Ambrosia: Eine Gefahr für die öffentliche Gesundheit
In der warmen Jahreszeit hat sich die Ambrosia im städtischen Raum zu einem der größten Umwelt- und Gesundheitsprobleme entwickelt. Obwohl sie in Europa seit über einem Jahrhundert heimisch ist, werden ihre Auswirkungen in den letzten Jahren immer stärker spürbar, da die Pflanze ihr Territorium stetig ausweitet.
Daniel Onea und Adina Olaru, 07.09.2026, 17:50
In der warmen Jahreszeit hat sich die Ambrosia im städtischen Raum zu einem der größten Umwelt- und Gesundheitsprobleme entwickelt. Obwohl sie in Europa seit über einem Jahrhundert heimisch ist, werden ihre Auswirkungen in den letzten Jahren immer stärker spürbar, da die Pflanze ihr Territorium stetig ausweitet.
Der Landschaftsingenieur Bogdan Mihalache erklärt den Ursprung dieser invasiven Art und wie sie auf den europäischen Kontinent gelangte.
„Ambrosia, mit lateinischem Namen Ambrosia artemisiifolia, stammt ursprünglich aus Nordamerika. In Europa gab es sie bis Ende des 19. Jahrhunderts nicht. Eingeschleppt wurde sie, wie die meisten nicht heimischen Pflanzen, über Getreidelieferungen. Sie hat sich sehr schnell ausgebreitet und hier sogar bessere Bedingungen vorgefunden als in ihrer Heimat. Nach Rumänien kam sie Anfang des 20. Jahrhunderts – die erste offizielle Erwähnung stammt aus Orșova im Jahr 1910. Die Wahrheit ist: Menschen waren schon immer gegen irgendetwas allergisch, vor allem gegen Pollen. Nur haben sie die Symptome oft ignoriert und wussten nicht, woher sie kommen könnten. Damals beschränkte sich der invasive Charakter der Ambrosia noch auf landwirtschaftliche Flächen. Mit der Intensivierung der Landwirtschaft im 20. Jahrhundert und der Aufgabe vieler Flächen, die brachfielen, hat dieses Unkraut massiv profitiert. So konnte sie sich nicht nur auf verlassenen Grundstücken, sondern auch in den Städten rasant vermehren.“
Gedeihte die Pflanze früher also hauptsächlich auf dem Land, so hat sie heute den urbanen Raum erobert. Das Unkraut wächst hervorragend auf Brachflächen oder Schuttplätzen. Seine flachen Wurzeln helfen ihm dabei, sich selbst in kargen und sandigen Böden gut zu verankern. Abgesehen von dieser bemerkenswerten Anpassungsfähigkeit ist es aber vor allem die städtische Luftqualität, die die Ambrosia zu einer echten Gefahr macht, betont Landschaftsingenieur Bogdan Mihalache.
„Das städtische Umfeld ist für sie besonders günstig. Die starke Luftverschmutzung und der Klimawandel verstärken die Wirkung der Pollen und machen sie deutlich aggressiver. Es wachsen nicht nur mehr Pflanzen, es wird auch mehr Pollen produziert. Das führt zu einem massiven Anstieg allergischer Reaktionen in den Monaten August und September.“
Die Auswirkungen auf die öffentliche Gesundheit sind gravierend, denn Ambrosia-Pollen gelten als einer der aggressivsten bekannten Allergieauslöser. Bei empfindlichen Personen lösen sie komplexe Atemwegserkrankungen aus – von allergischem Schnupfen und Bindehautentzündung bis hin zu schweren Asthmaanfällen. Verschärft wird das Problem durch die Biologie der Pflanze selbst: Ein einziges ausgewachsenes Exemplar kann in nur einer Saison bis zu einer Milliarde Pollenkörner an die Luft abgeben. Und diese mikroskopisch kleinen Partikel können von Luftströmungen über Hunderte von Kilometern getragen werden. Deshalb hat die Ausbreitung der Ambrosia längst nationale Grenzen überschritten und ist zu einer ökologischen Herausforderung für ganz Europa geworden.
Um dem Vormarsch dieses Unkrauts Einhalt zu gebieten, raten Fachleute dazu, innerstädtische Brachflächen regelmäßig zu säubern und degradierte Böden fachgerecht zu pflegen. Die einfachste und wirksamste Maßnahme, um schweren Allergien vorzubeugen, bleibt jedoch das frühzeitige Erkennen und das Herausreißen der Pflanze noch vor ihrer Blütezeit im Sommer.