Nachrichten 04.10.2026
Die wichtigsten Nachrichten des Tages im Überblick
Newsroom, 04.10.2026, 18:00
Rumäniens Präsident Nicușor Dan empfängt am Montag die Vorsitzenden der im Parlament vertretenen Parteien zu neuen Gesprächen über die Ernennung eines Ministerpräsidenten. Hintergrund ist das Scheitern des jüngsten Regierungsbildungsversuchs: Der liberale Europaabgeordnete Siegfried Mureșan, der dritte von Dan innerhalb von fünf Monaten nominierte Premierministerkandidat, erhielt vergangene Woche nicht die notwendige Mehrheit im Parlament. Dan forderte die Parteien auf, mit tragfähigen Lösungen zu den Gesprächen zu kommen. Eine Beteiligung der nationalistischen Oppositionspartei AUR an einer neuen Regierung schloss er aus. Dies würde nach seinen Worten die Beziehungen zu Rumäniens internationalen Partnern belasten. Gleichzeitig versicherte der Präsident, dass Rumänien seinen prowestlichen Kurs und seine finanziellen Verpflichtungen beibehalten werde. Vorgezogene Neuwahlen seien aus seiner Sicht keine Lösung für die aktuelle politische Krise. In einer Demokratie könne ohne die Bereitschaft zu Verhandlungen, Kompromissen und zum Aufbau einer parlamentarischen Mehrheit nicht regiert werden, so Nicușor Dan.
In Rumänien hat die Grippe-Impfsaison begonnen. Ärzte warnen, dass mit sinkenden Temperaturen und der Rückkehr der Kinder in die Schulen auch das Risiko für die Verbreitung von Atemwegsinfektionen deutlich steigt. Der Grippeimpfstoff ist in Apotheken auf Rezept erhältlich. Kinder, Schwangere, ältere Menschen und chronisch Kranke bekommen die Impfung kostenlos. Für alle anderen Patienten gibt es einen Zuschuss von 50 Prozent. Die Impfung kann beim Hausarzt, in einem Impfzentrum oder in einer zugelassenen Apotheke verabreicht werden. Experten empfehlen, sich möglichst vor dem stärkeren Anstieg der Grippefälle impfen zu lassen. Bei ersten Erkältungssymptomen raten Ärzte außerdem, zu Hause zu bleiben, um die Ausbreitung von Infektionen zu verhindern.
Rumänien und 16 weitere EU-Mitgliedstaaten fordern, dass die Mittel für Landwirtschaft und Kohäsionspolitik auch im nächsten EU-Haushalt für 2028 bis 2034 erhalten bleiben. Das teilte Präsident Nicușor Dan mit. Die 17 Länder gehören zur Gruppe der „Freunde der Kohäsion“ und haben ihre Forderung in einem gemeinsamen Schreiben an den irischen Ministerpräsidenten Micheál Martin gerichtet, der derzeit den Vorsitz im EU-Rat innehat. Sie plädieren zudem für zusätzliche Mittel für Verteidigung, Sicherheit, Wettbewerbsfähigkeit, Energie und Infrastruktur. Rumänien setzt sich für einen größeren EU-Haushalt ein, um die Entwicklungsunterschiede zwischen den Mitgliedstaaten zu verringern.
Der wichtigste Index der Bukarester Börse, BET, hat die Woche mit einem Plus von rund zwei Prozent beendet. Zuvor war der Index fünf Wochen in Folge gefallen – unter anderem wegen der anhaltenden politischen Krise und des Risikos einer Herabstufung der rumänischen Kreditwürdigkeit durch Standard & Poor’s. S&P beließ Rumänien jedoch im Investment-Grade-Bereich. Entscheidend sei nun die Bildung einer Regierung in Bukarest, die einen glaubwürdigen Haushaltsplan für die kommenden zwei Jahre vorlegt. Für dieses Jahr erwartet S&P einen Rückgang der rumänischen Wirtschaft um 0,5 Prozent, 2027 soll sie um 2,25 Prozent wachsen. Das Haushaltsdefizit könnte von 6,25 Prozent des Bruttoinlandsprodukts in diesem Jahr auf 5,8 Prozent im kommenden Jahr sinken. Die durchschnittliche Inflation wird für dieses Jahr auf 8,3 Prozent geschätzt. Vor der Bekanntgabe der S&P-Bewertung war der Eurokurs auf ein Rekordhoch von 5,3447 Lei gestiegen.
In weiten Teilen Rumäniens bleibt das Wetter für diese Jahreszeit ungewöhnlich warm und freundlich. Am Morgen ist es allerdings noch kühl, in Senken teilweise sogar kalt. Tagsüber ist der Himmel meist klar, der Wind weht schwach bis mäßig. Die Höchstwerte liegen zwischen 18 Grad am Meer und 27 Grad im Westen des Landes. In Bukarest werden bei viel Sonnenschein etwa 24 Grad erwartet.