Moore – Wertvolle und empfindliche Ökosysteme
Angesichts des immer schneller voranschreitenden Klimawandels richtet sich die Aufmerksamkeit von Fachleuten immer stärker auf Ökosysteme, die effiziente, natürliche Lösungen bieten. Oft werden sie zugunsten der Wälder übersehen, doch Moore spielen eine entscheidende Rolle. Sie sind nicht nur das Archiv unserer Klimageschichte, sondern auch mächtige Verbündete im aktuellen Kampf gegen den CO2-Ausstoß.
Daniel Onea und Adina Olaru, 23.02.2026, 17:21
Diese Feuchtgebiete, die durch die Anhäufung von abgestorbenem Pflanzenmaterial entstehen, sind einzigartige Lebensräume, die dringend besseren Schutz benötigen. Răzvan Horațiu Bătinaș ist Dozent am Institut für Physische und Technische Geografie der Babeș-Bolyai-Universität in Cluj – also in Klausenburg. Außerdem ist er Co-Autor einer Fachanalyse auf der Plattform infoclima.ro. Der Experte erklärt uns die Komplexität und die strategische Bedeutung von Mooren.
„Moore sind ganz besondere Ökosysteme, die außergewöhnliche Pflanzen- und Tierarten bewahren – darunter sogar einige sogenannte Reliktarten. Neben dieser Artenvielfalt erfüllen diese Strukturen aber auch komplexe ökologische Funktionen.
Weil sie biologisches Material über lange geologische Zeiträume hinweg speichern können, sind Moore unerlässlich, um das Klima der Vergangenheit zu rekonstruieren und zu verstehen.
Ein weiterer, entscheidender Punkt ist ihre Rolle als Kohlenstoffspeicher. In dieser Hinsicht sind Moore weltweit extrem effizient und übertreffen sogar die Leistung von Wäldern. Angesichts der aktuellen Klimakrise ist der Schutz dieser Ökosysteme eine absolute Pflicht, um unsere CO2-Emissionen wirksam zu steuern – für unsere Generation und für die kommenden.“
Neben dieser globalen Bedeutung erfordert aber auch die Situation direkt hier in Rumänien eine aufmerksame Überwachung. In den letzten Jahren wurden die Naturschutzbemühungen deutlich verstärkt. Das Ziel: eine genaue Bestandsaufnahme und die Renaturierung der geschädigten Gebiete.
Răzvan Horațiu Bătinaș geht genauer auf den Zustand der heimischen Moore und ihre lebenswichtige Funktion für den Wasserhaushalt ein.
„Auf nationaler Ebene wurden mehrere Hundert solcher Moore identifiziert, vorwiegend in den Bergregionen. Auf Initiative des Umweltministeriums wurden spezielle Inventurprogramme gestartet, um herauszufinden, welche dieser Strukturen ganz besondere Schutzmaßnahmen benötigen.
So hat zum Beispiel das Pilotprojekt ‚PeatRO‘ im Jahr 2015 die Existenz von rund 215 Mooren belegt. In einer späteren Programmphase wurden dann 40 davon ausgewählt, um ökologisch renaturiert zu werden.
Der Erhaltungszustand jedes einzelnen Moores spiegelt die Gesundheit und die Funktionalität des gesamten Ökosystems wider – das zeigt sich an mehreren Schlüsselelementen. Moore funktionieren im Grunde wie natürliche Schwämme: Sie optimieren den Wasserabfluss, indem sie große Mengen an Wasser zurückhalten. Auf diese Weise regulieren sie den Wasserhaushalt einer ganzen Region und helfen dabei, Überschwemmungen zu verhindern oder zumindest hinauszuzögern.“
Der Schutz dieser „natürlichen Schwämme“ bleibt also ein lebenswichtiger Baustein der rumänischen Umweltstrategie. Sie sichern das empfindliche Gleichgewicht: zwischen dem Erhalt einer einzigartigen Artenvielfalt einerseits und der Abschwächung extremer Klimaauswirkungen andererseits.