Nachrichten 11.06.2026
Die wichtigsten Meldungen des Tages
Newsroom und Sorin Georgescu, 11.06.2026, 18:39
Regierung – In Rumänien hat die Nationalliberale Partei (PNL) auf einer Sitzung ihres Nationalen Politischen Büros am Donnerstag beschlossen, das vom designierten Ministerpräsidenten Eugen Tomac vorgeschlagene Technokratenkabinett im Parlament nicht zu unterstützen. Die Entscheidung fiel einstimmig. Nach Angaben der Liberalen verfügt die vorgeschlagene Regierungsform weder über die notwendige politische Unterstützung noch über die Kraft, die erforderlichen Reformen fortzuführen. PNL-Vorsitzender Ilie Bolojan erklärte, eine Technokratenregierung sei schwächer als eine Minderheitsregierung und habe keine realistischen Überlebenschancen. Bereits am Mittwoch hatte Staatspräsident Nicușor Dan die Parteien zu verantwortungsvollem Handeln aufgerufen. Die Parteien PNL, USR und UDMR, die derzeit die geschäftsführende Regierung bilden, betonten, dass sie nicht an das Modell eines Technokratenkabinetts glauben. Die Sozialdemokratische Partei PSD knüpft ihre Unterstützung hingegen an Bedingungen. Sie fordert die Rücknahme der Sparmaßnahmen sowie Änderungen bei der Mehrwertsteuer und der Besteuerung von Arbeitseinkommen.
Telefonat – Die amtierende rumänische Außenministerin Oana Ţoiu hat am Donnerstag ein Telefongespräch mit ihrem ukrainischen Amtskollegen Andrij Sybiha geführt. Dabei brachte sie die Besorgnis Rumäniens über die Auswirkungen des Krieges in der Ukraine auf die Nachbarstaaten zum Ausdruck. Auf der Plattform X erklärte Ţoiu, Nachbarländer und strategische Partner würden durch einen offenen Dialog und koordinierte Präventionsmaßnahmen stärkere Beziehungen aufbauen, um Krisensituationen wirksam zu bewältigen. Zugleich bekräftigte sie die Verurteilung des völkerrechtswidrigen russischen Angriffskrieges durch Rumänien sowie das gemeinsame Engagement für eine Waffenruhe und einen dauerhaften Frieden. Darüber hinaus erörterten beide Minister die Bedeutung verbesserter Frühwarnmechanismen und eines stärkeren Lagebewusstseins. Thema war außerdem die gemeinsame Verantwortung, die Sicherheit im Schwarzen Meer zu gewährleisten sowie strategische Infrastruktur, humanitäre Korridore und wichtige Schifffahrtsrouten zu schützen.
Messerangriff – Bislang haben 21 Personen in Nordirland konsularische Unterstützung der rumänischen Behörden für die Ausstellung von Reisedokumenten beantragt. Das teilten Quellen aus dem rumänischen Außenministerium mit. Bei den Betroffenen handelt es sich um 20 rumänische Staatsangehörige – 13 Erwachsene und sieben Kinder – sowie einen ausländischen Staatsbürger. Der rumänische Konsul in Edinburgh reiste am Donnerstag nach Belfast, um mit der Polizei und den lokalen Behörden über die angespannte Lage zu sprechen. In Nordirland leben rund 20.000 Rumäninnen und Rumänen. Nach Angaben des Außenministeriums wurden im Zusammenhang mit den jüngsten Ausschreitungen in Belfast die Wohnungen von drei rumänischen Familien beschädigt. Eine dieser Familien wurde mit Unterstützung von Angehörigen an einen sicheren Ort gebracht. Die betroffenen rumänischen Staatsbürger befinden sich in Sicherheit und haben den Wunsch geäußert, so bald wie möglich nach Rumänien zurückzukehren. Am Dienstagabend hatten in Belfast Hunderte Demonstranten die Polizei angegriffen und Fahrzeuge in Brand gesetzt. Die fremdenfeindlichen Ausschreitungen folgten auf einen Messerangriff, der mutmaßlich von einem sudanesischen Flüchtling verübt worden war.
Preisdeckelung – Das rumänische Abgeordnetenhaus hat am Mittwoch einen Gesetzentwurf verabschiedet, der die Begrenzung der Handelsspannen für Grundnahrungsmittel bis zum Jahresende verlängert. Die Regelung, die ursprünglich am 30. Juni auslaufen sollte, betrifft unter anderem Weißbrot, Milch und Milchprodukte, Mehl, Maisgrieß, Eier, Sonnenblumenöl sowie frisches Schweine- und Geflügelfleisch. Für diese Produkte darf die Handelsspanne weiterhin höchstens 20 Prozent betragen. Die Maßnahme gilt bereits seit 2023. Nach Angaben der Behörden soll sie den Verbrauchern Stabilität bieten und die Auswirkungen steigender Preise auf die Haushaltsbudgets begrenzen. Nach der Zustimmung des Senats hat nun auch die Abgeordnetenkammer als entscheidende Kammer das Gesetz gebilligt.
Verteidigung – Der Nordatlantikrat hat bei seiner Sitzung in Brüssel am Mittwoch beschlossen, die Verteidigung im Schwarzmeerraum zu stärken. Die Botschafter der NATO-Mitgliedstaaten bekundeten ihre Solidarität mit Rumänien nach den jüngsten Drohnenvorfällen und signalisierten Unterstützung beim Schutz vor Luft- und Seedrohnen. Vor dem Hintergrund des Krieges in der benachbarten Ukraine dringen solche militärischen Fluggeräte immer wieder in den rumänischen Luftraum oder auf rumänisches Staatsgebiet ein. Präsident Nicușor Dan begrüßte die Ergebnisse der Beratungen und betonte die Bedeutung einer verstärkten NATO-Präsenz sowie zusätzlicher Fähigkeiten in Rumänien.
Iran – Die Iranischen Revolutionsgarden haben nach eigenen Angaben am Donnerstag US-Stützpunkte in Bahrain, Kuwait und Jordanien angegriffen. Dies sei eine Reaktion auf frühere militärische Operationen der Vereinigten Staaten gewesen, berichtet die Nachrichtenagentur EFE. Zudem habe der Iran mit Drohnen die 5. US-Flotte in Bahrain attackiert. Die Angriffe erfolgten, nachdem das US-Militär am Mittwoch neue Schläge gegen mehrere Ziele im Iran durchgeführt hatte. Das US-Zentralkommando erklärte, die Operationen seien eine Antwort auf „Aggressionen“ der Islamischen Republik gewesen. Ziel seien Überwachungs- und Kommunikationskapazitäten sowie Luftverteidigungsstellungen auf iranischem Territorium gewesen. Obwohl Washington und Teheran mit pakistanischer Vermittlung über ein Friedensabkommen verhandeln, haben die USA in dieser Woche mehrere Angriffe durchgeführt. Als Begründung wurde zunächst der Abschuss eines US-Hubschraubers in der Straße von Hormus angeführt.
Finanztreffen – Der rumänische Finanzminister Alexandru Nazare nimmt am Donnerstag und Freitag in Luxemburg an mehreren europäischen Finanztreffen teil. Auf dem Programm stehen die Sitzung der Eurogruppe, die Jahrestagung des Gouverneursrats der Europäischen Investitionsbank (EIB) sowie die Tagung des Rates für Wirtschaft und Finanzen (ECOFIN). Nach Angaben des Finanzministeriums bleibt der Dialog mit den europäischen Institutionen entscheidend für die Stabilität der öffentlichen Finanzen, den Schutz europäischer Fördermittel und die Unterstützung von Investitionen. Rumänien müsse aktiv an allen europäischen Verhandlungen zur wirtschaftlichen Stabilität, zur Investitionsfinanzierung und zu den Fiskalregeln der Europäischen Union teilnehmen, erklärte Nazare. Besonders wichtig seien europäische Fonds, der Nationale Aufbau- und Resilienzplan, das SAFE-Programm sowie die Instrumente der Europäischen Investitionsbank zur Förderung von Entwicklung, Infrastruktur, Energie, Verteidigung und Wettbewerbsfähigkeit der rumänischen Wirtschaft.
Königshaus – Margareta, Hüterin der rumänischen Krone, und Prinz Radu sind am Mittwoch im Buckingham-Palast von König Charles III. empfangen worden. Das Treffen fand im privaten Rahmen statt und war Teil eines dreitägigen Besuchs der rumänischen Königsfamilie in London, wie auf Facebook mitgeteilt wurde. Solche Begegnungen spiegeln die historischen und familiären Beziehungen zwischen den beiden Königshäusern wider. Margareta und König Charles III. sind Cousins und treffen sich regelmäßig sowohl bei offiziellen Anlässen als auch im privaten Familienkreis.
Tennis – Die rumänische Tennisspielerin Sorana Cîrstea, an Nummer sieben gesetzt, trifft heute in London im Achtelfinale des WTA-500-Turniers im Queen’s Club auf die Britin rumänischer Herkunft Emma Răducanu. Eine weitere Rumänin, Jacqueline Cristian, spielt gegen die Britin Katie Boulter um den Einzug ins Viertelfinale. Beim WTA-250-Turnier im niederländischen ’s-Hertogenbosch trifft Gabriela Ruse im Achtelfinale auf die Belgierin Elise Mertens, die Titelverteidigerin und diesjährige Nummer drei der Setzliste.
Wetter – Der rumänische Wetterdienst hat für 17 Kreise in Zentral-, Süd- und Ostrumänien sowie für Gebirgsregionen eine Warnung der Stufe Orange wegen ergiebiger Starkregenfälle ausgegeben. Die Warnung gilt ab Donnerstagnachmittag. Erwartet werden heftige Schauer, Gewitter und örtlich Hagel. Zusätzlich gilt in Teilen des Südens und Ostens des Landes sowie in Bukarest eine Gelbe Warnstufe wegen instabiler Wetterlage und Regenfällen. Die Höchsttemperaturen liegen zwischen 21 und 34 Grad Celsius. Auch in Bukarest werden Gewitter erwartet; dort steigen die Temperaturen auf maximal 29 Grad.