Nachrichten 27.07.2026
Die wichtigsten Meldungen des Tages
Newsroom, 27.07.2026, 17:00
Das rumänische Parlament ist zu einer außerordentlichen Sitzung zusammengekommen. Auf der Tagesordnung stehen mehrere Gesetzesvorhaben, deren Verabschiedung für das Erreichen wichtiger Meilensteine im Nationalen Aufbau- und Resilienzplan, dem PNRR, entscheidend ist. Der Gesundheitsausschuss der Abgeordnetenkammer hat mit Mehrheit einen Änderungsantrag der Sozialdemokratischen Partei PSD angenommen. Damit wird der Einstellungsstopp im staatlichen Gesundheitswesen teilweise aufgehoben. Betroffen sind medizinische Einrichtungen, die dem Gesundheitsministerium oder anderen staatlichen Institutionen mit eigenem Gesundheitsnetz unterstehen. Neueinstellungen sollen künftig wieder möglich sein – allerdings nur im Rahmen der bereits genehmigten Haushaltsmittel. Der Änderungsantrag wurde auch von der Oppositionspartei USR unterstützt. Nach Ansicht der Liberalen sind jedoch weitere Maßnahmen erforderlich, um insbesondere die Arbeitsfähigkeit großer und effizient arbeitender Krankenhäuser sicherzustellen. Die Schlussabstimmung ist noch für diese Woche vorgesehen. Die Abgeordnetenkammer hat in diesem Fall das letzte Wort. Rumänien hat noch etwas mehr als einen Monat Zeit – bis zum 31. August –, um die im Rahmen des Nationalen Aufbau- und Resilienzplans zugesagten Investitionen und Reformen umzusetzen. Das Parlament soll in dieser Woche außerdem fünf Gesetze verabschieden, von deren Annahme EU-Fördermittel in Höhe von rund 4,5 Milliarden Euro abhängen.
Der russische Botschafter in Bukarest ist heute ins Außenministerium einbestellt worden. Anlass ist ein weiterer Drohnenvorfall: Die rumänischen Luftstreitkräfte haben am Sonntag erneut eine Drohne abgeschossen, nachdem sie unerlaubt in den rumänischen Luftraum eingedrungen war. Es war bereits der dritte Vorfall innerhalb von drei Tagen. Die Ermittler haben inzwischen bestätigt, dass es sich bei der am Freitag zerstörten Drohne um eine Shahed-Geran-2-Drohne handelte – ein Typ, der von den russischen Streitkräften eingesetzt wird. Die Untersuchungen zu den Drohnen, die am Samstag und Sonntag abgeschossen wurden, dauern noch an. Die rumänische Regierung spricht von einer inakzeptablen Verletzung des rumänischen Luftraums. Zugleich weist Bukarest darauf hin, dass dieser Luftraum Teil des NATO- und des EU-Gebiets ist. Rumänien hat die NATO über die Zwischenfälle informiert und eine raschere Unterstützung beim Ausbau der Abwehr gegen Drohnen gefordert – bis die neuen Systeme geliefert werden, die im Rahmen des europäischen SAFE-Programms beschafft wurden.
In Rumänien treten Beschäftigte des Gesundheitswesens, die der Gewerkschaftsföderation Sanitas angehören, ab Dienstag in einen unbefristeten Generalstreik. Nach den gesetzlichen Vorgaben wird während des Ausstands mindestens ein Drittel des regulären Betriebs in jeder medizinischen Einrichtung aufrechterhalten. Betroffen sind landesweit rund 400 öffentliche Krankenhäuser. Behandelt werden vorrangig Notfälle und medizinisch dringende Fälle. Patientinnen und Patienten mit bereits vereinbarten Routineuntersuchungen, diagnostischen Terminen oder nicht dringenden Operationen müssen dagegen mit Verschiebungen rechnen. Die Gewerkschaft begründet den Streik mit der unzureichenden Bezahlung und den schwierigen Arbeitsbedingungen infolge des Personalmangels. Zusätzlichen Unmut löst der derzeit diskutierte Entwurf eines neuen einheitlichen Vergütungsgesetzes für Beschäftigte im öffentlichen Dienst aus.
Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen kommt heute zu einer Dringlichkeitssitzung zusammen. Anlass sind die russischen Angriffe auf zivile Schiffe im Schwarzen Meer. Die Sitzung findet auf Antrag der Ukraine statt. Russische Streitkräfte greifen zunehmend ukrainische Schwarzmeerhäfen, maritime Exportwege und den zivilen Schiffsverkehr an. Erst vor wenigen Tagen wurde nach ukrainischen Angaben ein Frachtschiff, das Propangas von Ägypten in die Ukraine transportierte, durch Drohnen angegriffen. Das Schiff geriet in den rumänischen Hoheitsgewässern des Schwarzen Meeres in Brand. Alle 17 Besatzungsmitglieder konnten in Sicherheit gebracht werden. Das Schiff erlitt jedoch schwere Schäden. Auch in der ausschließlichen Wirtschaftszone Rumäniens meldete ein Frachtschiff, das Kohle in die Ukraine transportierte, eine Beschädigung. Nach ersten Erkenntnissen könnte sie durch den Aufprall einer Seedrohne oder die Explosion einer Seemine verursacht worden sein.
Die beiden Bukarester Flughäfen haben im ersten Halbjahr dieses Jahres einen neuen Passagierrekord verzeichnet. Die Flughäfen kamen auf insgesamt fast 8,5 Millionen Fluggäste – fünf Prozent mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Nach Angaben der Nationalen Flughafen-Gesellschaft Bukarest spiegelt sich das Wachstum auch in der Zahl der Flugbewegungen wider. In den ersten sechs Monaten wurden mehr als 68.000 Starts und Landungen registriert. Das sind drei Prozent mehr als im entsprechenden Zeitraum des Jahres 2025. Der internationale Flughafen Henri Coandă in Otopeni fertigte mehr als 7,7 Millionen Passagiere ab. Der Flughafen Băneasa verzeichnete rund 745.000 Fluggäste – und damit bereits jetzt 51.000 mehr als im gesamten vergangenen Jahr.
Acht von zehn Rumänen sind der Ansicht, dass sich ihr Land in die falsche Richtung entwickelt. Nur 16 Prozent halten den eingeschlagenen Kurs für richtig. Das geht aus einer aktuellen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts CURS hervor. Angesichts der anhaltenden politischen Blockade lehnen 58 Prozent der Befragten vorgezogene Parlamentswahlen ab. Würde bereits am kommenden Sonntag gewählt, käme die nationalistische Oppositionspartei AUR auf 34 Prozent der Stimmen. Die Sozialdemokraten von der PSD würden 23 Prozent erreichen, die Nationalliberalen von der PNL 21 Prozent und die Reformpartei USR neun Prozent. Das höchste Vertrauen genießt weiterhin die rumänische Armee. 81 Prozent der Befragten haben nach eigenen Angaben eine gute oder sehr gute Meinung von ihr. Auf Platz zwei folgt die Kirche mit 79 Prozent. Dahinter liegen die Feuerwehr und der Rettungsdienst SMURD mit 66 Prozent. Am schlechtesten schneiden dagegen die Regierung, das Parlament, die Justiz, das Verfassungsgericht und das Präsidentenamt ab.
Mehr als 300.000 Menschen sind in Frankreich und Spanien wegen der schweren Wald- und Vegetationsbrände aufgefordert worden, ihre Häuser zu verlassen. Der größte Brand in Frankreich wütet derzeit in der Nähe von Bordeaux im Südwesten des Landes. Starke Windböen erschweren die Löscharbeiten. Unterstützung erhalten die französischen Einsatzkräfte auch von rumänischen Feuerwehrleuten, die gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen aus Kroatien, Deutschland, Portugal, Schweden, der Schweiz, Tschechien und der Slowakei im Einsatz sind. In Spanien, wo wegen des Großbrandes in der Region Madrid bereits am Freitag der Notstand ausgerufen wurde, breiten sich die Flammen inzwischen weiter nach Westen in Richtung der Region Toledo aus. Auch Italien ist von schweren Bränden betroffen. Die Küstenwache teilte mit, dass in der süditalienischen Region Apulien Hunderte Menschen wegen eines Vegetationsbrandes über den Seeweg in Sicherheit gebracht werden mussten.
Die Meteorologen haben für mehrere Regionen Rumäniens bis Dienstagabend gelbe Wetterwarnungen wegen instabiler Wetterverhältnisse und zunehmender Windgeschwindigkeiten herausgegeben. Bis heute Nacht werden in fast der gesamten Westhälfte des Landes Gewitterperioden erwartet, begleitet von heftigen Regenschauern, starken Windböen und Sturmböen mit Geschwindigkeiten von 50 bis 70 Kilometern pro Stunde, örtlich auch von mehr als 80 Kilometern pro Stunde. Zudem sind Blitzeinschläge und vereinzelt kleiner bis mittelgroßer Hagel möglich. Innerhalb kurzer Zeit oder durch Ansammlung können die Niederschlagsmengen 15 bis 25 Liter pro Quadratmeter erreichen, örtlich auch 30 bis 40 Liter pro Quadratmeter. Auch in anderen Landesteilen sind vereinzelt Wettererscheinungen mit atmosphärischer Instabilität möglich. Die Höchsttemperaturen liegen zwischen 24 und 34 Grad Celsius.