Rumänien und Kanada vereinbaren engere Kooperation
Kanadas Außenministerin Anita Anand hat bei Gesprächen auf höchster Ebene in Bukarest den gemeinsamen Willen bekräftigt, die bilateralen Beziehungen weiter auszubauen.
Corina Cristea, 07.07.2026, 17:52
„Rumänien und Kanada verbindet eine starke Partnerschaft, die sich auf gemeinsame Werte und den festen Willen stützt, diese zu verteidigen. Wir sind entschlossen, unsere Zusammenarbeit in Schlüsselbereichen wie Sicherheit und Verteidigung, Kernenergie, Wirtschaft und Industrie weiter auszubauen“, schrieb Rumäniens Staatspräsident Nicușor Dan nach seinem Treffen mit der kanadischen Außenministerin Anita Anand auf der Plattform X. Er dankte Kanada außerdem für sein Engagement an der NATO-Ostflanke sowie für die Beteiligung an der Minenräummission im Schwarzen Meer.
Zuvor hatte Anand mit der Interimsaußenministerin Oana Țoiu gesprochen. Im Mittelpunkt standen unter anderem die Themen des laufenden NATO-Gipfels in Ankara sowie der Beitrag beider Länder zur Stärkung der globalen Sicherheit.
Rumänien und Kanada pflegen enge Beziehungen, die sich in den vergangenen Jahren stetig vertieft haben, sagte Oana Țoiu. Beide Länder seien NATO-Verbündete und zugleich Mitglieder der Frankophonie. Sie erinnerte zudem an die große rumänische Gemeinschaft in Kanada, die auch für den Ausbau der Wirtschaftsbeziehungen eine wichtige Rolle spielen könne.
Das Handelsvolumen zwischen beiden Ländern liegt inzwischen bei rund einer Milliarde Euro und soll weiter wachsen – mit Schwerpunkt auf bestimmten Brachen:
„Im Mittelpunkt unserer bilateralen Zusammenarbeit stehen Verteidigung und Sicherheit sowie die Kernenergie und ein großer Teil der Gespräche dreht sich um die Modernisierung und den Ausbau des Kernkraftwerks Cernavodă.“, sagte Oana Țoiu
Sie erinnerte daran, dass sich in diesem Jahr die offizielle Inbetriebnahme des ersten Reaktorblocks des Kernkraftwerks Cernavodă, der mit kanadischer CANDU-Technologie arbeitet. zum 30. Mal jährt. Der Anteil der Kernenergie am rumänischen Energiemix liegt derzeit bei rund 20 Prozent und soll auf 30 bis 40 Prozent steigen, um wettbewerbsfähige Energiepreise für die Industrie zu sichern.
Auch die kanadische Chefdiplomatin hob die jahrzehntelange Zusammenarbeit im Nuklearbereich hervor:
„Unsere fast 50-jährige Partnerschaft im Bereich der Kernenergie zeigt eindrucksvoll, was Rumänien und Kanada gemeinsam erreichen können und sie bildet zugleich die Grundlage für eine noch engere Zusammenarbeit in strategischen Industrien, sagte Anand. Die CANDU-Reaktoren in Cernavodă sind ein hervorragendes Beispiel dafür und heute haben wir darüber gesprochen, wie wir diese fast 50-jährige Partnerschaft im Nuklearsektor weiter ausbauen können, fügte sie an.
Kanada und Rumänien seien verlässliche Verbündete und Freunde, betonte die kanadische Außenministerin. Die Gespräche hätten sich auch auf den Ausbau der Zusammenarbeit in weiteren strategischen Bereichen wie Innovation und Hochtechnologie konzentriert. Zudem kündigte sie den Abschluss der Verhandlungen über ein Abkommen zum Schutz vertraulicher Informationen an. Es soll in Kürze unterzeichnet werden und den Austausch sensibler Informationen sowie die Zusammenarbeit zwischen kleinen und mittleren Unternehmen und der Rüstungsindustrie beider Länder erleichtern.