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Artenschutz: Sakerfalke nistet wieder in Westrumänien

Der Sakerfalke ist ein großer Greifvogel der Steppen Osteuropas und Zentralasiens, der in Rumänien als ausgestorben galt. Jetzt kehrt er dank eines grenzüberschreitenden Projekts wieder in die Westebene zurück.

Artenschutz: Sakerfalke nistet wieder in Westrumänien
Artenschutz: Sakerfalke nistet wieder in Westrumänien

, 11.07.2016, 18:13

Der Sakerfalke ist ein gro‎ßer Greifvogel der Steppen Osteuropas und Zentralasiens, der in Rumänien als ausgestorben galt. Jetzt kehrt er dank eines grenzüberschreitenden Projekts wieder in die Westebene zurück. Verantwortlich war der Verband Grupul Milvus“ aus Neumarkt (Târgu Mureș).



Das Artenschutzprogramm ist 2009 ins Leben gerufen geworden. Ziel war die Umsetzung von Ma‎ßnahmen zur Ausdehnung des Brutgebiets des Sakerfalken auf Rumänien. Hier war die Vogelart fast ausgestorben, dafür gab es mehrere Ursachen wie Vergiftung, Zerstörung der Nestplätze, extensive Landwirtschaft oder Jagd. Um das Jahr 2000 herum gab es in der Westebene keine nistenden Sakerfalkenpaare mehr. Allein in der ostrumänischen Dobrudscha, im Măcinului-Gebirge, waren einige Paare gesichtet worden. Wie das Artenschutzprogramm entstand, wei‎ß Attila Nagy, Vertreter der Milvus-Gruppe und verantwortlich für die Beobachtung der Sakerfalken.



Der Sakerfalke ist eine Vogelart, die keine eigenen Nester baut. Sie brauchen deshalb während der Brutzeit die Nester anderer Greifvögel. Nur ist das Problem bei uns umso schwerwiegender, da in den tiefen Regionen sehr wenig Baumgruppen erhalten geblieben sind oder einzelne Bäume, in denen die Greifvögel nisten können. Deshalb haben wir eine Methode angewendet, die auch in Ungarn, der Slowakei und Serbien erfolgreich war: Wir haben Kunstnester angefertigt, die aus Alluminium sind und an Strommasten befestigt wurden. Neben den Krähen oder Raben, die an den Masten nisten, haben auch Sakerfalken den Weg hierher gefunden. 2009 haben wir ein Falkenpaar hier gesichtet, 2010 waren es zwei weitere Paare, die es sich in Rabennestern bequem gemacht hatten. Dann haben wir mit Hilfe der Stromnetzbetreiber landesweit über 100 Kunstnester gebaut, davon gut 80 in der Westebene und noch 30-40 in der Dobrudscha. Die Milvus-Gruppe ist eher in Siebenbürgen und der Westebene aktiv, also haben wir im Rahmen dieses Projekts den westlichen Landesteil abgedeckt. Und unsere Tätigkeit hatte bereits von Anfang an Erfolg. Die Anzahl der nistenden Falkenpaare ist von Jahr zu Jahr gestiegen und wir haben zur Zeit 14 Falkenpaare in der Westebene registriert. Und man bedenke, dass es vor 5-6 Jahren nur 1-2 Paare gab.“




Die meisten Jungfalken wurden mit Kennzeichnungsringen versehen, damit sie von den Experten weiterhin beobachtet werden können. Das Projekt hat sich ferner vorgenommen, die Zieselpopulation im rumänischen Teil Pannoniens zu vergrö‎ßern — der Ziesel gehört zu den wichtigen Nahrungsquellen des Sakerfalken.



Weltweit gehört der Sakerfalke zu den stark gefährdeten Arten. Man geht davon aus, dass es in Europa circa 500 Falkenpaare gibt, die meisten in Ungarn und der Ukraine. Die Ungarn haben die grö‎ßte Erfahrung mit dieser Art gesammelt, dank der Artenschutzprogramme in den 1970er Jahren. In den letzten Jahren haben Ungarn und die Slowakei gemeinsam ein erstes Life-Projekt für die Rettung des Sakerfalken umgesetzt.

Turbărie (Foto: Hakon Grimstad / unsplash.com)

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