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Bürger für saubere Luft

Dicke Luft im Klassenzimmer? In Bukarest gehen jetzt Schülerinnen und Schüler selbst gegen die städtische Luftverschmutzung vor. Das Umwelt-Projekt ‚Bürger für saubere Luft‘ bringt Messgeräte direkt auf die Schulhöfe und in die Klassenräume. Wie aus Kindern echte Umwelt-Pioniere werden und warum die gesammelten Daten bald auf den Schreibtischen der Bürgermeister landen, hören Sie im folgenden Beitrag.

Sursa foto: ecopolis.org
Sursa foto: ecopolis.org

und , 23.03.2026, 18:22

Umweltbildung und die Überwachung der Luftqualität rücken an Bukarester Schulen zunehmend in den Fokus – möglich macht das das Projekt „Bürger für saubere Luft“, eine Initiative des Vereins Ecopolis. Die neueste Phase des Programms trägt den Titel „Bürger für saubere Luft – in deiner Schule“ und bringt die Mess-Infrastruktur direkt auf die Schulhöfe und in die Klassenzimmer. Das Projekt zielt darauf ab, Schüler, Lehrkräfte und die gesamte Gemeinschaft in konkrete Aktionen für eine gesündere Umwelt einzubinden. Es bietet Zugang zu Echtzeitdaten über die Luftqualität und organisiert dazu passende Bildungsworkshops.

Oana Neneciu, Geschäftsführerin von Ecopolis, erklärt, wie dieser Ansatz in den ausgewählten Schulen in der Praxis funktioniert.

„Wir gehen an fünf Bukarester Schulen, die wir nach einem Bewerbungsverfahren ausgewählt haben. Es war sehr interessant, dass sich enorm viele Schulen gemeldet haben. Diese fünf ausgewählten wollen wir zu einer Art Pionierschulen im Kampf gegen die Umweltverschmutzung machen. Es sind Schulen im Zentrum, die recht nah beieinander liegen, damit wir die Entwicklung dort über die Zeit gut beobachten können. Wir installieren Außen- und Innensensoren, mit denen wir auch die Luft direkt in den Klassenzimmern messen. Wir veranstalten Workshops mit den Kindern und stellen Schilder auf mit der Aufschrift: ‚Motor abstellen‘. Wir haben altersgerechte Workshops entwickelt – für die Grundschule, die Mittelstufe und die Oberstufe – um die Schüler für diesen Kampf zu aktivieren. Zuerst lernen sie etwas über die Ursachen von Umweltverschmutzung, wie wir sie messen und was wir selbst dagegen tun können. Danach arbeiten wir meistens viel mit spielerischen Methoden und Materialien, durch die sie diese Dinge selbst entdecken, oder wir organisieren richtige Kampagnen mit den Älteren. Wir versuchen, ihnen den Gedanken zu vermitteln, dass auch sie an ihrer Schule etwas verändern können: Sie können Plakate gestalten, sich informieren, ihre Mitschüler und Lehrkräfte sensibilisieren und so weiter.“

Die Initiative ist in den letzten Jahren stetig gewachsen. Bisher hat das Programm rund 60 Schulen in Bukarest erreicht, und die Organisatoren planen, das Projekt demnächst auch auf den angrenzenden Kreis Ilfov auszuweiten. Oana Neneciu erklärt, wie der Auswahlprozess für die neuen teilnehmenden Schulen ablief.

„Wir haben einen Aufruf gestartet, nur eine einzige E-Mail verschickt, und innerhalb von zwei Wochen haben sich 24 Schulen angemeldet. Wir haben uns dann angeschaut, ob sie in der Vergangenheit schon einmal Umweltaktionen durchgeführt haben, ob sie motiviert sind und ob die jeweilige Schulleitung bereit ist, uns aufzunehmen – dass wir dort Dinge installieren und den Alltag vielleicht auch ein bisschen stören. Wir haben uns die Standorte sehr genau angesehen: Wir wollten, dass sie einerseits gruppiert sind, aber andererseits in verschiedenen Bezirken liegen. Und ja, fürs Erste mussten wir uns für fünf entscheiden, denn genau dafür reicht aktuell unser Budget. Der Standort ist auch deshalb so wichtig, weil wir sicherstellen wollen, dass wir am Ende verlässliche Daten haben, mit denen wir auch wirklich weiterarbeiten können. Nach den Messungen wollen wir nämlich mit konkreten Plänen zu den Bezirksämtern gehen und ihnen systematisch aufzeigen, wie sie diese Zonen umgestalten könnten.“

Die Daten, die über die in den Schulen installierten Sensoren gesammelt werden, dienen als direkte Grundlage für administrative Aktionspläne. Das übergeordnete Ziel des Vereins ist es, den Bezirksrathäusern diese Ergebnisse zu präsentieren – zusammen mit systematischen Lösungen, um die Luftqualität und die städtische Infrastruktur im direkten Umfeld der Schulen nachhaltig zu verbessern.

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