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Symbol des Widerstands: Republik Moldau nimmt Abschied von Ilie Ilaşcu

Ilie Ilaşcu, bedeutender Führer der nationalen Befreiungsbewegung der 90er Jahre und ehemaliger politischer Gefangener des separatistischen Regimes in Tiraspol, ist am Montag im Alter von 73 Jahren gestorben.

Ilie Ilaşcu (foto: Agerpres)
Ilie Ilaşcu (foto: Agerpres)

, 20.11.2025, 15:34

Präsidentin Maia Sandu hat einen Tag Staatstrauer zum Gedenken an den Politiker angeordnet, über den sie schrieb, dass er einem aggressiven Staat gegenüberstand, Widerstand leistete und frei blieb. Laut der Präsidentin der Republik Moldau bleibt Ilie Ilaşcu in der Geschichte des Landes ein Symbol des Widerstands und des Kampfes für Integrität. „In den neun Jahren seiner illegalen Haft wurde er gefoltert, bedroht und Scheinhinrichtungen unterzogen, um ihn zu brechen. Aber er hat sein Land nicht verraten. Ilie Ilaşcu hat sich mit erhobenem Kopf dafür entschieden, für die Unabhängigkeit der Republik Moldau in den Tod zu gehen, und wird ein Symbol für alle Moldauer bleiben. Es ist wichtig, dass wir seine Lektion in Patriotismus an die jüngeren Generationen weitergeben…“, betonte Maia Sandu.

 

 

Ilie Ilaşcu gehörte zu den Gründern der Nationalen Befreiungsbewegung und leitete bis 1992 die Zweigstelle der Volksfront Moldawiens in Tiraspol. Als Kommandant der Truppen des Ministeriums für Nationale Sicherheit der Republik Moldau nahm er direkt an den Kämpfen am Dnjestr teil. Am 2. Juni 1992 wurden Ilie Ilaşcu, Andrei Ivanţoc, Alexandru Leşco und Tudor Petrov-Popa von russischen Spezialeinheiten verhaftet. Ein Jahr später wurde Ilaşcu von einem illegitimen Gericht auf der linken Seite des Dnjestr zum Tode verurteilt. Von 1992 bis 2001 war er unter extrem schwierigen Bedingungen in transnistrischen Gefängnissen inhaftiert, wo er Isolation, psychischem Druck, willkürlichen Einschränkungen und systematischen Verletzungen seiner Rechte ausgesetzt war. Er wurde viermal aus seiner Zelle geholt, um sich die Verlesung des Todesurteils anzuhören, und viermal wurde mit scharfer Munition auf ihn geschossen.

 

 

Am 5. Mai 2001 wurde Ilaşcu auf Druck der Parlamentarischen Versammlung des Europarates und der Europäischen Union nach Chişinău überstellt und den Geheimdiensten der Republik Moldau und Rumäniens übergeben. Die anderen Mitglieder der Gruppe wurden nach und nach freigelassen. Im Jahr 2004 fällte der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte das Urteil in der Rechtssache „Ilaşcu und andere gegen Moldawien und Russland” und wies auf die Verantwortung der Russischen Föderation und der Republik Moldau für Folter, rechtswidrige Freiheitsberaubung und Verletzung des Rechts auf Korrespondenz hin.

 

 

Ilie Ilaşcu war in zwei Legislaturperioden Abgeordneter im Parlament der Republik Moldau und zwischen 2000 und 2008 Senator in Rumänien. Von 2001 bis 2008 war er ordentliches Mitglied der Parlamentarischen Versammlung des Europarates als Vertreter der rumänischen Delegation. Am 10. Mai 2001 verlieh ihm der rumänische Präsident Ion Iliescu den Nationalorden „Steaua României” (Stern Rumäniens) im Rang eines Ritters.

 

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