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Wildpferde im Letea-Wald: „Vier Pfoten“ und rumänische Behörden arbeiten zusammen

Der Letea-Wald ist ein Naturschutzgebiet im Biosphärenreservat Donaudelta, das vor allem wegen der dort lebenden Wildpferde international bekannt wurde.

Wildpferde im Letea-Wald: „Vier Pfoten“ und rumänische Behörden arbeiten zusammen
Wildpferde im Letea-Wald: „Vier Pfoten“ und rumänische Behörden arbeiten zusammen

, 19.10.2015, 18:02

Die freilebenden Wildpferde im Letea-Wald, einem Naturschutzgebiet im Donaudelta, sorgten für Aufmerksamkeit sowohl bei den Naturforschern als auch bei den Tierschützern. Über die vielen Wildpferde, die im Letea-Wald und auf der gesamten, etwa 10.000 Hektar gro‎ßen gleichnamigen Sandbank leben, scheiden sich aber die Geister. Manche sagen, dass die vor einigen Jahrhunderten freigelassenen, inzwischen verwilderten Pferde die Biosphäre im Wald zerstört hätten; andere wiederum sind der Ansicht, man sollte der Natur ihren normalen Lauf lassen, und die Ortsansässigen sollten diese Tiere schützen. Rund 500 Pferde tragen heute zur Artenvielfalt dieses Habitats bei. Anfang des 20. Jahrhunderts wurden auch die französischen Forscher auf die Pferde im Donaudelta aufmerksam, und verglichen einige Exemplare mit den freilebenden Wildpferden in der südfranzösischen Region Camargue.



2011 ging die Nachricht über das Massaker der Wildpferde im Donaudelta um die Welt. Damals hatten die rumänischen Behörden keine andere Lösung für das Eingrenzen der Anzahl von Wildpferden im Letea-Wald gefunden, als die Tiere zu schlachten. Ein Grund für die Ma‎ßnahme war, dass viele Tiere unter ansteckender Blutarmut der Einhufer litten. Normalerweise lassen die Donaudelta-Einwohner ihre Pferde und andere Tiere auf breiten Flächen frei weiden, und daher leben manche Tiere halbverwildert. Das war auch der Fall der Pferde im Letea-Wald.



1994 wurde der Letea-Wald zum ersten Mal umzäunt, aber der Zaun blieb nur bis zum Jahr 2000 stehen. 2009 starteten die rumänischen Behörden ein neues Projekt, bei dem man akzeptieren sollte, dass die Wildpferde, die in der Natur freileben, zu einem Bestandteil der Landschaft und zur Touristenattraktion werden könnten. In diesem Sinne kann der Letea-Wald nur in Begleitung eines erfahrenen Fremdenführers besichtigt werden — die Region ist jetzt mit einem Zaun umgrenzt.



Pferde sind aber problematisch; um andere Arten nicht zu gefährden, muss ihre Zahl unter Kontrolle gehalten werden. Die Stiftung Vier Pfoten und die Verwaltung des Biosphäre-Reservats Donaudelta haben deshalb vereinbart, ein Projekt zur Betreuung der Wildpferde auf der Letea-Sandbank durchzuführen — die freilebenden Stuten sollten mit empfängnisverhütenden Mitteln geimpft werden. Das Projekt hat aber auch das übergeordnete Ziel, die Tiere und Umweltsysteme im Letea-Wald und auf der gesamten Letea-Sandbank zu schützen und ein Forschungszentrum zu gründen. Dazu der Vertreter der Stiftung Vier Pfoten, Kuki Bărbuceanu:



Wir vereinbarten auch ein Projekt zur Entwicklung einer Zone zum Monitoring der Wildpferde; dort werden wir auch ein Forschungszentrum einrichten, denn es gibt sehr viele ausländische Forscher, die nach Rumänien kommen wollen, um die Wildpferde zu studieren. Das ist eine wahre Goldmine, ein Freilicht-Naturlabor — wir haben hier die grö‎ßte Wildpferde-Population in Europa. Wir müssen sehr sorgfältig vorgehen, und wir werden mit der Verwaltung des Biosphäre-Reservats Donaudelta zusammenarbeiten, damit diese Region nicht zur Spaziermeile wird. Wir wissen sehr wohl, dass chaotischer Tourismus Ungeheuer gebiert, und wir wollen diese naturbelassene Zone nicht zerstören. Inzwischen ist aber das Einkommen der Ortsansässigen von Letea um 600% gewachsen. Früher gab es 5 oder 6 Wagen, die Touristen durch den Wald fuhren; inzwischen gibt es mehr als 30 Stück.“

Turbărie (Foto: Hakon Grimstad / unsplash.com)

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