Nachrichten 03.06.2026
Die wichtigsten Meldungen des Tages
Newsroom, 03.06.2026, 18:35
Die Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBWE) hat ihre Prognose für die Entwicklung der rumänischen Wirtschaft in diesem Jahr verschlechtert und geht nun von einem Rückgang um 0,2 Prozent aus, gegenüber einem im Februar noch erwarteten Wachstum von 1,2 Prozent, wie aus dem Bericht „Regional Economic Prospects“ hervorgeht. Für 2027 wird ein Wachstum des rumänischen BIP von 1,8 Prozent erwartet, gegenüber einem zuvor prognostizierten Anstieg von 2,2 Prozent. Ebenfalls laut EBWE verlief das Wirtschaftswachstum Rumäniens im Jahr 2025 weitgehend in Linie mit dem des Jahres 2024, obwohl sich die Wachstumsstruktur verändert hat – der private Konsum stagnierte nahezu, die Staatsausgaben gingen zurück und belasteten die wirtschaftliche Entwicklung, während die Nettoexporte stiegen. Die Inflation beschleunigte sich deutlich nach der Abschaffung der Strompreisdeckelung sowie nach der Erhöhung der Mehrwertsteuer und der Verbrauchsteuern. Das Staatsdefizit verringerte sich von 9,3 Prozent im Jahr 2024 auf 7,95 Prozent im Jahr 2025 und dürfte laut der internationalen Finanzinstitution bis 2026 auf 6,2 Prozent sinken.
Rumänien halte an seinem Ziel fest, im Jahr 2026 ein Defizit von 6,2 Prozent zu erreichen und die Reformen zur Haushaltkonsolidierung fortzusetzen, und zwar ungeachtet der politischen Lage im Land, teilte der geschäftsführende Finanzminister Alexandru Nazare internationalen Investoren und Vertretern von Ratingagenturen mit. Er sprach in Wien im Rahmen einer einschlägigen Konferenz, die von J.P. Morgan organisiert wurde, und erläuterte, dass die Haushaltseinnahmen erheblich gestiegen seien, darunter jene aus der Mehrwertsteuer und den Sozialbeiträgen, während die aus EU-Mitteln und über den PNRR finanzierten Investitionen beschleunigt worden seien. Minister Nazare betonte, das Haushaltsdefizit sei nach den ersten vier Monaten des Jahres auf 1,17 Prozent des BIP gesunken, gegenüber 2,92 Prozent im gleichen Zeitraum des Jahres 2025, was zeige, dass das Jahresziel realistisch sei.
Mehrere tausend Gewerkschaftsmitglieder aus dem rumänischen Gesundheitssektor haben am Mittwoch vor dem Sitz der Regierung und des Parlaments in Bukarest protestiert, da sie mit dem Entwurf des neuen einheitlichen Besoldungsgesetzes für den öffentlichen Sektor unzufrieden sind, das ihren Angaben zufolge ihre Einkünfte beeinträchtigt. Sie fordern die Rücknahme des Entwurfs in seiner jetzigen Form und die sofortige Wiederaufnahme echter Verhandlungen auf der Grundlage von Zusagen und dem Respekt gegenüber den Beschäftigten im Gesundheits- und Sozialbereich. Auch die Gewerkschaftsföderation der Steuerverwaltung Solidaritatea protestierte vor dem Finanzministerium gegen das einheitliche Besoldungsgesetz. Die repräsentativen Gewerkschaftsorganisationen des an der Verwaltung europäischer Fördermittel beteiligten Personals werfen der Regierung vor, der neue Entwurf riskiere, eines der wichtigsten Verwaltungssysteme des rumänischen Staates zu destabilisieren, und warnen, dass sie notfalls auch zu einem Generalstreik bereit seien. Proteste gegen den Gesetzentwurf wurden bereits in zahlreichen Wirtschafts- und Gesellschaftsbereichen verzeichnet. Wir kommen nach den Nachrichten zurück.
43 Staaten haben ihre Unterstützung und Solidarität mit Rumänien bekundet und ihr Mitgefühl gegenüber den vom Drohnenvorfall in Galați (Südosten) in der Nacht vom 28. auf den 29. Mai betroffenen Opfern zum Ausdruck gebracht, wie eine Mitteilung des Außenministeriums informiert. Vor dem Hintergrund der Angriffe auf ukrainische Häfen an der Donau verletzte eine der Russischen Föderation zugeschriebene Drohne den rumänischen Luftraum und traf ein Wohngebäude, wobei zwei Personen verletzt und Sachschäden verursacht wurden. Infolge dieses Vorfalls fand am Dienstag in Wien eine gemeinsame Sondersitzung des OSZE-Forums für Sicherheitskooperation und des Ständigen Rates auf Ersuchen von Mitgliedstaaten der Gruppe Bukarest 9 und der Gruppe Nordisch-Baltische 8 statt. Laut Außenministerium haben die Partner Rumäniens das aggressive und verantwortungslose Vorgehen Moskaus scharf verurteilt. Gemeinsam mit diesen bekräftigte Bukarest sein festes Bekenntnis zur Fortsetzung der mehrdimensionalen Unterstützung für die Ukraine, auch im Hinblick auf die Erzielung eines umfassenden, gerechten und dauerhaften Friedens. Rumänien werde überdies weiterhin den Einsatz der OSZE-Instrumente zur Dokumentation und zur Rechenschaftspflicht Russlands für die gegen die Ukraine begangenen Verbrechen unterstützen.