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Digitale Technologie und Kinderschutz im Netz: Europa präsentiert App zur Altersverifikation

Digitale Technologie eröffnet Kindern außerordentliche Möglichkeiten. Mithilfe interaktiver Lernwerkzeuge können sie rascher Wissen aufnehmen, mit Freunden und Familie in Verbindung bleiben sowie auf eine Fülle von Informationen zugreifen und die Welt weit über die Grenzen des Klassenzimmers hinaus erkunden.

Foto: Dati Bendo EC Audiovisual Service European Union 2026
Foto: Dati Bendo EC Audiovisual Service European Union 2026

, 01.05.2026, 21:21

Gleichzeitig helfen diese Technologien ihnen, wertvolle Lebenskompetenzen zu entwickeln. Die Kehrseite der Medaille sind jedoch erhebliche Risiken. Die Zahlen zur Onlinesicherheit von Kindern sind alarmierend: Jedes sechste Kind wird im Netz gemobbt, jedes achte mobbt seinerseits andere Kinder. Zwar sind es in erster Linie die Eltern, die sich um ein sichereres digitales Umfeld für ihre Kinder sorgen – doch kann dies nicht allein in ihrer Verantwortung liegen. Vielmehr sei es eine gemeinsame Aufgabe von Eltern, Pädagogen, Technologieunternehmen und der Gesellschaft insgesamt, betonen Fachleute.

Der erste Schritt sei digitale Bildung. Kinder müssten von klein auf lernen, wie das Internet funktioniert und welche Gefahren dort lauern, mahnen Experten. Grundlegende Kenntnisse über den Schutz persönlicher Daten, das Erkennen irreführender Inhalte sowie das Vermeiden des Kontakts mit Unbekannten seien dabei unerlässlich.

Die Europäische Kommission, die entschlossen ist, die Online-Exposition von Kindern gegenüber schädlichen und illegalen Inhalten sowie die Anwerbung Minderjähriger zu sexuellen Zwecken zu unterbinden, präsentiert nun eine innovative Lösung: eine App zur Altersverifikation per Reisepass oder Personalausweis beim Zugang zu Online-Plattformen.

Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen erklärte, es sei eine Pflicht, Kinder in der Online-Welt ebenso zu schützen wie in der Offline-Welt. Dazu bedürfe es eines harmonisierten europäischen Ansatzes. Eine zentrale Frage sei dabei, wie auf europäischer Ebene eine technische Lösung zur Altersverifikation sichergestellt werden könne. Sie könne nun verkünden, dass die europäische Altersverifikations-App technisch einsatzbereit und in Kürze für Bürgerinnen und Bürger verfügbar sei. Die App ermögliche es Nutzerinnen und Nutzern, ihr Alter beim Zugang zu Online-Plattformen nachzuweisen – ähnlich wie Geschäfte beim Kauf von Alkohol einen Altersnachweis verlangten.

Die Zeit, die Kinder vor Bildschirmen verbringen, sei so hoch wie nie zuvor, betonte von der Leyen weiter. Je mehr Zeit sie online verbringen, desto größer sei die Wahrscheinlichkeit, dass sie schädlichen und illegalen Inhalten sowie der Manipulation durch Online-Prädatoren ausgesetzt sind. Dieses Umfeld sei der Entwicklung junger Gehirne nicht zuträglich. Man habe deshalb aufmerksam auf die Eltern gehört, denen geeignete Mittel zum Schutz ihrer Kinder fehlten, erläuterte die EU-Spitzenpolitikerin. Die App könne auf jedem Gerät – Smartphone, Tablet oder Computer – verwendet werden.

Zur Funktionsweise der Anwendung führte von der Leyen aus, diese sei erstens einfach zu bedienen: Die App werde heruntergeladen, mit Reisepass oder Personalausweis eingerichtet und diene fortan als Altersnachweis beim Zugang zu Online-Diensten. Zweitens entspreche sie den weltweit höchsten Datenschutzstandards – Nutzerinnen und Nutzer wiesen ihr Alter nach, ohne weitere persönliche Daten preiszugeben. Die App sei vollständig anonym und ermögliche keinerlei Rückverfolgung. Drittens funktioniere sie auf jedem Gerät. Und viertens sei sie vollständig quelloffen, sodass der Code von jedermann geprüft werden könne, was auch Partnerländern ihre Nutzung ermögliche. Vor allem aber könnten Online-Plattformen die App problemlos integrieren. Es gebe damit keine Ausreden mehr: Europa biete eine kostenlose und benutzerfreundliche Lösung zum Schutz von Kindern vor schädlichen und illegalen Inhalten. Mehrere Mitgliedstaaten – darunter Frankreich, Dänemark, Griechenland, Italien, Spanien, Zypern und Irland – machten bereits deutliche Fortschritte und beabsichtigten, die App in ihre nationalen digitalen Brieftaschen zu integrieren. Sie hoffe, dass weitere Mitgliedstaaten sowie der Privatsektor diesem Beispiel folgen würden, damit die App bald allen Bürgerinnen und Bürgern zur Verfügung stehe. Die Anwendung biete Eltern, Lehrern und Betreuungspersonen ein wirksames Instrument zum Kinderschutz.

Nicht nur die Europäische Union handelt in diese Richtung. Vor wenigen Tagen verabschiedete das türkische Parlament ein Gesetz, das Personen unter 15 Jahren den Zugang zu sozialen Netzwerken untersagt. Demnach ist Minderjährigen unter diesem Alter die Registrierung auf sozialen Plattformen verboten; digitale Plattformen werden verpflichtet, Altersverifikationssysteme einzuführen. Eltern erhalten Instrumente zur Überwachung der Bildschirmzeit und der Online-Ausgaben ihrer Kinder, während die wichtigsten Social-Media-Plattformen in „Notfällen“ verpflichtet sind, innerhalb einer Stunde nach Verbreitung schädlicher Inhalte zu intervenieren. Das Gesetz tritt sechs Monate nach seiner Veröffentlichung im Amtsblatt in Kraft.

In Rumänien billigte der Senat im vergangenen Oktober das sogenannte Gesetz zur digitalen Volljährigkeit, das die Einschränkung des Zugangs zu sozialen Netzwerken für Jugendliche unter 16 Jahren vorsieht.

foto: gov.ro
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