Der WWF feiert 20 Jahre in Rumänien
Der World Wide Fund for Nature, kurz WWF, feiert in Rumänien ein großes Jubiläum: Zwei Jahrzehnte ununterbrochener Einsatz für den Umweltschutz. In diesen 20 Jahren hat die Organisation entscheidend dazu beigetragen, uralte Wälder zu schützen, Feuchtgebiete ökologisch wiederherzustellen und symbolträchtige Arten wieder in der Natur anzusiedeln.
Daniel Onea und Adina Olaru, 23.06.2026, 15:55
Der World Wide Fund for Nature, kurz WWF, feiert in Rumänien ein großes Jubiläum: Zwei Jahrzehnte ununterbrochener Einsatz für den Umweltschutz. In diesen 20 Jahren hat die Organisation entscheidend dazu beigetragen, uralte Wälder zu schützen, Feuchtgebiete ökologisch wiederherzustellen und symbolträchtige Arten wieder in der Natur anzusiedeln.
Im Fokus der WWF standen im Lafe der Zeit immer zwei Dinge: die Rettung der Artenvielfalt und gleichzeitig die Unterstützung der lokalen Gemeinschaften bei einer nachhaltigen Entwicklung. Orieta Hurlea, die Direktorin des WWF Rumänien, zieht eine Bilanz der wichtigsten Erfolge dieser Zeit:
„Bei jedem einzelnen Projekt, das wir umgesetzt haben, ging es uns um echte Wirkung und um langfristige Veränderungen. Wir haben uns die Probleme vor Ort genau angesehen und daraus Lösungen entwickelt, die systemische Schwierigkeiten beheben. Auch wenn wir in diesen 20 Jahren viel erreicht haben, möchte ich ein paar Dinge besonders hervorheben. Beim Thema Wald haben wir uns von Anfang an dafür eingesetzt, Urwälder und alte Bestände zu identifizieren. Wir haben fast 200.000 Hektar kartiert und die nötigen Unterlagen erstellt, um sie in den Nationalen Katalog aufzunehmen. Heute stehen davon 80.000 Hektar unter Schutz.
Ein weiterer Schwerpunkt war die Wiederherstellung zerstörter Ökosysteme entlang der Donau und im Donaudelta. Zusammen mit den Menschen vor Ort – und für sie – haben wir diese wieder in gesunde Naturräume verwandelt. Wir haben Vorzeigeprojekte, die beweisen: Wenn wir mit der Natur arbeiten, können wir die Folgen des Klimawandels deutlich abmildern.
Und nicht zuletzt: Nachdem der Wisent 200 Jahre lang in freier Wildbahn ausgestorben war, haben wir ihn in den südwestlichen Karpaten wieder angesiedelt. Angefangen hat es 2014 mit ein paar wenigen Tieren aus den ersten Transporten. Heute haben wir eine Population von 250 frei lebenden Wisenten, was gleichzeitig auch die harmonische Entwicklung der örtlichen Gemeinden fördert.“
Doch neben den sichtbaren Erfolgen vor Ort stießen die Umweltprojekte oft auf systemische Hürden. Die Anpassung der nationalen Gesetzgebung an europäische Standards und der ständige Dialog mit den Behörden erforderten viel Anpassungsvermögen und einen langen Atem. Orieta Hurlea erklärt, wo die größten Schwierigkeiten lagen:
„Die größte Herausforderung ist es, Denkweisen zu ändern und verlässliche Partnerschaften mit den lokalen Behörden und den Bürgern aufzubauen. Ein solcher Prozess braucht Zeit, Geduld und eine ständige Präsenz vor Ort. Wir mussten Projekt für Projekt durchführen, um zu beweisen, dass wir uns wirklich engagieren und die spezifischen Probleme der Menschen verstehen.
Auf nationaler Ebene war die Umsetzung der Gesetze eine weitere Hürde. Als der WWF in Rumänien 2006 gegründet wurde, stand das Land kurz vor dem EU-Beitritt. Es folgte ein komplexer Prozess, um die europäischen Normen in nationales Recht zu übertragen. Damals wurde der Umweltschutz oft als eine Art Bremse auf dem Weg zum Beitritt wahrgenommen. Doch mit der Zeit hat sich diese Herausforderung in eine Chance verwandelt. Die europäischen Richtlinien wurden schrittweise integriert und schufen so den rechtlichen Rahmen, den wir für die Entwicklung von Umweltinitiativen in Rumänien dringend brauchten.“
Mit Blick auf die Zukunft richtet die Organisation ihre Ziele nun auf die neuen klimatischen Realitäten und wirtschaftlichen Herausforderungen aus. Langfristig gesehen bleiben der Schutz der natürlichen Ressourcen und der Kampf gegen den Klimawandel Aufgaben, die die gesamte Gesellschaft fordern. Um ein echtes Gleichgewicht zwischen wirtschaftlicher Entwicklung und Naturschutz zu finden, wird die Zusammenarbeit zwischen NGOs, Behörden und Bürgern in Zukunft wichtiger sein denn je.