Lärmbelästigung in Bukarest: Eine stille Gefahr für unsere Gesundheit
Langfristige Lärmbelastung ist eine unterschätzte Bedrohung für unsere Gesundheit. Sie reicht von allgemeinem Unbehagen und Schlafstörungen bis hin zu schwerwiegenden Auswirkungen auf das Herz-Kreislauf-System und den Stoffwechsel. Besonders besorgniserregend sind kognitive Beeinträchtigungen bei Kindern. Aktuellen Analysen zufolge tragen Umgebungslärm und seine Folgen jährlich zu geschätzt 48.000 neuen Fällen ischämischer Herzkrankheiten und 12.000 vorzeitigen Todesfällen bei.
Daniel Onea und Adina Olaru, 14.07.2025, 21:44
In Bukarest zeigen die strategischen Lärmkarten deutlich: Die Hauptquellen der Lärmbelastung sind der Straßenverkehr und die industrielle Verschmutzung. Doch diese Daten erfassen nur den sogenannten Hintergrundlärm. Völlig unberücksichtigt bleiben temporäre Lärmquellen, die durch ihre Häufigkeit und hohe Intensität ebenso viel Schaden anrichten können. Dazu zählen häufig Lärm von Terrassen und Clubs, die in Parks mit verstärktem Schall operieren, sowie Festivals und Konzerte. Auch Feuerwerke, der Einsatz von Gebläsen und der Lärm durch große Infrastrukturarbeiten und die Sanierung des Heizungsnetzes tragen erheblich zur Lärmbelastung bei.
Mehr als 20 Bürgerinitiativen und Nichtregierungsorganisationen haben die lokalen Behörden eindringlich dazu aufgefordert, sich für eine gesunde Umwelt einzusetzen und das Recht der Bürger auf hochwertige Grünflächen zu respektieren. Ihre zentrale Forderung ist die Ausweisung von „ruhigen Zonen“ in allen Parks und geschützten städtischen Naturgebieten Bukarests, inklusive der Festlegung der dafür notwendigen Maßnahmen. Elena Lucaci von der Bürgerinitiative „Părinți de Cireșari“ betont die tiefe Unvereinbarkeit zwischen der Natur und den invasiven wirtschaftlichen Aktivitäten. Internationale Best-Practice-Beispiele zeigen, dass wirtschaftliche Aktivitäten in Parks auf ein notwendiges Minimum reduziert werden sollten, da die Hauptfunktion dieser Grünflächen die Erholung in der Natur ist.
Elena Lucaci, Bürgerinitiative „Părinți de Cireșari“ (dt. „Eltern der Cireșari-Gruppe“):
„Wir machen seit mindestens drei Jahren Beschwerden, seit die Clubs in der Herăstrău wie Pilze aus dem Boden schießen, und das beeinträchtigt tatsächlich unseren Frieden. Wir hören die Bässe Nacht für Nacht, besonders im Sommer, wenn wir bei offenem Fenster schlafen wollen. Wir haben viele Beschwerden eingereicht, aber das Hauptproblem ist, dass das Gesetz nicht eingehalten wird. Es gibt die Verordnung 119 aus dem Jahr 2014, in der genau festgelegt ist, welche Art von Aktivitäten in einem Park erlaubt sein müssen, nämlich nur Restaurants, die innerhalb eines bestimmten Zeitfensters, nämlich zwischen 7:00 und 23:00 Uhr, arbeiten. Und die lokale Regierung hält sich nicht daran. Letztes Jahr haben wir gesehen, wie sie die Betriebsgenehmigungen für Tanzveranstaltungen bis vier, fünf Uhr morgens verlängert haben. Wir von der Bürgerinitiative waren nachts um 4:00 Uhr da und riefen die örtliche Polizei, die vor Ort war. Man konnte sogar das Summen auf unserem Telefon hören, als wir telefonierten, aber sie riefen uns an, als wir nach Hause kamen, dass es keinen Gesetzesbruch gab, dass es ruhig und friedlich war.“
Der Appell der Umweltorganisationen unterstreicht die Dringlichkeit, Maßnahmen zum Schutz der öffentlichen Gesundheit, der städtischen Artenvielfalt und des verfassungsmäßigen Rechts auf eine gesunde Umwelt zu ergreifen. Es ist entscheidend, lärmende kommerzielle und unterhaltende Aktivitäten aus den Parks zu verbannen, da sie die Ruhe, das natürliche Gleichgewicht und die essentielle Funktion von Grünflächen als Rückzugsorte für die Erholung beeinträchtigen.