Aufbau- und Resilienzplan (PNRR): der letzte Zahlungsantrag
Bukarest hat den letzten Zahlungsantrag im Rahmen des Nationalen Aufbau- und Resilienzplans (PNRR) bei der Europäischen Kommission eingereicht. Der 30. September 2026 war die Frist für die Einreichung der abschließenden Zahlungsanträge.
Daniela Budu, 01.10.2026, 21:55
Rumänien hat am Mittwoch offiziell den letzten Zahlungsantrag aus dem Nationalen Aufbau- und Resilienzplan (PNRR) bei der Europäischen Kommission eingereicht, wie der geschäftsführende Minister für Investitionen und Europäische Projekte, Dragoș Pîslaru, mitteilte. Ihm zufolge beläuft sich der Gesamtwert des Antrags vor Abzug der Vorfinanzierung auf über 6 Milliarden Euro. Der Nettobetrag, den Rumänien beantragt, liegt somit bei rund 4,3 Milliarden Euro, davon fast 2,6 Milliarden Euro nicht rückzahlbare EU-Mittel und der Rest in Form von Darlehen.
Der Antrag umfasst 104 Ziele und Etappenziele im Zusammenhang mit Reformen und Investitionen in den Bereichen Verkehr, Energie, Gesundheit, Bildung, Digitalisierung öffentlicher Dienstleistungen, Wasser- und Abfallwirtschaft sowie Energieeffizienz von Wohngebäuden. Laut dem Minister enthält der Antrag außerdem Investitionen in nachhaltige Mobilität, die Modernisierung und Digitalisierung des Zollwesens, Maßnahmen zur Vorbeugung und Verringerung des Schulabbruchs sowie die Modernisierung des Rechtsrahmens für das Personalmanagement in der öffentlichen Verwaltung.
Die an die Europäische Kommission übermittelten Unterlagen enthalten, so der Minister weiter, die Begründungen und Nachweise für sämtliche Ziele und Etappenziele, die Verwaltungserklärungen sowie eine Zusammenfassung der durchgeführten Prüfungen. „Mit der Einreichung dieses Antrags ist die Phase der Übermittlung der Zahlungsanträge aus dem PNRR abgeschlossen. Nun folgt die Bewertung des letzten Reform- und Investitionspakets durch die Europäische Kommission“, erklärte Dragoș Pîslaru. Er fügte hinzu, dass das zuständige Ministerium weiterhin mit der EU-Exekutive zusammenarbeiten werde, um alle erforderlichen Fragen zu klären. Die Auszahlung der beantragten Beträge erfolgt nach der Bewertung durch die Kommission und der Bestätigung, dass die Ziele und Etappenziele zufriedenstellend erreicht wurden.
Vor der Einreichung des letzten Zahlungsantrags hatten die Koordinatoren für Reformen und Investitionen eine Abrufquote der Rumänien im Rahmen des PNRR zugewiesenen Mittel von über 90 % bei der Zuschusskomponente und von über 95 % bei der Darlehenskomponente gemeldet.
Zur Erinnerung: Der Umsetzungszeitraum für die über den PNRR finanzierten Maßnahmen endete offiziell am 31. August 2026. Damals wies der geschäftsführende Premierminister Ilie Bolojan darauf hin, dass über 2.000 Projekte noch nicht abgeschlossen seien; sollten sie bis Jahresende nicht fertiggestellt werden, müssten die dafür abgerufenen EU-Mittel zurückgezahlt werden.
Nach der letzten Neuverhandlung mit der EU-Exekutive im August beläuft sich die PNRR-Zuweisung auf 20,11 Milliarden Euro, davon über 13,5 Milliarden Euro Zuschüsse und der Rest Darlehen. Der PNRR wird von 20 Koordinatoren für Reformen und Investitionen – Ministerien und anderen zentralen Behörden – umgesetzt, während das Ministerium für Investitionen und Europäische Projekte die Umsetzung des Nationalen Aufbau- und Resilienzplans auf nationaler Ebene koordiniert.