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Schutz der Wölfe

Wölfe haben in den Landschaften Rumäniens und der Europäischen Union ein bemerkenswertes Wiederaufleben erlebt, dank des strengen Schutzes, der ihnen 1992 durch die Habitat-Richtlinie gewährt wurde. Mehr über den Schutz bzw. eine mögliche Herabsetzung des Schuztniveaus für Wölfe erfahren Sie in unserem heutigen Beitrag.

Lupi (foto: christels pixabay.com)
Lupi (foto: christels pixabay.com)

und , 07.10.2024, 16:36

Die Wölfe spielen eine Schlüsselrolle bei der Erhaltung der Artenvielfalt und gesunder Ökosysteme. So regulieren sie beispielsweise die Populationen von Rehen oder Wildschweinen, was anderen Tier- und Pflanzenarten zugute kommt, sie wirken als Sanierer der Ökosysteme, zu denen sie gehören, und begrenzen die Verbreitung der Schweinepest. Auf diese Weise können sie den Zustand von Lebensräumen verbessern und zur Wiederherstellung natürlicher Prozesse und damit von Ökosystemen beitragen.

Neben den zahlreichen Vorteilen, die Wölfe mit sich bringen, ist ihre Rückkehr jedoch auch mit Herausforderungen verbunden, insbesondere für Landwirte und Landbesitzer. Da die Wölfe 150 Jahre lang nicht in den europäischen Landschaften vorkamen, wurden das Thema Koexistenz und die notwendigen Maßnahmen für ein sicheres Leben in der Gegenwart der Wölfe nicht berücksichtigt. Heute stellt sich die berechtigte Frage, wie gut diese Maßnahmen von den Beteiligten verstanden und gefördert werden. Wölfe wurden immer wieder verunglimpft, und ihre wichtige Funktion für die Aufrechterhaltung des Gleichgewichts des Ökosystems wurde kaum verstanden, heißt es in einer Pressemitteilung des World Wild Fund Romania. Sobald die Wolfspopulationen nach Europa zurückkehrten, wurden die Wölfe als Bedrohung dargestellt, wobei vergessen wurde, dass sie auch einheimische Bewohner des Kontinents sind. Darüber hinaus haben die meisten EU-Mitgliedsstaaten dem Vorschlag der Europäischen Kommission zugestimmt, den Schutzstatus des Wolfes im Rahmen der Berner Konvention zu reduzieren, sagt Cristian-Remus Papp, Leiter der Abteilung für wildlebende Arten beim WWF-Rumänien.

Die Berner Konvention ist die älteste Konvention, die sich mit dem Schutz und der Erhaltung der biologischen Vielfalt befasst. Sie wurde 1979 verabschiedet, und seit 2002 und 2005 gab es immer wieder Versuche, das Schutzniveau für verschiedene Arten zu senken. Sogar 2022 wurde im Fall des Wolfs eine solche Absenkung versucht, nur die Argumente sprachen gegen eine solche Entscheidung. Letztes Jahr hat die Europäische Kommission eine europaweite Studie in Auftrag gegeben, um herauszufinden, wo wir in Bezug auf die Koexistenz mit Wölfen stehen, was die Hauptursachen für Konflikte sind, wie viele Konflikte es gibt und wie viel Geld als Entschädigung gezahlt wurde. Die Schlussfolgerung war, dass der Wolf keine so große Bedrohung darstellt, wie auf politischer Ebene behauptet wird, d.h. es gibt durchaus Konflikte, vor allem dort, wo keine Maßnahmen zur Verhinderung von Zwischenfällen ergriffen werden. Andererseits sprechen die Zahlen eher für den Wolf, so dass wir keine so radikale Entscheidung treffen sollten.“

Der World Wild Fund Romania ist der Meinung, die Änderung öffne Tür und Tor für die Ausmerzung von Wölfen als falsche Lösung für das Problem der Raubtiere. Dies stehe im Widerspruch zu Europas Verpflichtung, die Artenvielfalt zu schützen und wiederherzustellen. Die Entscheidung wurde getroffen, nachdem Deutschland unerwartet in letzter Minute seine Position von der Enthaltung zur Unterstützung des Vorschlags geändert hatte.

Nach Angaben des World Wild Fund Romania ignorieren die EU-Mitgliedstaaten damit die Forderungen von mehr als 300 zivilgesellschaftlichen Organisationen und Hunderttausenden von Menschen, die sie auffordern, den wissenschaftlichen Empfehlungen zu folgen und ihre Bemühungen zur Förderung der Koexistenz zwischen Menschen und Großraubtieren durch Präventivmaßnahmen zu verstärken.

 

foto: pixabay.com

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