Dynamic Front: Übung stellt NATO-Regionalpläne auf die Probe
Das größte multinationale Manöver Europas mit Beteligung der Artillerie der US-Landstreitkräfte findet gerade statt. Bei der diesjährigen Ausgabe trainieren Soldaten aus 24 Ländern gleichzeitig in fünf Staaten, an neun Ausbildungsorten und in mehreren Gefechtsständen in ganz Europa.
Leyla Cheamil, 10.02.2026, 13:22
Ziel der Übung mit dem Namen Dynamic Front ist, die regionalen NATO-Pläne zu testen. Sie gilt als wichtiger Prüfstein dafür, wie die Kräfte des Bündnisses an der Ostflanke in einem komplexen Sicherheitsumfeld koordiniert handeln können – geprägt von der Notwendigkeit einer schnellen und integrierten Reaktion.
Am Montag ist auf dem Truppenübungsplatz Cincu im Kreis Brașov ein Gefechtsmanöver mit scharfer Munition organisiert worden – vom Multinationalen Korps Südost in Zusammenarbeit mit dem Multidomänenkommando 56 Europa sowie mit NATO-Verbündeten und -Partnern aus den USA, Rumänien, Polen und Frankreich. Getestet worden ist dabei, wie unterschiedliche Artilleriesysteme zusammenwirken können.
Auf einer Pressekonferenz in Cincu hat der Befehlshaber des Multidomänenkommandos 56 Europa, Brigadegeneral Steve Carpenter, erklärt, Dynamic Front sei die maßgebliche NATO-Übung für Feuerunterstützung. Die Teilnehmer seien begeistert von dieser Gelegenheit und von den erzielten Ergebnissen.
„Wir müssen in der Lage sein, zwischen 600 und 1.200 ballistische Raketen, Marschflugkörper und unidirektionale Langstrecken-Angriffsdrohnen abzufangen und zu neutralisieren, während wir gleichzeitig Ziele identifizieren, sie überwachen und weiterleiten – in einem Umfang von mindestens 1.500“, betonte Steve Carpenter.
Der Kommandeur der 8. Operativ-Taktischen Raketenbrigade, bekannt als „HIMARS-Brigade“, Oberst Costel Sorin Bălan, erklärte, seine Brigade habe als Hauptausbildungseinheit an der Übung teilgenommen.
„Dynamic Front hat uns eine ausgezeichnete Ausbildungsmöglichkeit geboten, um Taktiken, Techniken und Verfahren innerhalb der Wirkungsstruktur zu üben, zu bewerten und zu validieren – mit dem Ziel, die Interoperabilität zu erhöhen und unsere kollektive Verteidigungshaltung zu stärken“, sagte der Oberst Zugleich habe die Übung als hervorragende Plattform für die Gefechtsfähigkeitsbewertung der 8. Brigade nach NATO-Standards gedient.
Nach Angaben des Verteidigungsministeriums zielt die Übung insgesamt auf die praktische Umsetzung der Abschreckungslinie an der Ostflanke ab. Geübt werde die Zudammenwirkung in den Bereichen Land, Luft, See, Cyber und Weltraum, um Fähigkeiten zur Zugangsverweigerung und Gebietskontrolle abzuwehren, die von konzentrierten konventionellen Kräften gestützt werden.