04.02.2026
Die wichtigsten Meldungen im Überblick
Newsroom, 04.02.2026, 19:17
Das Handelsdefizit Rumäniens hat in den ersten elf Monaten von 2025 fast 30 Milliarden Euro erreicht. Knapp vier Milliarden entfallen auf die Lebensmittelindustrie und den Handel mit lebenden Tieren, wie die Studie einer großen Einzelhandelskette und der Wirtschaftsakademie zeigt. Demnach exportiert Rumänien vor allem billige Rohstoffe und importiert verarbeitete Produkte mit hoher Wertschöpfung. Die größten Ungleichgewichte gibt es bei Fleisch, Milchprodukten, Süßwaren und Snacks sowie bei Obst- und Gemüsekonserven. Experten fordern stärkere Zusammenschlüsse von Landwirten, mehr Investitionen in Verarbeitung, besseren Zugang zu Finanzierung, verlässliche Gesetze und eine bessere Qualifizierung der Arbeitskräfte.
Die Lehrergewerkschaften haben ihre Proteste wieder aufgenommen und demonstrieren vor dem Regierungssitz in Bukarest. Kritisiert werden die Maßnahmen der Regierungskoalition. Besonders umstritten sind die höheren Pensen bei weniger Geld für die Bezahlung zusätzlicher Unterrichtsstunden. Die Gewerkschaften schließen einen Streik im März, während der Probeprüfungen für die nationale Lernstandserhebung und das Abitur, nicht aus. Studierendenorganisationen haben ihre Solidarität erklärt. Sie wenden sich gegen Sparmaßnahmen, die zu neidrigen Stipendien und dem Wegfall von Fahrpreisermäßigungen geführt haben.
Ministerpräsident Ilie Bolojan hat sich in Bukarest mit einer Delegation von Bürgermeistern getroffen. Thema war die Vorbereitung des Haushalts für 2026. Hintergrund sind wachsende Spannungen wegen der geplanten Reform der zentralen und lokalen Verwaltung. Mehrere Bürgermeister, auch aus der liberalen Partei, äußern Unzufriedenheit. Auch Beschäftigte in den Rathäusern, vor allem in Gemeinden, drohen mit einem Generalstreik. Dazu berichten wir ausf nach den Meldungen.
In Bukarest tagt die Energy Week Black Sea. Die Regionalkonferenz zur Energiewende und zu Investitionen im Schwarzmeerraum bringt politische Entscheidungsträger, Energieunternehmen, Investoren und Großabnehmer aus mehreren Ländern zusammen, darunter Rumänien, Bulgarien, der Republik Moldau, der Ukraine und der Türkei. Im Fokus stehen der Ausbau erneuerbarer Energien, stärkere Netze und grenzüberschreitende Verbindungen sowie die regionale Energiesicherheit. Diskutiert wird auch der steigende Energiebedarf durch Rechenzentren und Künstliche Intelligenz.
Eine rumänische Delegation unter Leitung von Außenministerin Oana Țoiu nimmt in Washington an der ersten Ministerkonferenz zu kritischen Mineralien teil. Eingeladen hat US-Außenminister Marco Rubio. Ziel ist es, sichere und diversifizierte Lieferketten aufzubauen, bilateral sowie zwischen der EU und den USA. Geplant sind Gespräche über strategische Partnerschaften und Investitionen. Rumänien will seine Rolle als wichtiger europäischer Akteur bei der Versorgung mit seltenen Rohstoffen stärken.
Ohne den Nationalen Aufbau- und Resilienzplan wäre das Wirtschaftswachstum Rumäniens in den Jahren 2022 bis 2024 um 1,2 Prozentpunkte niedriger ausgefallen. Das geht aus einer Studie der Zentralbank hervor. EU-Gelder hätten die Folgen der Pandemie abgefedert und die Erholung unterstützt. Zugleich verweist die Studie auf Verzögerungen bei der Umsetzung des Plans, unter anderem wegen begrenzter Verwaltungskapazitäten. Rumänien hat bislang rund 10,7 Milliarden Euro aus dem Plan erhalten, etwa die Hälfte der vorgesehenen Summe.