Kulturtourismus: Die Route „Auf den Spuren von Brâncuși“
Rumänien hat das Jahr 2026 zum Nationalen Constantin-Brâncuși-Jahr erklärt, um den 150. Geburtstag des rumänischen Bildhauers zu begehen, der die moderne Kunst revolutionierte. Zu diesem Anlass wurde wurde unlängst in Hobița, dem Geburtsort des Bildhauers, Die kulturtouristische Route „Auf den Spuren von Constantin Brâncuși“ ins Leben gerufen.
Ștefan Baciu und Sorin Georgescu, 03.03.2026, 17:45
Am Donnerstag, dem 19. Februar, wurde im Kreis Gorj, in Hobița, dem Geburtsdorf des großen rumänischen Bildhauers, in Anwesenheit lokaler Behörden und Vertretern der Regierung aus Bukarest das Nationale Constantin-Brâncuși-Jahr eröffnet. Bei dieser Gelegenheit wurde auch die kulturtouristische Route „Auf den Spuren von Constantin Brâncuși“ vorgestellt.
Das Projekt thematischer Touristenrouten in Rumänien begann während der Pandemie und verfolgte das Ziel, auf lokaler und regionaler Ebene Sehenswürdigkeiten zu erfassen, die Besuchern empfohlen werden können. Nach Eröffnung der ersten Route, die auf den Spuren der Holzkirchen ging, entwickelte sich das Projekt rasant: Inzwischen sind über 180 Routen anerkannt, davon verlaufen 43 quer durchs ganze Land.
Die kulturtouristische Route „Auf den Spuren von Constantin Brâncuși“ möchte das nationale Kulturerbe durch eine der bekanntesten Persönlichkeiten der modernen Kunst hervorheben. Ausgehend vom Geburtsdorf im Kreis Gorj verbindet die Route Orte, die mit der Ausbildung, dem Aufstieg und dem Werk von Constantin Brâncuși in Zusammenhang stehen.
Steliana Cojocariu, Beraterin im Ministerium für Wirtschaft, Digitalisierung, Unternehmertum und Tourismus, erklärt, wie diese Route entstanden ist:
„Diese Route wurde in hervorragender Zusammenarbeit vom Kreisrat Gorj gemeinsam mit der Stadt Târgu Jiu, der Stadt Craiova sowie natürlich mit der Kommunalverwaltung der Gemeinde Peștișani realisiert, zu der das Dorf Hobița gehört, wo Brâncuși geboren wurde. Dort befindet sich auch ein besonders wichtiges touristisches Ziel, das Constantin-Brâncuși-Gedenkhaus. Es wurden alle kulturellen Sehenswürdigkeiten sowie alle Orte, an denen Brâncuși lebte, studierte und arbeitete, zusammengetragen und in einer sehr schönen Route zwischen den Landkreisen Dolj und Gorj miteinander verbunden. Wir haben lediglich diese von ihnen erarbeitete Route anerkannt und ihr die verdiente offizielle Bestätigung verliehen.“
Craiova, die Kreishauptstadt von Dolj, verfügt über mehrere mit Constantin Brâncuși verbundene Sehenswürdigkeiten. Eine davon ist das Technische Kolleg für Kunst und Handwerk, das heute den Namen des berühmten Bildhauers trägt und an dem Brâncuși seine ersten Unterrichtsstunden in Holzschnitzerei erhielt. Eine weitere Sehenswürdigkeit ist das Kunstmuseum von Craiova, eines der ersten Museen weltweit, das eine Sammlung von Werken Brâncușis besaß. Zum Bestand des Museums gehört eine Kopie der berühmten Skulptur „Fräulein Pogany“. Ein weiteres Ziel ist das „Constantin-Brâncuși“-Zentrum in Craiova mit einer unterirdischen Galerie und einem spektakulären Glasprisma an der Oberfläche.
Die dem großen rumänischen Bildhauer gewidmete Route umfasst selbstverständlich auch das Gedenkhaus „Constantin Brâncuși“ in Hobița, das 1870 vom Vater des Bildhauers erbaut wurde. Das Holzhaus besteht aus zwei Räumen und einer Speisekammer; im Inneren sind Gegenstände, Werkzeuge und Möbel aus einem traditionellen bäuerlichen Haushalt ausgestellt.
Bei der Vorstellung der kulturtouristischen Route in Hobița sprachen wir mit Isabela Coară, Beraterin im Büro des Präsidenten des Kreisrates Gorj, um zu erfahren, was diese Route für Peștișani, Târgu Jiu und Craiova bedeutet.
„Zunächst einmal gehen wir von einem Symbol aus, denn die Route heißt ‚Auf den Spuren von Constantin Brâncuși‘, und wir haben diesen Moment bewusst gewählt, da sich der Geburtstag des großen Bildhauers zum 150. Mal jährte. Wir wünschen uns, dass diese Route von Reiseanbietern übernommen wird – sie ist mit allen touristischen Sehenswürdigkeiten der Kreise Gorj und Dolj auf der Website des Ministeriums veröffentlicht – und dass Reiseagenturen sie aufgreifen und touristische Pakete rund um diese Ziele entwickeln und bewerben. Manche Orte sind bekannt, andere weniger. Ziel ist es, die Aufenthaltsdauer zu verlängern und die Besucherzahl zu erhöhen, was eindeutig zu lokaler Entwicklung sowie zu nationaler und internationaler Förderung führen wird. Mögen wir gesund bleiben und die Route vielleicht sogar bis nach Paris ausweiten!“
Im Stadtpark von Târgu Jiu können die „Tafel des Schweigens“ und das „Tor des Kusses“ bewundert werden, dazwischen befindet sich die „Allee der Stühle“ – alles monumentale Werke des großen rumänischen Bildhauers. Die heute als „Heldenstraße“ oder „Brâncuși-Achse“ bekannte Straße verbindet diese Werke mit einer weiteren Schöpfung Brâncușis, der „Unendlichkeitssäule“: Sie ist 29 Meter hoch, besteht aus bronzenen, sanduhrförmigen Modulen und ist in einem Park aufgestellt.
Die Route „Auf den Spuren von Constantin Brâncuși“ schlägt in Târgu Jiu außerdem weitere Ziele vor, etwa das Haus „Barbu Gănescu“. In dem Gebäude, in dem sich heute das Nationale Constantin-Brâncuși-Museum befindet, lebte der berühmte Bildhauer in den Jahren 1937–1938, als er das monumentale Ensemble schuf, das wir heute in Târgu Jiu bewundern.