Unterwegs im Măcin-Gebirge
Im Norden der Dobrudscha gelegen, ist das Măcin-Gebirge ein reizvolles Ziel für Wanderfreunde. Es handelt sich um die ältesten Berge Rumäniens. Durch ihre starke Erosion entlang der geologischen Entwicklung erreichen sie heute lediglich die Höhe von sanften Hügeln, weshalb die Wanderwege auch für weniger sportliche Menschen besonders leicht zugänglich sind. Im Frühjahr haben Besucher zudem die Gelegenheit, die Pfingstrosen der Măcin-Berge in voller Blüte zu erleben.
Ștefan Baciu und Sorin Georgescu, 12.05.2026, 17:30
Der Nationalpark Măcin-Gebirge erstreckt sich über mehr als 11 000 Hektar im Norden der Dobrudscha und lässt sich auf 14 Wanderwegen erkunden. Besucher erwarten eindrucksvolle Landschaften, faszinierende geologische Formationen sowie zahlreiche Tier- und Pflanzenarten, von denen einige unter Naturschutz stehen.
Zurzeit blüht in den Măcin-Bergen die rumänische Pfingstrose – Paeonia peregrina Mill. var. Romanica –, eine geschützte Pflanze mit leuchtend roten Blüten. Zu sehen ist sie entlang mehrerer Wanderwege, wie Reiseleiter Dan Staicu berichtet.
„Die Pfingstrose der Măcin-Berge, auch als rumänische Pfingstrose bekannt, gehört zu den spektakulärsten Pflanzen der Norddobrudscha. Diese Blume verwandelt die Landschaft jedes Frühjahr in ein wahres Naturschauspiel. Seit 2022 gilt die Pfingstrose außerdem als Nationalblume Rumäniens und wird jedes Jahr am 15. Mai gefeiert. Bewundern kann man sie auf mehreren Wanderwegen der Măcin-Berge“.
Die 14 Wanderwege des Nationalparks sind von der Stadt Măcin sowie von mehreren umliegenden Ortschaften aus erreichbar. Die Routen gelten als leicht und können in zwei bis drei Stunden bewältigt werden. Unterwegs laden zudem zahlreiche Sehenswürdigkeiten zu einem Zwischenstopp ein. Reiseleiter Dan Staicu mit weiteren Einzelheiten:
„Da es mehrere Wanderwege gibt, unterscheiden sich auch die Ausgangspunkte. Für die Ţuţuiatu-Route kann man beispielsweise sowohl in Luncaviţa als auch in der Gemeinde Greci starten. Die Wege Dealul cu Drum, Cozluk und Dealul Consul beginnen in Greci, während die Route Celic-Alba am Kloster Celic startet. Besucher der Region können ihre Reise außerdem mit Besichtigungen des Klosters Cocoș, des Klosters Celic Dere oder des Klosters Saon verbinden. Sehenswert ist auch die Mestan-Aga-Moschee – die einzige Moschee Rumäniens, die vollständig aus Holz gebaut wurde. Außerdem lohnt sich ein Besuch des Gedenkhauses Panait Cerna oder der römisch-byzantinischen Festung Dinogeția.“
Die Burg Dinogeția liegt rund 15 Kilometer von Măcin entfernt und ist nicht die einzige römische Festung in der Region. Am rechten Donauufer befindet sich auch die Festung Troesmis, einst ein strategischer Stützpunkt der fünften römischen Legion Macedonica. In der Nähe liegt zudem der künstlich entstandene See Lacul Iacobdeal, der sich in einer ehemaligen Granitabbaugrube gebildet hat und gerade durch diese Entstehung einzigartig in Rumänien ist.
Auf den Wanderwegen der Măcin-Berge begegnen Besucher außerdem außergewöhnlichen Felsformationen, die von Wind und Wetter geformt wurden und von den Menschen fantasievolle Namen erhalten haben, erzählt Dan Staicu.
„Erodierte Monolithen findet man auf dem Wanderweg Culmea Pricopanului (Pricopan-Höhe), der in der Stadt Măcin beginnt. Die ‚Hand Gottes‘, die ‚Schildkröte‘ oder auch die sogenannten Dinosauriereier – so nennen Touristen einige der ins Auge stechenden Formationen entlang des Pricopan-Höhenwegs.“
Mit steigenden Temperaturen können Besucher des Nationalparks bei schönem Wetter auch der Dobrudscha-Landschildkröte (Testudo graeca ibera) begegnen – einer geschützten Art, die als Naturdenkmal gilt. Diese Landschildkröte hat sich an die trockenen Lebensräume dieser Region Rumäniens angepasst.