für einen Euro. Für die Finanzmärkte ist dies ein Zeichen wachsender Unsicherheit angesichts der anhaltenden politischen Spannungen und der verlängerten Konsultationen zur Ernennung eines neuen Ministerpräsidenten.
Die rumänische Wirtschaft ist offiziell in eine technische Rezession geraten. Nach Angaben des Nationalen Statistikamtes ist das Bruttoinlandsprodukt zwei Quartale in Folge geschrumpft. Gleichzeitig bleibt die Inflation auf einem sehr hohen Niveau und belastet Verbraucher wie Unternehmen gleichermaßen.
Die Bukarester Wertbörse (BVB) hat trotz der politischen Krise in Bukarest und der internationalen Verwerfungen kürzlich ein neues Allzeithoch erreicht. Experten deuten dies als zunehmende Reife des rumänischen Kapitalmarkts.
BNR-Sprecher Dan Suciu: Politik muss Antworten liefern, um Märkte zu beruhigen
Rumänien hat in Washington Finanzmittel in Höhe von 3,5 Milliarden US-Dollar für strategische Projekte in der Energie- und Erdgasförderung und im Transportwesen ausgehandelt.