RRI Live!

Hören Sie Radio Rumänien International Live

Strafrecht: Gesetzgebung gegen Menschenhandel und Ausbeutung verschärft

Nach Kritik aus dem Ausland und von internationalen Organisationen will Rumänien den Menschenhandel und die Ausbeutung stärker bekämpfen. In dem Sinne ist die einschlägige Gesetzgebung verschärft worden.

Foto: pixabay.com
Foto: pixabay.com

und , 28.06.2024, 16:19

In Rumänien werden die Strafen für Ausbeutung und Menschenhandel künftig höher ausfallen und sie dürfen nicht mehr zur Bewährung ausgesetzt werden. Dies sieht ein von Präsident Klaus Iohannis verkündetes Gesetz vor. Das Gesetz war am 28. Mai von der Abgeordnetenkammer verabschiedet worden und zielt auf die Bekämpfung des Menschen- und Kinderhandels ab. Mit den neuen Vorschriften wird die Möglichkeit einer Bewährungsstrafe unter Aufsicht bei Straftaten wie Sklaverei oder Ausbeutung und Menschenhandel abgeschafft, und das Strafmaß für diese Straftaten kann bis zu 15 Jahren Gefängnis und die Einschränkung bestimmter bürgerlicher Rechte erreichen. Werden die Straftaten, die Minderjährige als Opfer haben, von einem öffentlichen Bediensteten, einem Familienmitglied oder einem Betreuer begangen, können die Strafen bis zu 20 Jahren Haft betragen.

Das Gesetz sieht außerdem eine Freiheitsstrafe von drei bis zehn Jahren für die Herstellung, Speicherung, Verbreitung und Zugänglichmachung von Kinderpornografie in jeglicher Form vor. Darüber hinaus wird der Besitz und das Betrachten solcher Bilder mit bis zu fünf Jahren Gefängnis und der unbefugte Zugang zu Kinderpornografie über Computersysteme oder andere elektronische Kommunikationsmittel mit einem bis drei Jahren Gefängnis bestraft. Dem neuen Gesetz zufolge ist auch der Versuch, Straftaten aus dem Bestand Sklaverei, Ausbeutung und Menschenhandel zu begehen, strafbar, wobei die etwaige Zustimmung der Opfer nicht mehr als Hintertür für die Rechtfertigung der Taten missbraucht werden kann.

Dieses Gesetz ist nicht die einzige Maßnahme, die Rumänien zur Bekämpfung dieser Geißel ergriffen hat. Kürzlich wurde in Bukarest auch eine nationale Strategie zur Bekämpfung des Menschenhandels für den Zeitraum 2024–2028 vorgestellt. Als Priorität gilt es, den Menschenhandel einzudämmen, die Opfer zu identifizieren und ihnen zu helfen und die Menschenhändler zu bestrafen. Nach Angaben der Behörden hat das Land seit Anfang der 2000er Jahre erhebliche Fortschritte bei der Bekämpfung dieses Phänomens gemacht. Der rechtliche Rahmen sei geschaffen und die notwendigen Institutionen für die strafrechtliche Verfolgung seien zwar gegründet worden, doch sei noch viel zu tun in diesem Bereich, räumten die Behörden ein.

Die Verschärfung der Gesetzgebung kommt nach Kritik aus dem Ausland und von internationalen Organisationen. Im jüngsten Jahresbericht des US-Außenministeriums über den Menschenhandel vom letzten Sommer hieß es, Rumänien erfülle nicht die Mindeststandards bei der Bekämpfung des Menschenhandels. Aus dem Bericht ging auch hervor, dass die rumänische Justiz, die Ermittlungsbehörden und die Kinderschutzbehörden eher die bürgerlichen Rechte der mutmaßlichen Menschenhändler wahrnahmen, während sie gegenüber den Opfern extrem unsensibel vorgingen. In einem weiteren Bericht, der in diesem Jahr von der International Justice Mission veröffentlicht wurde, einer internationalen Organisation, die gegen die Gefährdung von Opfern des Menschenhandels kämpft, wird hervorgehoben, dass Gesetzesänderungen in diesem Bereich „nicht auf koordinierte Weise und in direktem Bezug zum Tatbestand Menschenhandel vorgenommen wurden, sondern eher stückweise und unkoordiniert“.

Nach Angaben der Nationalen Behörde zur Bekämpfung des Menschenhandels (ANTIP) wurden seit ihrer Gründung im Jahr 2005 in Rumänien 19 000 Opfer von Menschenhandel registriert und rund 4 000 Täter verurteilt.

CCR a respins definitiv candidatura lui Călin Georgescu la alegerile prezidenţiale (sursa foto: Facebook / Curtea Constituțională a României)
RRI Aktuell Freitag, 05 Juni 2026

Verfassungsgericht trifft Entscheidung zum SAFE-Programm

Das rumänische Verfassungsgericht hat die Beschwerde von 53 Mitgliedern von Fraktionen der Abgeordnetenkammer und parteilosen Abgeordneten gegen die...

Verfassungsgericht trifft Entscheidung zum SAFE-Programm
Організація економічного співробітництва та розвитку (ОЕСР)
RRI Aktuell Donnerstag, 04 Juni 2026

Rumäniens Beitritt zur OECD

Die amtierende Außenministerin Oana Țoiu, die in Paris an der Sitzung des Ministerrats der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und...

Rumäniens Beitritt zur OECD
sursă foto: facebook.com/mapn.ro
RRI Aktuell Mittwoch, 03 Juni 2026

Rumänien erhält Verteidigungsgelder aus dem SAFE-Programm

Rumänien erhält rund 16,7 Milliarden Euro für die Beschaffung von militärischer Ausrüstung und Infrastruktur aus dem Programm...

Rumänien erhält Verteidigungsgelder aus dem SAFE-Programm
Foto: pixabay.com
RRI Aktuell Mittwoch, 03 Juni 2026

Einheitliche Besoldung: Gewerkschaften protestieren

Die angespannte Stimmung in der rumänischen Gesellschaft hält an. Rekordinflation im Vergleich zu anderen EU-Mitgliedstaaten, eine höhere...

Einheitliche Besoldung: Gewerkschaften protestieren
RRI Aktuell Dienstag, 02 Juni 2026

Regisseur Cristian Mungiu nach dem Triumph in Cannes

Der Film „Fjord“ von Regisseur Cristian Mungiu, der in diesem Jahr die Goldene Palme bei den Internationalen Filmfestspielen von Cannes gewann,...

Regisseur Cristian Mungiu nach dem Triumph in Cannes
RRI Aktuell Freitag, 29 Mai 2026

Internationales Shakespeare-Festival 2026 in Craiova geht zu Ende

Im Süden Rumäniens läuft weiterhin das Internationale Shakespeare-Festival Craiova 2026 – eines der bedeutendsten Theaterereignisse weltweit....

Internationales Shakespeare-Festival 2026 in Craiova geht zu Ende
RRI Aktuell Donnerstag, 28 Mai 2026

Finanzministerium gibt deutlichen Rückgang des Haushaltsdefizits bekannt

Rumänien sendet an die internationalen Märkte ein Signal fiskalischer Stabilität und haushaltspolitischer Disziplin, nachdem das Defizit im ersten...

Finanzministerium gibt deutlichen Rückgang des Haushaltsdefizits bekannt
RRI Aktuell Donnerstag, 28 Mai 2026

Diskussionen über das Gesetz zur Einheitsvergütung

Im Arbeitsministerium in Bukarest finden derzeit Gespräche mit Gewerkschaften verschiedener Branchen über das neue Gesetz zur Vergütung von...

Diskussionen über das Gesetz zur Einheitsvergütung

Partner

Muzeul Național al Țăranului Român Muzeul Național al Țăranului Român
Liga Studentilor Romani din Strainatate - LSRS Liga Studentilor Romani din Strainatate - LSRS
Modernism | The Leading Romanian Art Magazine Online Modernism | The Leading Romanian Art Magazine Online
Institului European din România Institului European din România
Institutul Francez din România – Bucureşti Institutul Francez din România – Bucureşti
Muzeul Național de Artă al României Muzeul Național de Artă al României
Le petit Journal Le petit Journal
Radio Prague International Radio Prague International
Muzeul Național de Istorie a României Muzeul Național de Istorie a României
ARCUB ARCUB
Radio Canada International Radio Canada International
Muzeul Național al Satului „Dimitrie Gusti” Muzeul Național al Satului „Dimitrie Gusti”
SWI swissinfo.ch SWI swissinfo.ch
UBB Radio ONLINE UBB Radio ONLINE
Strona główna - English Section - polskieradio.pl Strona główna - English Section - polskieradio.pl
creart - Centrul de Creație Artă și Tradiție al Municipiului Bucuresti creart - Centrul de Creație Artă și Tradiție al Municipiului Bucuresti
italradio italradio
Institutul Confucius Institutul Confucius
BUCPRESS - știri din Cernăuți BUCPRESS - știri din Cernăuți

Mitgliedschaften

Euranet Plus Euranet Plus
AIB | the trade association for international broadcasters AIB | the trade association for international broadcasters
Digital Radio Mondiale Digital Radio Mondiale
News and current affairs from Germany and around the world News and current affairs from Germany and around the world
Comunità radiotelevisiva italofona Comunità radiotelevisiva italofona

Provider

RADIOCOM RADIOCOM
Zeno Media - The Everything Audio Company Zeno Media - The Everything Audio Company