Jahresrückblick 2025: Eine Reise durch Kultur, Technik und Freiheit
Wir starten in dieses neue Jahr mit der Hoffnung, dass Frieden, Schönheit und Wahrheit einen festen Platz in der Welt und in uns selbst finden. Bevor wir nach vorne schauen, lassen wir heute noch einmal einige der Themen Revue passieren, die uns im vergangenen Jahr besonders begeistert haben.
Ana-Maria Cononovici und Adina Olaru, 15.01.2026, 18:06
Es war ein Jahr voller kultureller Highlights. Wir waren beim 5. Internationalen Filmfestival „Ecoperformance“ im Schiltal (Valea Jiului) dabei, wo Film, Performance und Ökologie auf kreative Weise verschmolzen. Wir haben in der Bukarester Stiftung „Calea Victoriei“ mit Laura Caraman über ihre rumänischen Kimonos gesprochen und mit der Stiftungspräsidentin Sandra Ecobescu über das wachsende Programm vor Ort.
Ein ganz besonderer Stopp führte uns zum „Theaterclub“ in Bukarest. Dort trafen wir den Schauspieler Răzvan Roxin und lernten, dass man auch als „Schauspieler ohne Stimme“ großen Erfolg haben kann. Octavian Iacob, der Regisseur des Films „Liebe ohne Worte“, erzählte uns von seinem Projekt, das Profis und gehörlose Darsteller vor der Kamera vereint:
„Nach dem Erfolg des Kurzfilms, der Nominierung in Cannes und den internationalen Preisen haben wir gemeinsam mit dem Gehörlosenverband beschlossen, daraus einen Spielfilm zu machen. Wir wollten, dass er mehr Menschen erreicht und – warum nicht? – vielleicht auch ein Publikumserfolg wird. Ein untypischer rumänischer Film: ein Liebesfilm ohne Kraftausdrücke, der die sensible Seite und den Multikulturalismus betont. Vor allem aber wollten wir ein Zeichen setzen, dass gehörlose Menschen mitten unter uns sind und unsere Unterstützung und unser Verständnis brauchen. Es ist ein Liebesfilm, aber gleichzeitig ein Thriller – ich hoffe, Sie haben Spaß dabei!“
Auch den technologischen Fortschritt haben wir nicht aus den Augen verloren. Im Juli waren wir an der Küste bei der ersten Ausgabe des „CyberSea Festivals“. Fraga Țariuc, Präsidentin von Women4Cyber, präsentierte uns ein Event, das junge Menschen für Wissenschaft und die Meeresbrise gleichermaßen begeisterte. Wir feierten mit Google Rumänien das 15-jährige Marktjubiläum und trafen auf der KI-Messe „Go-Tech“ in Bukarest den Erfinder der „Smart Guitar“. Doru Alexandru Radu zeigte uns live, was sein Instrument alles kann:
„Das hier ist die erste Ebene, und was Sie hören, ist das Ergebnis: Ich nehme zuerst den Beat auf, dann die Harmonie, und jetzt kann ich über diese Noten spielen, Skalen üben oder ein Solo kreieren. Das ist es, was die SMART-Gitarre macht – zumindest eine ihrer Funktionen. Wir haben Effekte wie Chorus, Delay, Reverb oder Octaver. Es gibt Bluetooth-Konnektivität, wir können Backing-Tracks vom Handy direkt auf die Gitarrenlautsprecher streamen… und dazu Metronom, Tuner, Pedal-Funktionen und so weiter.“
Ein Thema, das uns das ganze Jahr über begleitete, war die Freiheit. Zum 35. Jahrestag der Revolution von 1989 starteten die Geigerin Diana Jipa und der Pianist Ștefan Doniga die Tournee „Weg der Freiheit“. Ein Projekt, das Rumänien den ersten Guinness-Weltrekord für die „schnellste Konzerttournee über alle Kontinente“ einbrachte. Im Oktober begleiteten wir sie erneut, als sie für „Musica Prohibita“ wieder um die Welt reisten.
Ștefan Doniga über die tiefe Bedeutung dieser Reise:
„Diesmal haben wir die Tournee einem sehr ernsten Thema gewidmet: dem 80. Jahrestag des Endes des Holocaust und des Zweiten Weltkriegs. Wir wollten zeigen, dass Kunst nicht nur Unterhaltung ist, sondern Teil der Wahrheit unserer Gesellschaft. Wir haben Werke von Komponisten um die Welt getragen, die verschiedenste Formen der Verfolgung erlitten haben. Symbolisch traten wir in Städten auf, die UN-Standorte sind – als Zeichen für den weltweiten Kampf gegen Unterdrückung.“
Diana Jipa ergänzte dazu:
„Wir waren in Genf, Wien, Nairobi, New York und auch in Brisbane, wo ein Sitz für indigene Völker ist. Mit ‚Musica Prohibita‘ wollten wir jene Komponisten ehren, die von totalitären Regimen unterdrückt wurden. Diese Konzerte wurden mit unglaublicher Empathie und Begeisterung aufgenommen.“
Ebenfalls um die Welt, aber auf zwei Rädern, zog es Gabriel Bota und Rudolf Nyari vom Transilvania-Buchfestival. Inspiriert von Radu Tudorans Roman „Alle Segel setzen!“ radelten sie bis nach Feuerland zum Kap Hoorn – die Bücher des Autors immer im Gepäck.
Und auch die Naturheilkunde kam nicht zu kurz: Wir haben die Renaissance der Apiphytotherapie (Heilung durch Bienenprodukte und Pflanzen) entdeckt und den hohen Nährwert von Kleie neu schätzen gelernt.
Ein ereignisreiches Jahr liegt hinter uns. Und wir versprechen Ihnen: Auch in diesem Jahr werden wir für Sie nach spannenden Themen und inspirierenden Gesprächspartnern suchen.