Nachrichten 03.08.2026
Die wichtigsten Meldungen des Tages
Newsroom und Alex Sterescu, 03.08.2026, 18:34
PNRR: Rumäniens Präsident Nicușor Dan will noch in dieser Woche mehrere Gesetze unterzeichnen, die für die Umsetzung des europäischen Aufbauplans PNRR wichtig sind. Das hat der Präsident angekündigt. Die Gesetze waren in der vergangenen Woche vom Parlament in einer Sondersitzung verabschiedet worden. Seit Montag tagt das Parlament erneut in einer außerordentlichen Sitzung. Dabei sollen weitere Gesetze beschlossen werden. Sie sollen dazu beitragen, dass Rumänien seine Verpflichtungen im Rahmen des europäischen Aufbau- und Resilienzplans erfüllt.
Im Abgeordnetenhaus steht unter anderem ein neuer Gesetzentwurf zur Integrität von Amtsträgern auf der Tagesordnung. Auch weitere Gesetzesinitiativen sollen beraten werden. Im Senat geht es unter anderem um die nationale Strategie zur Erhaltung der biologischen Vielfalt. Der dazugehörige Aktionsplan soll für die Jahre 2026 bis 2030 gelten. Der Gesetzentwurf übernimmt wesentliche Inhalte einer Regierungsentscheidung, die vor wenigen Tagen zurückgezogen worden war.
Erneut beraten werden sollen auch Änderungen des Integritätsrechts. Ein entsprechender Gesetzentwurf hatte bei der Schlussabstimmung nicht die notwendige Mehrheit erhalten. Streit gab es vor allem über einen Änderungsantrag der Sozialdemokraten. Dieser wurde von der USR und von einem Teil der Liberalen entschieden abgelehnt.
Bei den PNRR-Vorhaben, deren Frist Ende August ausläuft, ist nach Angaben der rumänischen Behörden inzwischen nur noch ein wichtiges Gesetz offen. Es geht um die Regelung der Besoldung. Eine politische Einigung über den Gesetzentwurf gibt es bislang nicht.
Rating: Die Ratingagentur Fitch hat die Kreditwürdigkeit Rumäniens bestätigt. Die Bonitätsnote bleibt bei BBB-. Der Ausblick ist allerdings weiterhin negativ. Damit befindet sich Rumänien auf der niedrigsten Stufe des sogenannten Investment-Grade-Bereichs. Eine weitere Herabstufung würde bedeuten, dass rumänische Staatsanleihen als spekulative Anlagen eingestuft werden. In der Finanzwelt wird dieser Bereich häufig als „Junk“-Kategorie bezeichnet.
Fitch warnt vor allem vor den Folgen eines möglichen Scheiterns der Maßnahmen zur Sanierung des rumänischen Staatshaushalts. Sollten die angekündigten Reformen nicht umgesetzt werden, könnte die Ratingagentur die Bewertung erneut überprüfen. Als weiteres Risiko nennt Fitch die politische Unsicherheit in Rumänien. Auch das hohe Defizit in der Leistungsbilanz bleibt nach Einschätzung der Agentur ein Problem.
Positiv bewertet Fitch dagegen die Unterstützung durch die Europäische Union. Die europäischen Finanzmittel tragen nach Einschätzung der Agentur dazu bei, die wirtschaftliche Lage Rumäniens zu stabilisieren.
Dürre: Die rumänischen Behörden kämpfen mit den Folgen der anhaltenden Trockenheit. An der Donau wurde ein Felsen in der Nähe des Bala-Arms gesprengt. Nach Angaben von Verteidigungsminister Radu Miruță wurden dafür 180 Kilogramm Sprengstoff eingesetzt. Mit der Maßnahme soll der Wasserfluss der Donau neu verteilt werden. Die Behörden wollen vor allem sicherstellen, dass ausreichend Wasser in Richtung des Atomkraftwerks Cernavodă gelangt.
Das Kraftwerk liegt im Südosten Rumäniens. Derzeit ist dort nur noch Reaktor 2 in Betrieb. Wegen des niedrigen Wasserstands besteht die Gefahr, dass der Betrieb des Reaktors beeinträchtigt werden könnte. Die rumänischen Behörden haben deshalb am Montag ihre Notfallmaßnahmen an der Donau fortgesetzt. Ziel ist es, den Wasserstand beziehungsweise den Zufluss in Richtung des Kraftwerks zu erhöhen.
Nach Angaben des Verteidigungsministers war die Beseitigung des Felsens unabhängig von den möglichen Auswirkungen auf das Atomkraftwerk notwendig. Sie sei auch für die Schifffahrt wichtig. Außerdem soll dadurch die Ausbaggerung des alten Donauverlaufs erleichtert werden.
Energiekrise: Die niedrigen Wasserstände stellen auch die rumänische Energiewirtschaft vor zusätzliche Herausforderungen. Der kommissarische Ministerpräsident Ilie Bolojan und Fachleute des Energieministeriums beraten deshalb mit Vertretern großer Industrieunternehmen über mögliche Einsparungen beim Stromverbrauch. Dabei geht es um freiwillige Maßnahmen. Unternehmen könnten ihren Energieverbrauch während des gesamten Augusts reduzieren. In Rumänien gilt wegen der angespannten Lage weiterhin ein Energiewarnzustand.
Abitur: Heute beginnt in Rumänien die zweite Prüfungsrunde des diesjährigen Abiturs. Zum Auftakt müssen die Schülerinnen und Schüler ihre mündlichen Kenntnisse in rumänischer Sprache nachweisen. Mehr als 33 000 Kandidaten haben sich für diese Prüfungsrunde angemeldet. Darunter sind Jugendliche und junge Erwachsene, die das Abitur bei der ersten Prüfung im Juni und Juli nicht bestanden haben. Andere Kandidaten wiederholen lediglich einzelne Prüfungen. Sie waren in bestimmten Fächern bereits in früheren Jahren durchgefallen.
Die Prüfungen zur Bewertung der Kompetenzen werden in dieser Woche fortgesetzt. Danach folgen die schriftlichen Prüfungen. Die endgültigen Ergebnisse sollen am 24. August veröffentlicht werden. Zuvor müssen die Einsprüche bearbeitet werden. Bei der ersten Abiturprüfung in diesem Jahr hatten 77 Prozent der Kandidaten das Abitur bestanden.
Filmfestival: Der rumänische Film „Kontinental ’25“ von Regisseur Radu Jude wird Rumänien bei einem internationalen Filmfestival in der Ukraine vertreten. Das Festival „Films by Our Neighbours“, auf Ukrainisch „Kino Susidiv“, findet vom 5. bis zum 9. August in Uschhorod statt. Im Mittelpunkt steht das Kino aus den Nachbarländern der Ukraine und aus der weiteren Region. Gezeigt werden unter anderem Filme aus Rumänien, Ungarn, der Slowakei, Polen, Tschechien und Österreich. Das rumänische Kulturinstitut unterstützt die Teilnahme von „Kontinental ’25“. Der Film soll während des Festivals dreimal gezeigt werden. Weitere Vorführungen sind in Lwiw und Tscherniwzi (Czernowitz) geplant.
„Kontinental ’25“ wurde bereits international ausgezeichnet. Bei den Berliner Filmfestspielen 2025 erhielt Radu Jude den Silbernen Bären für das beste Drehbuch. Der Film erzählt die Geschichte von Orsolya, einer Gerichtsvollzieherin aus Cluj (Klausenburg). Sie wird mit den Folgen einer Zwangsräumung konfrontiert. Im Mittelpunkt stehen soziale und wirtschaftliche Probleme. Der Film beschäftigt sich unter anderem mit der Wohnungskrise und den Veränderungen der rumänischen Gesellschaft nach dem Ende des Sozialismus. Auch der zunehmende Nationalismus wird thematisiert.
Wetter: In Rumänien bleibt die Hitzewelle bestehen. Eine neue Hitzewarnung gilt zunächst bis Dienstagmorgen. Für den Westen und Nordwesten des Landes wurde zusätzlich die höchste Warnstufe ausgegeben. Dort werden besonders hohe Temperaturen erwartet. Die Behörden warnen vor einer anhaltenden starken Belastung durch die Hitze. Das Gesundheitsministerium hat deshalb Aktionspläne für die kommenden Tage aktiviert. Die Rettungsdienste sollen dort verstärkt werden, wo die Zahl der Notrufe deutlich steigt. Auch die medizinischen Einrichtungen müssen ihre Kapazitäten überprüfen. Dazu gehören die Versorgung mit Notfallmedikamenten und die Vorbereitung auf hitzebedingte Erkrankungen. Die Höchsttemperaturen liegen heute zwischen 33 und 40 Grad Celsius. In Bukarest werden 34 Grad und viel Sonnenschein erwartet.