Kraftstoffpreise in Rumänien: Bezin und Diesel an der Zapfsäule teurer
Der Konflikt im Nahen Osten wirkt sich auch auf die Energiemärkte aus. Die Ölpreise schwanken stark, und auch in Rumänien sind die Kraftstoffpreise zuletzt gestiegen. Die Behörden beobachten die Entwicklung genau.
Leyla Cheamil und Alex Sterescu, 10.03.2026, 18:10
Der Konflikt im Nahen Osten hat zu mehreren negativen Veränderungen auf dem Kraftstoffmarkt geführt. So ist der Preis für ein Barrel der Nordsee-Sorte Brent deutlich gestiegen. Am Montag erreichte er mit 119 Dollar den höchsten Stand seit Juli 2022. Bereits am Dienstag fiel der Preis jedoch wieder auf rund 93 Dollar pro Barrel. Der Anstieg wurde durch Befürchtungen ausgelöst, dass ein länger andauernder Krieg im Nahen Osten die Energiemärkte stark stören und das Wachstum der Weltwirtschaft beeinträchtigen könnte.
In Rumänien ist der Dieselpreis im Vergleich zur vergangenen Woche im Durchschnitt um etwa zehn Bani pro Liter gestiegen. An einigen Tankstellen kostet die Standardvariante inzwischen mehr als 8,70 Lei pro Liter, die Premium-Variante fast 9,40 Lei. Beim Benzin fiel der Anstieg geringer aus. Hier liegt die Preissteigerung bei etwa fünf Bani. An mehreren Tankstellen wird Standardbenzin derzeit für rund 8,37 Lei pro Liter verkauft, Premiumbenzin für etwa 9,10 Lei.
Angesichts dieser Entwicklung beobachten die Behörden in Bukarest die Preissteigerungen genau. Energieminister Bogdan Ivan erklärte kürzlich, der Staat prüfe mehrere Szenarien, um einen noch stärkeren Anstieg der Preise an den Zapfsäulen zu verhindern. Diese Szenarien seien bereits dem Finanzminister und Premierminister Ilie Bolojan vorgestellt worden. Eine mögliche Maßnahme wäre eine vorübergehende Senkung der Verbrauchsteuern und Abgaben auf Kraftstoffe. Präsident Nicușor Dan hält jedoch eine Intervention über Steuern und Abgaben derzeit nicht für notwendig. Die Situation werde vom Wettbewerbsrat überwacht, erklärte er.
Energieminister Bogdan Ivan betonte außerdem, dass eine der diskutierten Maßnahmen besonders auf Transportunternehmen und Landwirte abzielen könnte. Diese Gruppen seien von steigenden Kraftstoffpreisen besonders betroffen. Gerade im Frühjahr stünden im Agrarsektor zahlreiche Arbeiten an, die häufig gleichzeitig durchgeführt würden und einen hohen Treibstoffbedarf hätten. Auch die Konföderation der autorisierten Betreiber und Transportunternehmer in Rumänien fordert die Regierung auf, die Verbrauchsteuern auf Kraftstoffe zu senken. Andernfalls drohten Störungen in den Lieferketten für Waren, warnt der Verband.
Die Folgen steigender Kraftstoffpreise spüren inzwischen Verbraucher auf der ganzen Welt. Nach Einschätzung von Fachleuten wird der Anstieg der Ölpreise auf den internationalen Märkten in den kommenden Monaten auch in Rumänien die Inflation weiter anheizen und die Haushaltsbudgets zusätzlich belasten. Gründe dafür seien die hohe Abhängigkeit von fossilen Kraftstoffen und zu geringe Investitionen in alternative Energiequellen.
Der Wirtschaftswissenschaftler Cristian Păun erklärte gegenüber der Nachrichtenagentur Agerpres, sollte sich die Lage im Nahen Osten schnell beruhigen, könnten sich auch die Preise wieder normalisieren. Dauere der Konflikt jedoch länger an, werde sich der Preis wahrscheinlich für längere Zeit auf dem aktuellen Niveau stabilisieren. In diesem Fall müssten Verbraucher und Unternehmen Wege finden, mit den sehr hohen Preisen an den Zapfsäulen umzugehen.