Der katholische Konfessionsunterricht im rumänischen Raum
Der katholische Konfessionsunterricht im rumänischen Raum blickt auf eine jahrhundertelange Geschichte zurück.
Steliu Lambru, 30.03.2026, 22:37
In der Moldau setzte er früher ein und war mit der Präsenz katholischer Bistümer gegen Ende des 13. Jahrhunderts verbunden. In der Walachei gab es Versuche zur römisch-religiösen Organisation, die jedoch der durch die Migrationen des 11. bis 13. Jahrhunderts verursachten Instabilität nicht standhielten. Die Entstehung der Griechisch-Katholischen Kirche in Siebenbürgen gegen Ende des 17. Jahrhunderts bedeutete katholischen Unterricht in rumänischer Sprache, in dem die lateinische Sprache eine zentrale Stellung einnahm. Rodica Miron ist Direktorin des Römisch-Katholischen Kollegs „Sfântul Iosif“ in Bukarest und hat die Bedeutung des Griechisch-Katholizismus für die Entwicklung des katholischen Unterrichtswesens im rumänischen Raum hervorgehoben.
„Zu Beginn des 18. Jahrhunderts wissen wir, dass die Griechisch-Katholische Kirche seit dem Jahr 1698 bestand, als ein Großteil der Orthodoxen aus Siebenbürgen sich mit Rom vereinigte. Seither stellten sie die Frage des Unterrichts nach europäischem Vorbild, mit Methoden, die aus Wien kamen, mit Methoden, die aus dem Westen kamen. Man legte großen Wert auf die Pflege der rumänischen Sprache, das heißt, das Volk sollte verstehen, was es lernte. Natürlich wurde Latein in jeder Schule gelehrt und diente als Brücke zum Westen, zu den höheren Studien, die danach folgen sollten. Wir wissen, dass nach diesem in Siebenbürgen funktionierenden Modell die walachischen Fürsten Șerban Cantacuzino und Constantin Brâncoveanu sich um die Griechische Akademie in Bukarest kümmerten. Wenn in Siebenbürgen die lateinische Sprache stark war, so wurde hier, im Süden, das Altgriechische eingeführt. So begann die Griechische Akademie von Sfântul Sava.“
Obwohl die Wahrnehmung des außerkarpatischen Raums jene einer rumänischen Besiedlung war, bestanden zwischen den beiden rumänischen Ländern große Unterschiede. Und einer dieser Unterschiede war die Präsenz des Katholizismus. In der Moldau war der katholische Einfluss aus Polen stärker ausgeprägt, während in der Walachei der orthodoxe Einfluss aus dem Balkanraum, aus Bulgarien und Serbien, stärker spürbar war. Rodica Miron.
„In der Moldau hatte durch die Mönchsorden der katholische Unterricht bereits begonnen. Dasselbe wollte man gewissermaßen auch in der Walachei oder Valahia. Nur war die Lage hier hinsichtlich des Episkopats etwas schwieriger. Wenn in Siebenbürgen zum Beispiel dank des Habsburgerreiches die Schule einen Aufschwung nehmen konnte – und sogar jene in rumänischer Sprache durch die Unierten, durch die Griechisch-Katholiken –, so waren die Dinge in der Walachei schwerer zu bewerkstelligen. In der Zwischenzeit hatte auch die Orthodoxe Kirche an Aufschwung gewonnen, die diese Öffnung zum Westen hin stets als etwas nicht ganz Gutes betrachtete, als eine Form des Proselytismus. So legte sie der Ausbreitung der katholischen religiösen Kongregationen bei der Gründung von Schulen mehr oder weniger Hindernisse in den Weg. Dennoch wurde neben jeder Pfarrei Unterricht erteilt.“
Doch das 19. Jahrhundert sollte große Veränderungen in der rumänischen Gesellschaft bringen. Die modernen Ideen, die Europäisierung und die Abkehr vom durch das Osmanische Reich ausgeübten orientalischen Einfluss führten zur Annäherung an die westliche Welt. Die großen politischen Umwälzungen auf dem europäischen Kontinent während der Napoleonischen Kriege und die veränderte Wahrnehmung alter Regierungspraktiken ließen die Rumänen nach anderen Lebens- und Bildungsmodellen streben. Wenige Jahre vor der Revolution von 1821 – dem ersten Jahr jenes Jahrhunderts, das eine bedeutende Statusveränderung der Rumänischen Fürstentümer herbeiführen sollte – wurde die erste katholische Schule in Bukarest eröffnet. Rodica Miron:
„Und so befinden wir uns im Jahr 1816, einem bedeutenden Jahr, einem historischen Knotenpunkt. Einerseits waren die Phanarioten-Fürsten der Hohen Pforte unerwünscht geworden, die sich überzeugt hatte, dass diese nicht mehr ganz aufrichtig waren, und ihnen daher kein so großes Vertrauen mehr entgegenbrachte. Andererseits hatten die Rumänen genug von ihnen – sowohl jene aus der Moldau als auch jene hier aus der Walachei – und strebten nach etwas anderem. Und so wurden unter den Bedingungen, in denen die Bukarester Elite eine westliche Schule anstrebte, hier die Voraussetzungen geschaffen, um den Mönchen, die sich hier befanden, zu helfen – man half den Bischöfen von Cioplea, eine Schule zu eröffnen. Und es ist das Jahr 1816, in dem dafür die Redemptoristen-Mönche herbeigeholt wurden, eigens in Wien ausgebildet.“
Es war ein modernes Schulmodell, in dem die christliche Lehre gemeinsam mit den Wissenschaften und praktischen Fertigkeiten unterrichtet wurde. Rodica Miron:
„Es gab auch Franziskanermönche, aber diese betrieben nur Katechese. Nun aber bringt der Bischof echte Lehrer, die sich um die Schule kümmern sollen, mit strengen Methoden und einem angemessenen Lehrplan. Die Schule verband Philosophie mit Fremdsprachen und den Wissenschaften, mit Mathematik, mit Topographie. All das wurde also gelehrt, damit hier künftig sowohl ein Ingenieur als auch ein Mechaniker ausgebildet werden konnte. Es wurde nicht nur Katechese betrieben, es gab eine Öffnung – man wollte eine Schule für alle, nicht nur für Katholiken. Es war eine Schule, die von der Katholischen Kirche nach westlichen Normen geführt wurde.“
In den folgenden Jahren sollte das katholische Bildungswesen sich in dem Maße weiterentwickeln, wie die rumänische Gesellschaft auf dem Weg der Modernisierung voranschritt. Die Entstehung des rumänischen Staates im Jahr 1859 bedeutete viel. Und die Gründung von Eliteschulen wie dem Institut Sfânta Maria und dem Lycée Notre Dame de Sion waren natürliche Folgen des Zeitgeists.