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Keine Deflationsängste trotz rückläufiger Inflation

Obwohl die Jahresinflation im August einen neuen historischen Tiefpunkt der letzten 25 Jahre erreicht - minus 1,9%, versichert die Zentralbank jedoch weiter, dass kein Deflationsrisiko besteht.

Keine Deflationsängste trotz rückläufiger Inflation
Keine Deflationsängste trotz rückläufiger Inflation

, 11.09.2015, 17:22

Einen Rekord hatte die Inflation schon im Juli aufgestellt, als sie auf minus 1,7% gefallen war. Bemerkenswert ist, dass sich ein Trend abzeichnet — nach Angaben der amtlichen Statistik ist dies der dritte Minus-Monat in Folge. Die stärkste Verbilligung — über 7% gegenüber dem Vorjahresmonat — wurde im August bei Lebensmitteln festgestellt. Insbesondere für Eier, Zucker, Kartoffeln und Maismehl zahlten Konsumenten weniger. Nach Ansicht von Experten haben sowohl die Reduzierung der Mehrwertsteuer auf Lebensmittelgeschäfte von 24 auf neun Prozent und die niedrigen Ölpreise an den internationalen Rohstoffbörsen zur negativen Inflation beigetragen. Die Tendenz könnte sich bis Mai 2016 halten, denn ab 1. Januar wird auch der allgemeine Mehrwertsteuersatz auf 20% gesenkt. Die rückläufige Entwicklung der Inflation war deutlicher als Experten erwartet hatten. Analysten zufolge werde die Inflation nicht vor 2017 wieder in die Zielbandbreite der Zentralbank rücken. Die Zentralbanker hatten allerdings korrekt vorausgesagt, dass die Inflation sich in den drei nächsten Quartalen negativ entwickeln werden. Doch auch so besteht für Rumänien keine Gefahr einer Deflation, da die Lohngewinne im öffentlichen Dienst und der davon angetriebene Konsum einen Gegendruck verursachen, sagt Notenbankchef, Mugur Isărescu.



Inzwischen hofft die Regierung, dass die geringere Mehrwertsteuer mit der Zeit den Konsum ankurbelt und Wirtschaftswachstum schafft, selbst wenn sie sich nicht voll auf die Preise auswirkt. Die Nationale Prognosekommission hat die Aussichten für 2015 dementsprechend nach oben korrigiert – die Wirtschaft soll nicht um 2,8%, sondern um 3,3% zulegen; 2018 sollte das Wachstum sogar 4% erreichen. Die Europäische Kommission, die Weltbank und die EBRD rechnen ebenfalls mit durchschnittlich 3% Jahreswachstum in den nächsten Jahren. Im zweiten Quartal hat Rumänien eine der höchsten Wachstumsraten aufgewiesen – die Leistung verbesserte sich um 3,7% auf das zweite Quartal von 2014. Im gleichen Zeitraum kamen nur Malta und Tschechien auf mehr, 4,8 und 4,4 Prozent. Aufgrund der positiven Basisdaten – Leistungsgewinne, Wechselkurse, Verschuldung – gehört Rumänien zu den attraktivsten Zielen für Investoren.

Transfăgărăşan  / Foto: Mariana Chiriță, RRI
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