Rumänische Außenministerin Oana Țoiu zu Arbeitsgesprächen in London
Bei einem Arbeitsbesuch in London hat Außenministerin Oana Țoiu über wirtschaftliche Zusammenarbeit, Sicherheit und die europäische Perspektive Rumäniens gesprochen. Im Mittelpunkt standen Investitionen, Handel und die strategische Partnerschaft zwischen beiden Ländern.
Corina Cristea und Alex Sterescu, 10.02.2026, 14:31
Rumänien glaubt an ein wettbewerbsfähigeres Europa und setzt dabei auf starke Partnerschaften mit dem Vereinigten Königreich. Das hat die rumänische Außenministerin Oana Țoiu bei einem Treffen in London mit der britischen Ministerin für Außenpolitik, Commonwealth und Entwicklung, Yvette Cooper, erklärt.
Ein Schwerpunkt der Gespräche war die Vertiefung der wirtschaftlichen Zusammenarbeit mit Großbritannien – einem der wichtigsten strategischen Partner Rumäniens. Nach offiziellen Angaben belief sich der Warenhandel zwischen beiden Ländern in den ersten zehn Monaten des Jahres 2025 auf 3,48 Milliarden Euro. Großbritannien liegt derzeit auf Platz elf unter den ausländischen Direktinvestoren in Rumänien. Außenministerin Oana Țoiu kündigte an, dass bis zum Sommer eine gemeinsame rumänisch-britische Arbeitsgruppe für Handel und Investitionen ins Leben gerufen werden soll.
Zudem sei man sich über den weiteren Weg Rumäniens hin zu einem Beitritt zur OECD im Jahr 2026 einig. Wörtlich erklärte die Ministerin, man habe zwei wichtige Schritte umgesetzt, die konkrete Reformen zugunsten der Wirtschaft belegten. Zum einen sei der letzte formale Schritt zur Vermeidung der Doppelbesteuerung zwischen rumänischen und britischen Unternehmen im Amtsblatt veröffentlicht worden. Zum anderen sei der für den OECD-Beitritt notwendige fiskalpolitische Meilenstein verabschiedet worden.
Die neue Arbeitsgruppe soll gezielt strategische Investitionen fördern – unter anderem in den Bereichen erneuerbare Energien, Einzelhandel, Gesundheitswesen, Technologie und IT.Die neue Konvention zur Vermeidung der Doppelbesteuerung bei Einkommen und Kapitalgewinnen gilt bereits seit Januar und bietet Unternehmen spürbare Vorteile.
Auch die Angleichung an OECD-Standards war Thema der Gespräche. Sie soll britischen und rumänischen Investoren mehr Planungssicherheit, transparente Regeln und einen besseren Schutz vor Missbrauch bieten – zentrale Voraussetzungen für weitere Investitionen und eine engere wirtschaftliche Zusammenarbeit.
Darüber hinaus sprachen die beiden Ministerinnen über innere Sicherheit, die Bekämpfung der organisierten Kriminalität, das rumänische Lektorat an der Universität Oxford sowie über eine Ausweitung des Angebots an Rumänischunterricht an britischen Schulen. Ein weiteres Thema war die rumänische Gemeinschaft im Vereinigten Königreich. Mehr als 1,3 Millionen rumänische Staatsbürger leben dort. Beide Seiten bekräftigten ihr Interesse, diesen Beitrag zur bilateralen Beziehung weiter zu würdigen.
Abschließend bestätigten Oana Țoiu und Yvette Cooper ihre gemeinsame Sicht auf Frieden und Sicherheit sowie ihr klares Bekenntnis zur euroatlantischen Sicherheit.
Dazu gehört auch die Beteiligung Großbritanniens an NATO-Missionen auf rumänischem Staatsgebiet. Im Zusammenhang mit der europäischen und transatlantischen Sicherheit betonte die rumänische Außenministerin, dass Rumänien den Ausbau militärischer Fähigkeiten, eine bessere Interoperabilität, die Stärkung der Verteidigungsindustrie und die Nutzung von Innovationen priorisieren werde – bei gleichzeitiger Abstimmung zwischen EU- und NATO-Prozessen.