Im Mai 2022 prognostizierte die Rumänische Nationalbank eine Inflation von 12,5 % für das Ende dieses Jahres und von 6,7 % für das Ende des nächsten Jahres, und drei Monate später zeigten die Schätzungen steigende Zahlen, nämlich eine Inflation von 13,9 % für das Ende des Jahres und von 7,5 % für das Ende des Jahres 2023.
Nun korrigiert die Zentralbank erneut diese Zahlen und erhöht ihre Inflationsprognose auf 16,3 % für das Ende dieses Jahres und 11,2 % für das Ende des nächsten Jahres, wobei die Inflation im September 2024 auf etwa 4 % sinken soll. Das Tempo des Preisanstiegs hat sich nach Ansicht der NBR-Experten von Monat zu Monat abgeschwächt, aber im Vergleich zu ähnlichen Zeiträumen im letzten Jahr wird es immer noch erhebliche Unterschiede geben, und der Rückgang der Inflation wird eintreten, wenn der Druck der Faktoren, die den Preisanstieg angetrieben haben, nachlässt. Laut dem vierteljährlichen Inflationsbericht, den die Zentralbank am Montag veröffentlicht hat, ist dieses Szenario durch mehrere Risiken gekennzeichnet, von denen laut Notenbankchef Mugur Isărescu die wichtigsten die Auswirkungen des Krieges in der Ukraine oder die Entwicklung der Rohstoff- und Warenpreise, insbesondere für Energie und Lebensmittel, sind.
„Was die Auswirkungen des Krieges in der Ukraine betrifft, so haben wir eine leicht positive, aber keine optimistische Position eingenommen. Sie werden sich allmählich auflösen, wir sehen keine massive Verschlechterung. Was die Rohstoffpreise betrifft, so liegen uns Daten vor, die eine gewisse Stabilisierung der Notierungen belegen. Die Engpässe in den globalen Wertschöpfungsketten sehen wir in einer allmählichen Auflösung von Synergien, die epidemiologische Situation – wir haben keine Daten, die ein Wiederaufleben von COVID-Infektionen bestätigen – und der makroökonomische Politikmix ist positiv. Wir haben bisher gut mit der Regierung zusammengearbeitet, wir sehen eine Fortsetzung der geldpolitischen Normalisierung“.
Isărescu sagte zudem, dass die Leitzinserhöhungen im Einklang mit denen der Zentralbanken in der Region stünden. Die Zinssätze sind in Rumänien im Vergleich zu anderen Ländern nicht sehr hoch, da der Leu eine der stabilsten Währungen in der Region ist, erklärte er, denn wenn die Abwertung der Landeswährung auch einen Inflationsdruck mit sich gebracht hätte, wäre die Situation der Preiserhöhungen viel schwieriger gewesen, wie das Beispiel Ungarns zeigt. In Rumänien wurden die Zinssätze schrittweise erhöht, wobei die NBR auch denjenigen, die Kredite in Lei haben, Zeit geben wollte, sich an die neuen Zinssätze zu gewöhnen und an die Tatsache, dass die Zeit der negativen oder sehr niedrigen Zinssätze vorbei ist, so Mugur Isărescu. Gleichzeitig erklärte der Gouverneur, er sei zuversichtlich, dass die rumänische Wirtschaft im nächsten Jahr nur eine Verlangsamung des Wachstums und keine technische Rezession – einen Rückgang des Bruttoinlandsprodukts in zwei aufeinanderfolgenden Quartalen – erleben werde, doch hänge diese Entwicklung hauptsächlich von der Fähigkeit der Regierung ab, europäische Gelder anzuziehen.
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