Der Themenpfad „Răchitova – Feuer, Stein, Zeit“
Die Gemeinde Răchitova im UNESCO-Weltgeopark „Hatzeger Land“ im siebenbürgischen Kreis Hunedoara ist ein neuer Anziehungspunkt für Naturerkundung und Umweltbildung. Von Mai bis September dieses Jahres läuft hier das Projekt „Themenpfad Răchitova – Feuer, Stein, Zeit“. Das Ziel: das einzigartige geologische und kulturelle Naturerbe der Region erlebbar zu machen.
Daniel Onea und Adina Olaru, 21.09.2026, 17:29
Die Gemeinde Răchitova im UNESCO-Weltgeopark „Hatzeger Land“ im siebenbürgischen Kreis Hunedoara ist ein neuer Anziehungspunkt für Naturerkundung und Umweltbildung. Von Mai bis September dieses Jahres läuft hier das Projekt „Themenpfad Răchitova – Feuer, Stein, Zeit“. Das Ziel: das einzigartige geologische und kulturelle Naturerbe der Region erlebbar zu machen.
Entstehen soll ein Lehrpfad rund um den mittelalterlichen Wehrturm der Gemeinde. Der Name des Weges ist dabei Programm und fasst die Geschichte des Ortes zusammen: „Feuer“ steht für die vulkanische Vergangenheit. „Stein“ verweist auf die markante Landschaft und das Baumaterial des alten Turms. Und „Zeit“ schlägt die Brücke von den geologischen Erdzeitaltern hin zur Geschichte der Menschen und der Gegenwart. Projektmanager Dan Horațiu Popa erklärt die Vision hinter der Initiative:
„Der Pfad in Răchitova ist Teil eines breiteren Projekts, durch das der Verein ‚Ressourcenzentrum für lokale Aktion‘ und der UNESCO-Weltgeopark Hatzeger Land einen Raum für Bildung und Besichtigung schaffen wollen. Der Ort passt perfekt, denn in Răchitova ist die Erdgeschichte eng mit der Menschheitsgeschichte verwoben.“
Gut 800 Meter lang wird der Rundweg am Ende sein. Entlang der Strecke sind fünf Stationen mit Informationstafeln und Kunstwerken in der Natur geplant. Über QR-Codes lassen sich zudem digitale Zusatzinformationen aufs Handy laden. Ein Orientierungspunkt für tolle Fotos rundet das Angebot ab.
Ein wichtiger Meilenstein des Projekts war ein kürzlich veranstaltetes Tagescamp. Mehr als 50 Schüler und Lehrer aus der Region nahmen daran teil. Die Jugendlichen untersuchten Bodenproben, Gesteinsarten und die lokale Pflanzenwelt. Zudem sprachen sie über den Klimawandel, Waldbrandrisiken und die historischen Burgen im Hatzeger Land. Anastasia Brăilă, Schülerin der Mittelschule in Sarmizegetusa, war mit dabei und schildert ihre Eindrücke:
„Ich fand es sehr interaktiv und schön. Wir haben etwas über Steine gelernt, ein bisschen Geschichte, über Dinosaurier, über die Zeit, aber auch, wie man sich bei einem Brand verhält. Ich fand, es hat viel Spaß gemacht und ich habe mich sehr wohl gefühlt. Ich empfehle allen, die die Gelegenheit haben, in so ein Camp zu kommen, das auch zu tun, denn es ist ein interaktives Umfeld und man lernt viele neue Dinge.“
Die Ideen und Vorschläge der Schüler aus diesem Camp fließen nun direkt in das Projekt ein. Ergänzt werden sie durch wissenschaftliche Daten, die Studierende und Professoren der Universität Bukarest während ihres Sommerpraktikums vor Ort gesammelt haben. All diese Erkenntnisse werden derzeit in leicht verständliche Texte für die neuen Schautafeln gegossen.
Noch im Laufe dieses Septembers sollen die Arbeiten abgeschlossen werden. Dann steht der Gemeinde und den Schulen ein echtes „Klassenzimmer im Freien“ zur Verfügung – ein Themenpfad, der nicht nur Wissen vermittelt, sondern auch dazu anregen soll, das heimische Erbe zu bewahren und sich respektvoll in der Natur zu bewegen.