Internationale Preise belasten Handelsdefizit
In den ersten acht Monaten dieses Jahres ist das Handelsdefizit gegenüber dem gleichen Zeitraum 2025 um mehr als 307 Millionen Euro gestiegen. Die neuesten Daten des Nationalen Statistikamtes zeigen, dass die Einfuhren deutlich teurer waren als die Ausfuhren.
Roxana Vasile, 13.10.2026, 13:32
Von Januar bis August importierte Rumänien Waren im Wert von mehr als 88 Milliarden Euro. Die Ausfuhren beliefen sich dagegen auf knapp 66 Milliarden Euro. Damit überstieg das Handelsdefizit 22 Milliarden Euro und lag um 1,4 Prozent über dem Wert des Vorjahreszeitraums.
Auch im August wuchsen die Einfuhren im Vergleich zum Vorjahresmonat schneller als die Ausfuhren. Dadurch verschärfte sich das Ungleichgewicht weiter. Den größten Anteil am Außenhandel hatten Maschinen und Transportmittel. Sie machten mehr als 45 Prozent der Ausfuhren und über 36 Prozent der Einfuhren aus. Mehr als 70 Prozent des Warenhandels entfielen sowohl bei den Einfuhren als auch bei den Ausfuhren auf Länder der Europäischen Union.
Der Wirtschaftsexperte Constantin Rudnițchi erklärt die Entwicklung mit den höheren Einfuhrwerten bei Kraftstoffen und chemischen Erzeugnissen.
„Wir haben mehr Waren importiert, die teurer sind. Die Zunahme der Einfuhren geht vor allem auf Erdölerzeugnisse und Kraftstoffe zurück. Rumänien hat aus verschiedenen Gründen mehr Kraftstoffe importiert, wahrscheinlich mit Schwerpunkt August. Hinzu kamen chemische Erzeugnisse. Diese Produkte waren international teurer als letztes Jahr und das hat sich mit Sicherheit in der Handelsbilanz für die ersten acht Monate niedergeschlagen.“
Doch warum ist das Handelsdefizit überhaupt von Bedeutung? Ein hohes Einfuhrvolumen im Verhältnis zu den Ausfuhren zeigt nach Einschätzung von Fachleuten, dass einheimische Produkte Schwierigkeiten haben, sich auf den internationalen Märkten oder auch auf dem heimischen Markt gegen ausländische Waren durchzusetzen.
Ein dauerhaft hohes Handelsdefizit deutet darauf hin, dass die heimische Produktion nicht ausreichend entwickelt ist. Das Land ist deshalb bei wichtigen Gütern wie chemischen Erzeugnissen, Energie oder Halbfertigwaren auf ausländische Lieferanten angewiesen.
Rumänien verzeichnet seit Jahren ein Handelsdefizit in zweistelliger Milliardenhöhe. Ein solches dauerhaftes Ungleichgewicht kann unter anderem die Landeswährung unter Druck setzen, die Auslandsverschuldung erhöhen, Arbeitsplätze kosten und die Preise einheimischer Produkte in die Höhe treiben. Dadurch sinkt letztlich auch die Kaufkraft der Verbraucher.