Rückblick auf die Ereignisse der Woche 25.05.–29.05.2026
Drohnenangriff +++ Russland +++ Einheitslohn +++ Goldene Palme +++ UEFA-Europa-League-Finale 2028
Ştefan Stoica und Florin Lungu, 30.05.2026, 17:00
Die NATO verurteilte am Freitag Russlands rücksichtsloses Vorgehen im Fall der russischen Drohne, die auf einem Wohnblock in Galati (Ostrumänien) explodierte, und versicherte, ihre Verteidigung gegen alle Bedrohungen weiter zu verstärken. Bukarest informierte die Verbündeten und NATO-Generalsekretär Mark Rutte über den Drohnenvorfall in Galati und forderte Maßnahmen zur Beschleunigung der Lieferung von Drohnenabwehrkapazitäten nach Rumänien. „Die Russische Föderation ist weiterhin ein Aggressorstaat, der einen völkerrechtswidrigen Krieg mit schwerwiegenden Folgen für die regionale Sicherheit und die Sicherheit seiner Bürger führt. Die Russische Föderation trägt die direkte Verantwortung für diese schwerwiegenden und unverantwortlichen Handlungen. Rumänien wird mit aller Entschlossenheit den internationalen Druck auf die Russische Föderation erhöhen, um einen sofortigen und umfassenden Waffenstillstand zu erreichen“, heißt es in einer Erklärung des Außenministeriums. In der Nacht von Donnerstag auf Freitag stürzte eine Drohne, die an den Bombenangriffen auf Infrastruktur in der Ukraine beteiligt war, in Galati ab und verursachte einen Brand auf dem Dach eines Wohnblocks. Zwei Personen wurden leicht verletzt, das Gebäude wurde evakuiert. Flugzeuge und ein Hubschrauber des Verteidigungsministeriums starteten, als die russischen Drohnen auf dem Radar auftauchten. „Dieser Vorfall stellt eine schwere und unverantwortliche Eskalation seitens der Russischen Föderation dar. Rumänien wird die notwendigen diplomatischen Maßnahmen ergreifen, um auf diese schwere Verletzung des Völkerrechts und seines Luftraums zu reagieren“, betonte das Außenministerium. Vor einem Monat hatte sich ebenfalls in Galati, allerdings am Stadtrand, der Absturz einer russischen Drohne ereignet, der öffentliches und privates Eigentum beschädigte.
Alles über Russland und sein verwerfliches Vorgehen auf der internationalen Bühne
Rumänien schloss sich den europäischen Staaten an, die umgehend reagierten und die russischen Botschafter einbestellten, nachdem Moskau ausländische Diplomaten aufgefordert hatte, Kiew vor neuen Angriffen auf die ukrainische Hauptstadt zu verlassen. Die Drohung des russischen Außenministeriums in einer Pressemitteilung und Beiträgen in den sozialen Medien stellt eine schwerwiegende und unverantwortliche Eskalation dar, erklärte das rumänische Außenministerium am Mittwoch. Sollte diese Drohung umgesetzt werden, käme dies einem Kriegsverbrechen gegen das ukrainische Volk gleich und hätte schwerwiegende völkerrechtliche Konsequenzen, betonte das Außenministerium auf der Plattform X. Rumänien lasse sich nicht einschüchtern und halte an seiner diplomatischen Präsenz in der Ukraine und in Kiew fest. Die rumänische Seite erinnerte den russischen Botschafter daran, dass keine Erklärung oder kein Beitrag Moskaus völkerrechtliche Verpflichtungen, einschließlich der Einhaltung des Völkerrechts, außer Kraft setze.
Das neue Gesetz zum Einheitslohn
Einer der seltenen Momente politischer Einigkeit in Rumänien ermöglichte die Fertigstellung des Gesetzentwurfs zum neuen Einheitslohn. Das Projekt, ein Meilenstein im Nationalen Wiederaufbau- und Resilienzplan, wurde am Montag öffentlich debattiert, nachdem sich die wichtigsten politischen Kräfte auf einige grundlegende Elemente geeinigt hatten: den Schutz des Einkommens von Beschäftigten im öffentlichen Dienst, Haushaltsdisziplin und Nachhaltigkeit. 1,2 Millionen Beschäftigte im öffentlichen Dienst fallen unter das neue Gesetz, das voraussichtlich am 1. Januar 2027 vollständig in Kraft treten wird. Das Gesetz sieht eine faire Hierarchie der Positionen im gesamten öffentlichen Dienst, einschließlich der kommunalen Verwaltung, sowie eine einheitliche Gehaltsstruktur für alle Beschäftigten vor. Für mehr als die Hälfte der Beschäftigten im öffentlichen Dienst steigen die Gehälter, während die der übrigen unverändert bleiben. Der Gesetzentwurf sieht außerdem die Reduzierung ungerechtfertigter Bonuszahlungen vor. Der amtierende Arbeitsminister Dragoş Pîslaru kündigte an, mit einem Mandat des amtierenden Premierministers Ilie Bolojan nach Brüssel zu reisen, um die Europäische Kommission zu bitten, die Gehaltserhöhungen für Würdenträger im Rahmen der Neuverhandlung der PNRR bis 2031 einzufrieren oder zu staffeln. Würdenträger sollten nicht von den größten Gehaltserhöhungen profitieren, während andere Beschäftigtengruppen nur geringe oder gar keine Erhöhungen erhalten, so Pîslaru. Die Gewerkschaften des öffentlichen Dienstes haben das Projekt scharf kritisiert, da es ihrer Ansicht nach zu Einkommensverlusten führen wird.
Cristian Mungiu gewinnt erneut die Goldene Palme
Der Spielfilm „Fjord“ des rumänischen Regisseurs Cristian Mungiu wurde bei den 79. Filmfestspielen von Cannes mit der Goldenen Palme ausgezeichnet. Mungiu ist damit der zehnte Filmemacher in der Geschichte des Festivals, der die begehrte Trophäe zum zweiten Mal gewinnen konnte – 19 Jahre nach seinem Sieg mit dem Film „4 Monate, 3 Wochen und 2 Tage“. Er reiht sich damit in einen exklusiven Kreis von Filmemachern wie Francis Ford Coppola, Ken Loach und Michael Haneke ein. Der rumänische Regisseur, der auch das Drehbuch für diesen Film verfasste, verlegt seine Geschichte nach Norwegen. Dort lässt sich ein strenggläubiges rumänisch-norwegisches evangelisches Ehepaar mit seinen fünf Kindern nieder und scheint sich zunächst problemlos in eine Gesellschaft zu integrieren, die sich Toleranz und Respekt gegenüber Minderheiten zur Schau stellt. Doch alles ändert sich schlagartig, als der Verdacht auf häusliche Gewalt gegen Kinder aufkommt. „Dieser Film ist eine Botschaft der Toleranz, der Inklusion und der Empathie. Das sind großartige Begriffe, die wir alle lieben, die wir aber öfter in die Praxis umsetzen sollten“, sagte Cristian Mungiu in seiner Dankesrede zur Verleihung der Goldenen Palme. Und er fügte hinzu: „Die Gesellschaften sind gespalten und radikalisiert, und dieser Film ist ein Bekenntnis gegen jede Form von Fundamentalismus.“ Steht als Nächstes der Oscar an?
UEFA-Europa-League-Finale 2028
Der Bürgermeister von Bukarest, Ciprian Ciucu, gab bekannt, dass er im Namen des rumänischen Fußballverbands die Bewerbungsunterlagen für Bukarest als Austragungsort des UEFA-Europa-League-Finales 2028 unterzeichnet hat. Er erwähnte, dass im Haushalt Mittel für die notwendigen Reparaturen bereitgestellt wurden. Die UEFA wird die Austragungsorte für 2028 und 2029 im Juni bekannt geben. Die National Arena in Bukarest war bereits am 9. Mai 2012 Austragungsort des Europa-League-Finales. Es war ein spanisches Spiel, das Atlético Madrid gegen Athletic Bilbao gewann.