Dort, wo alles machbar ist!
Die Gemeinde Troianul im Westen des Landkreises Teleorman besitzt ein eigenes Jugendzentrum, ein Kunstmuseum – und nun auch noch eine offizielle Nike-Ausstattung für ihre Junioren-Fußballmannschaft. Hinter dieser Erfolgsgeschichte stehen die lokale Zweigstelle des Vereins „Se Poate“ – zu Deutsch „Es ist machbar“ – aus Roșiori de Vede sowie die sogenannte Nationale Tournee für Geschichtsbildung. Letztere wird von den Filmproduzenten Dan Drăghicescu und John Florescu von „Chainsaw Europe“ organisiert.
Ana-Maria Cononovici und Adina Olaru, 08.10.2026, 17:03
Die Gemeinde Troianul im Westen des Landkreises Teleorman besitzt ein eigenes Jugendzentrum, ein Kunstmuseum – und nun auch noch eine offizielle Nike-Ausstattung für ihre Junioren-Fußballmannschaft. Hinter dieser Erfolgsgeschichte stehen die lokale Zweigstelle des Vereins „Se Poate“ – zu Deutsch „Es ist machbar“ – aus Roșiori de Vede sowie die sogenannte Nationale Tournee für Geschichtsbildung. Letztere wird von den Filmproduzenten Dan Drăghicescu und John Florescu von „Chainsaw Europe“ organisiert.
Ana-Maria Moisa, die Vorsitzende der Vereinszweigstelle, erzählte Radio Rumänien International, wie alles begann. Den Startschuss gab im Jahr 2023 die Einrichtung eines Jugendtreffs:
„Wir haben einen interaktiven Raum für junge Menschen geschaffen. Dazu gehört eine Bibliothek, und wir bieten non-formale Bildung, Kunst- und Kulturaktivitäten an. Genau daraus ist auch die Fußballmannschaft ‚Troianul‘ entstanden – ein eigener Verein, der nun den Sport organisiert. Durch die Anleitung unserer Vereinsmitglieder haben die Jugendlichen diesen Schritt gewagt und sowohl ein Mädchen- als auch ein Jungen-Team für Minifußball gegründet. Das alles hat sich in den letzten drei Jahren entwickelt. Im Juni dieses Jahres wollten wir dem Jugendtreff dann ein neues Gesicht geben und haben den Raum zusätzlich in ein Museum verwandelt. Es ist ein Ort geblieben, an dem die Jugendlichen an Workshops zu Geschichte, kritischem Denken oder Rhetorik teilnehmen, aber wir haben eben auch Kunstwerke hierher gebracht und das Museum eröffnet. Da wir auch in der Nachbarstadt Roșiori de Vede aktiv sind und dort mit ‚Chainsaw Europe‘ kooperieren, organisierten wir im Juli eine Filmvorführung im dortigen Sommertheater. Bei dieser Gelegenheit dachten wir uns: Wir laden den ausführenden Produzenten John Florescu und den assoziierten Produzenten Dan Drăghicescu einfach mal in unser frisch eröffnetes Museum ein.“
Ein seltenes Nike-Sammler-T-Shirt, das dort gerahmt an der Wand hing, setzte schließlich eine Reihe von kleinen Wundern in Gang. Der Filmproduzent Dan Drăghicescu erzählte uns seine Sicht der Dinge. Er und John Florescu waren völlig verblüfft von dem Museum – und von der Tatsache, dass das Dorf eigene Fußballmannschaften hat:
„Wir entdeckten dort Kunstobjekte, die aus Bukarest, aus ganz Europa und sogar von Auktionen aus Übersee dorthin gebracht worden waren. John und ich waren tief beeindruckt. In einer Ecke sahen wir dann ein sehr seltenes Nike-T-Shirt mit einem animierten Logo – einer modernen Animation von Nike, die Gemeinschaften dazu inspirieren soll, zusammen Sport zu treiben. Das Shirt stammte von einer Auktion und sprang uns sofort ins Auge. Kurz darauf erfuhren wir, dass es in diesem Dorf zwei Jugendfußballmannschaften für 14- bis 17-Jährige gibt, für Mädchen und Jungen. Auf der Rückfahrt sagte John zu mir: ‚Hast du das Nike-Shirt gesehen? Einer meiner Söhne war mit dem Sohn des New Yorker Nike-CEOs auf der Schule. Vielleicht schreiben wir ihm einfach mal einen Brief und erzählen ihm, was wir hier im Südosten Rumäniens, im Kreis Teleorman im Dorf Troianul, gesehen haben: zwei Teams, die den Sport lieben, aber zurzeit einfach keine gute Ausrüstung haben.‘ Gesagt, getan! Zwei Wochen später bekamen wir eine völlig unerwartete Antwort vom CEO, von Elliott Hill. Er bat mich, ihm mitzuteilen, wie viele Kinder es sind, welche Ausrüstung sie brauchen und welche Größen. Ich schrieb nach Troianul, hatte zwei Tage später die Maße aller Kinder aus dem Dorf und schickte sie nach Amerika. Nur zwei Wochen später trafen die Kartons mit Nike-Schuhen, Stutzen, Shorts und Trikots für die beiden Jugendteams ein. Ich fand das eine fantastische Geste! Dass sich ein so mächtiger Mann von unserem Brief berühren lässt, den wir am Rande eines historischen Projekts geschrieben haben. Im Grunde genommen hat uns König Michael nach Teleorman gebracht. Dank des Königs haben wir nach New York geschrieben, und dank des Königs – so würde ich es formulieren – kamen diese Sachen direkt aus Amerika ins Dorf Troianul.“
Ana-Maria Moisa verriet uns, welche Schätze das kleine Museum sonst noch beherbergt:
„Wir haben hier eine Arbeit von Victor Brauner und ein Werk von Picasso. Neben diesen weltberühmten Künstlern, die wir der Jugend und der Gemeinde näherbringen wollen, war es uns wichtig, auch Werke auszustellen, die ihnen vielleicht noch näherstehen. Genau deshalb haben wir auch das Nike-T-Shirt im Jugendtreff platziert. Außerdem zeigen wir Skulpturen von Ion Irimescu und Ion Pacea sowie Arbeiten lokaler Künstler aus dem Kreis Teleorman – wie die Töpferkunst von Ion Mitroi oder Werke von Costel Păun, dem weltweit einzigen Künstler, der Skulpturen aus Wasserstein fertigt. Wir haben hier also eine enorme künstlerische Vielfalt. Und wir laden alle Hörerinnen und Hörer herzlich ein: Wenn Sie im Kreis Teleorman in der Nähe der Gemeinde Troianul unterwegs sind – kommen Sie uns besuchen!“
Und wie haben die Kinder die prominente Unterstützung aus den USA aufgenommen? Dazu noch einmal Ana-Maria Moisa:
„Sie stehen noch ganz am Anfang und trainieren erst seit ein paar Jahren. Aber sie waren absolut begeistert, als die Ausrüstung ankam. Die Freude war riesig. Wir versuchen zwar ohnehin, sie durch verschiedene Sponsoren zu unterstützen, aber diese originale Nike-Ausrüstung und vor allem diese persönliche Aufmerksamkeit des CEOs, das hat die Kinder tief beeindruckt.“
Der von CEO Elliott Hill persönlich unterzeichnete Brief endete mit einer klaren Botschaft. Zitat: „Wir alle bei Nike stehen hinter euch. Wir wünschen dem Team Troianul viel Erfolg und weiterhin viele Siege.“