Die Via Danubiana im Kreis Teleorman
Der Schutz der biologischen Vielfalt und der sensiblen Lebensräume im Süden Rumäniens bekommt eine völlig neue Dimension. Grund dafür ist der Ausbau der Ökotourismus-Route „Via Danubiana“. Vor Kurzem wurde im Kreis Teleorman ein 110 Kilometer langes Teilstück dieses Weges fertiggestellt. Es verbindet rund 50 natürliche, kulturelle und historische Sehenswürdigkeiten direkt entlang der Donau.
Daniel Onea und Adina Olaru, 20.04.2026, 18:07
Der Schutz der biologischen Vielfalt und der sensiblen Lebensräume im Süden Rumäniens bekommt eine völlig neue Dimension. Grund dafür ist der Ausbau der Ökotourismus-Route „Via Danubiana“. Vor Kurzem wurde im Kreis Teleorman ein 110 Kilometer langes Teilstück dieses Weges fertiggestellt. Es verbindet rund 50 natürliche, kulturelle und historische Sehenswürdigkeiten direkt entlang der Donau.
Da der Fluss zahlreiche Naturschutzgebiete durchquert, legt das Projekt größten Wert darauf, ein striktes Gleichgewicht zwischen dem Naturerlebnis für Besucher und dem reinen Naturschutz zu wahren. Die Initiative setzt voll und ganz auf einen sanften, nicht-invasiven Tourismus. Der Weg ist speziell dafür konzipiert, zu Fuß, mit dem Fahrrad oder vom Wasser aus mit dem Kajak erkundet zu werden. So bleibt der menschliche Fußabdruck im Ökosystem minimal.
Jüngste Erkundungen in der Gegend haben noch einmal unterstrichen, wie wichtig Regionen wie das Naturschutzgebiet rund um den Suhaia-See, das Mikrodelta des Călmățui-Flusses oder das Gebiet zwischen Corabia und Turnu Măgurele für die Ökologie sind. Um den Umweltschutz direkt vor Ort zu verankern, wurden auch die lokalen Gemeinden aktiv mit einbezogen – sie halfen zum Beispiel bei großen Müllsammelaktionen in den Grünanlagen mit.
Die „Via Danubiana“ ist aber viel mehr als nur eine Wanderroute. Sie bietet die Chance, unsere Beziehung zur Donau völlig neu zu entdecken. Ein Ort, an dem die Artenvielfalt und das kulturelle Erbe erst dann einen echten Mehrwert für die Menschen vor Ort schaffen, wenn sie voll und ganz respektiert werden. Das erklärt auch Doru Mitrana, der Vorsitzende der Umweltorganisation MaiMultVerde:
„Wenn wir über das Naturerbe sprechen, war die reiche Natur entlang der Donau wohl unsere größte Inspirationsquelle hier im Kreis Teleorman. Es gibt hier nicht weniger als fünf Schutzgebiete von gemeinschaftlicher oder sogar überregionaler Bedeutung. Für all diese Naturschätze gibt es unzählige Touristen – aus dem In- und Ausland –, die gerne bereit wären, für einen Besuch zu bezahlen. Wir wollen diese Besucher natürlich anlocken, aber es ist absolut entscheidend, dass dieser Tourismus verantwortungsvoll abläuft, ohne die Umwelt zu zerstören.
Die vielleicht schönste Überraschung während unserer Planungsphase war übrigens eine Entdeckung im Kreismuseum: Dort gibt es einen römischen Reiterhelm. Wir hoffen sehr, dass wir eine Nachbildung dieses Helms anfertigen können, um sie als Souvenir anzubieten. So wie alle großen Städte ihre eigenen, typischen Andenken haben, glauben wir, dass solche römischen Helme ein tolles Aushängeschild für den Kreis Teleorman sein könnten.“
Um die Via Danubiana in Zukunft noch weiter auszubauen, haben die Initiatoren klare Pläne: Sie wollen neue Partner aus der Privatwirtschaft gewinnen und das Projekt in staatliche Umwelt- und Regionalentwicklungsprogramme sowie in europäische Fördertöpfe integrieren.
Durch diese weitreichenden Schritte ist die Via Danubiana längst nicht mehr nur ein touristischer Ausflugsort, sondern ein aktives Werkzeug für den Naturschutz geworden. Ob die Initiative langfristig erfolgreich ist, wird sich an einem entscheidenden Punkt zeigen: Nämlich daran, ob es gelingt, diese empfindlichen Ökosysteme dauerhaft intakt zu halten – und so in der Praxis zu beweisen, dass die Entwicklung einer Region und der Schutz der Umwelt wunderbar im Einklang miteinander stehen können.