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Notenbankchef: Inflation bleibt in kommenden Monaten zweistellig

Die Rumänische Nationalbank hat ihre Inflationsprognose für das Jahresende nach oben korrigiert – auf 5,5 Prozent. Bis dahin bleibe sie allerdings im zweistelligen Bereich, so der Bericht des Notenbankchefs.

Symbolbild (Foto: Tumisu / pixabay.com)
Symbolbild (Foto: Tumisu / pixabay.com)

und , 20.05.2026, 17:15

Das Nationale Statistikamt hatte vor kurzem bekannt gegeben, dass die Inflation im April auf 10,7 Prozent gestiegen ist – vor allem wegen der höheren Kraftstoffpreise. Am Dienstag bestätigte der Gouverneur der Rumänischen Nationalbank, Mugur Isărescu, dass die Inflation in diesem Sommer zweistellig bleiben werde. Im Juli könnte sie sogar auf elf Prozent steigen. Erst gegen Ende des Herbstes werde ein Rückgang erwartet – mit der Perspektive, zum Jahresende bei 5,5 Prozent zu liegen. Damit hebt die Nationalbank ihre frühere Prognose von 3,9 Prozent deutlich an. Für das kommende Jahr hält die Zentralbank jedoch an ihrer Inflationsprognose von 2,7 Prozent fest.

 

Die Schätzungen könnten sich allerdings rasch verändern – abhängig von internationalen Entwicklungen und der innenpolitischen Lage, warnte der Notenbankchef. Im Mittelpunkt stünden dabei sowohl der Konflikt im Nahen Osten und die Risiken rund um die Straße von Hormus als auch die innenpolitischen Verhandlungen zur Bildung einer neuen Regierung. Die aktuellen Prognosen beruhten auf mehreren wichtigen Voraussetzungen – darunter die Existenz einer stabilen Regierung in Bukarest. Isărescu betonte außerdem, die Finanzmärkte beobachteten sowohl die wirtschaftspolitischen Maßnahmen als auch die politischen Signale sehr genau. Unter diesen Umständen bleibe die Fortsetzung der Haushaltskonsolidierung entscheidend, um das Vertrauen von Investoren und Ratingagenturen zu erhalten.

 

Zum Wechselkurs des Leu sagte Isărescu, die Nationalbank habe in den vergangenen Monaten deutlich weniger am Devisenmarkt interveniert als noch im April und Mai des Vorjahres. Das derzeitige Niveau gegenüber dem Euro erscheine ausgeglichen. Nach Ansicht des Notenbankchefs könnte die mögliche Verzögerung der politischen Verhandlungen zusätzliche Schwierigkeiten in einer ohnehin komplizierten wirtschaftlichen Lage verursachen. Isărescu zeigte sich zudem skeptisch gegenüber der in politischen Szenarien diskutierten Möglichkeit eines parteilosen Experten als Ministerpräsidenten und verwies dabei anschaulich auf seine eigene Erfahrung aus dem Jahr 1999.

 

„Ich weiß nicht, wie leicht es ein Parteiloser hätte – besonders jemand, der von außen kommt –, sich rasch in die Probleme einzuarbeiten und vor allem alle Regierungsmitglieder zu beeinflussen. Man braucht eine gewisse Glaubwürdigkeit, man muss die Leute kennen, und sie müssen einen kennen. Sonst redet man ins Leere, in die Wüste hinein. Als Premierminister braucht man Augen nicht nur nach vorne, sondern auch nach links, nach rechts und vor allem im Rücken – damit man sieht, wer einem in den Rücken fällt, oder sich zumindest davor schützen kann. Premierminister zu sein ist schwierig. Das ist ein extrem anspruchsvoller Job.“

 

Die Zentralbank sieht Investitionen – insbesondere solche aus europäischen Fördermitteln – als wichtigsten Motor zur Stützung des Wirtschaftswachstums und zur Begrenzung der negativen Folgen eines rückläufigen Konsums. Mugur Isărescu sagte noch, auch die externen Finanzierungsströme hingen von politischer Stabilität und der Glaubwürdigkeit der Wirtschaftspolitik ab. Er hoffe, dass sich die steigende Investitionstätigkeit aus den letzten beiden Quartalen des vergangenen Jahres auch im ersten Quartal dieses Jahres fortsetze.

 

Nach Einschätzung der Rumänischen Nationalbank durchläuft Rumänien derzeit eine sensible Phase, in der das wirtschaftliche Gleichgewicht nicht nur von äußeren Entwicklungen wie dem Konflikt im Nahen Osten abhängt, sondern auch von der Fähigkeit der Behörden, politische Stabilität, Haushaltsdisziplin und Kontinuität bei der Anziehung von Investitionen zu gewährleisten.

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