RRI Live!

Hören Sie Radio Rumänien International Live

Dezemberrevolution: Militärstaatsanwaltschaft rollt Verfahren neu auf

In Rumänien hat die Militärstaatsanwaltschaft in der Strafakte zur Revolution von 1989 das Strafverfahren gegen Unbekannt erweitert. Die Anklage lautet auf Verbrechen gegen die Menschlichkeit.

Dezemberrevolution: Militärstaatsanwaltschaft rollt Verfahren neu auf
Dezemberrevolution: Militärstaatsanwaltschaft rollt Verfahren neu auf

, 03.11.2016, 15:00

Fast 27 Jahre nach dem Fall des Ceauşescu-Regimes haben die Staatsanwälte der Militärstaatanwaltschaft im Verfahren zur Revolution von 1989“ die Strafanzeige gegen Unbekannt erweitert. Die Anklage bezieht sich auf Verbrechen gegen die Menschlichkeit und die nach dem 22. Dezember 1989 begangenen Taten. Der bewaffnete Konflikt, der in jenen Tagen in zahlreichen Ortschaften des Landes stattfand, lässt auf einen vorsätzlichen Plan schließen. Damit wollten die neuen Anführer die Macht ergreifen und ihrer Position Legitimität verleihen, heißt es in der Mitteilung der Staatsanwaltschaft, die von Staatsanwalt Marian Lazăr vorgetragen wurde.



Aus dieser Strafakte geht hervor, dass die neue politische und militärische Führung des Landes nach dem 22. Dezember 1989 durch die angeordneten Maßnahmen die Tötung, Verletzung durch Schusswunden und die Beeinträchtigung der psychischen und körperlichen Gesundheit, bzw. die Freiheitsberaubung einer hohen Anzahl von Personen veranlasst hat. Das Ziel war es, die Machtposition zu behalten. Es sind die typischen Merkmale für die Einordnung in die Kategorie Verbrechen gegen die Menschlichkeit.“



Die Tatsachen lassen auf eine vorsätzlich geplante Aktion schließen. Dabei habe man laut den Vermutungen der Staatsanwaltschaft Konfusion in den Reihen des Militärs verbreiten wollen. Die ranghohen Vertreter des Verteidigungsministeriums seien dafür gegeneinander ausgespielt worden, außerdem hätten die Drahtzieher falsche Anordnungen, Berichte und Informationen verbreitet, die Bevölkerung auf die Straße gelockt und mit Waffen ausgestattet, um einen scheinbaren Bürgerkrieg zu schaffen. Darin sollten Einheiten des Verteidigungsministeriums sich untereinander oder Einheiten des Innenministeriums bekämpfen und so die Machtergreifung und die Legitimität der neuen Anführer ermöglichen.



Für das Erreichen dieser Ziele habe man das öffentlich-rechtliche Fernsehen benutzt, das alarmistische und manchmal falsche Berichterstattung sendete. Ferner seien Telephonanschlüsse abgeschnitten und ehemalige Militärkader an die Spitze der strategischen Ministerie befördert worden. Diese sollten offenbar der neuen politischen und militärischen Führung treu dienen.



Als Folge entstand ein psychologischer Medienkrieg, der zahlreiche menschliche Opfer forderte, heißt es weiter in der Mitteilung der Staatsanwaltschaft. Laut einem Arbeitspapier der Militärabteilung der Staatsanwaltschaft am Obersten Gerichtshof seien 800 von den insgesamt 1200 Opfern der Ereignisse vom Dezember 1989 nach dem 22. Dezember gestorben, also nach dem Sturz des Regimes. Ferner gab es über 5000 Verletzte, einige Tausend Personen wurden illegal ihrer Freiheit beraubt und einer unmenschlichen Behandlung unterzogen.



Die Wiederaufnahme des Strafverfahrens in der Akte zur Revolution erfolgt einige Monate nachdem der interimistische Oberstaatsanwalt Bogdan Licu dies gefordert hatte. Er sagte, die Einstellung des Verfahrens im Oktober 2015 sei unbegründet und illegal gewesen. Das damals beschlossene Strafmaß sei falsch, sagte Licu ferner. Die Revolutionsakte hatte mehrere Urteile gegen Rumänien am Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte nach sich gezogen.

Interimistischer Arbeitsminister Dragoș Pîslaru (Foto: gov.ro)
RRI Aktuell Donnerstag, 01 Oktober 2026

Aufbau- und Resilienzplan (PNRR): der letzte Zahlungsantrag

Rumänien hat am Mittwoch offiziell den letzten Zahlungsantrag aus dem Nationalen Aufbau- und Resilienzplan (PNRR) bei der Europäischen Kommission eing…

Aufbau- und Resilienzplan (PNRR): der letzte Zahlungsantrag
Guvernul Mureșan a picat la vot
RRI Aktuell Donnerstag, 01 Oktober 2026

Die Regierung Siegfried Mureşan wurde vom Parlament abgelehnt

Von den insgesamt 464 Parlamentariern waren 321 bei der Sitzung anwesend. Von den 197 gültig abgegebenen Stimmen entfielen 182 auf „dafür“ und 15 auf …

Die Regierung Siegfried Mureşan wurde vom Parlament abgelehnt
Foto: pixabay.com
RRI Aktuell Mittwoch, 30 September 2026

Călin Georgescu in Untersuchungshaft genommen

Călin Georgescu, ein ehemaliger Kandidat für das rumänische Präsidentenamt – der als prorussisch gilt –, wurde am Dienstag für 30 Tage in Untersuchung…

Călin Georgescu in Untersuchungshaft genommen
Організація економічного співробітництва та розвитку (ОЕСР)
RRI Aktuell Mittwoch, 30 September 2026

OECD-Bericht über Rumänien

Rumänien hat einen der niedrigsten Anteile an Hochschulabsolventen unter den OECD-Ländern, während die öffentlichen Investitionen in Bildung weiterhin…

OECD-Bericht über Rumänien
RRI Aktuell Dienstag, 29 September 2026

Rumänien beteiligt sich an EU-Verteidigungsprogrammen

Der Rat der Europäischen Union hat die ersten fünf europäischen Projekte von gemeinsamem Interesse im Bereich Verteidigung genehmigt. Diese können nun…

Rumänien beteiligt sich an EU-Verteidigungsprogrammen
RRI Aktuell Montag, 28 September 2026

Brüssel: EU-Mitgliedstaaten sollen Erdgas- und Stromverbrauch drosseln

Der EU-Kommissar für Energie, Dan Jørgensen, hat die zuständigen Minister der Mitgliedstaaten in einem Schreiben zu entsprechenden Maßnahmen aufgerufe…

Brüssel: EU-Mitgliedstaaten sollen Erdgas- und Stromverbrauch drosseln
RRI Aktuell Montag, 28 September 2026

Haushaltsdefizit Rumäniens ist gesunken

In Rumänien schloss die Ausführung des konsolidierten Gesamthaushalts in den ersten acht Monaten des Jahres mit einem Defizit von rund 60 Milliarden L…

Haushaltsdefizit Rumäniens ist gesunken
RRI Aktuell Freitag, 25 September 2026

Bericht von Standard & Poor’s wird erwartet

Der liberale Interims-Premierminister Ilie Bolojan erörterte mit einer Delegation der internationalen Finanzratingagentur Standard & Poor’s in Buk…

Bericht von Standard & Poor’s wird erwartet

Partner

Muzeul Național al Țăranului Român Muzeul Național al Țăranului Român
Liga Studentilor Romani din Strainatate - LSRS Liga Studentilor Romani din Strainatate - LSRS
Modernism | The Leading Romanian Art Magazine Online Modernism | The Leading Romanian Art Magazine Online
Institului European din România Institului European din România
Institutul Francez din România – Bucureşti Institutul Francez din România – Bucureşti
Muzeul Național de Artă al României Muzeul Național de Artă al României
Le petit Journal Le petit Journal
Radio Prague International Radio Prague International
Muzeul Național de Istorie a României Muzeul Național de Istorie a României
ARCUB ARCUB
Radio Canada International Radio Canada International
Muzeul Național al Satului „Dimitrie Gusti” Muzeul Național al Satului „Dimitrie Gusti”
SWI swissinfo.ch SWI swissinfo.ch
UBB Radio ONLINE UBB Radio ONLINE
Strona główna - English Section - polskieradio.pl Strona główna - English Section - polskieradio.pl
creart - Centrul de Creație Artă și Tradiție al Municipiului Bucuresti creart - Centrul de Creație Artă și Tradiție al Municipiului Bucuresti
italradio italradio
Institutul Confucius Institutul Confucius
BUCPRESS - știri din Cernăuți BUCPRESS - știri din Cernăuți

Mitgliedschaften

Euranet Plus Euranet Plus
AIB | the trade association for international broadcasters AIB | the trade association for international broadcasters
Digital Radio Mondiale Digital Radio Mondiale
News and current affairs from Germany and around the world News and current affairs from Germany and around the world
Comunità radiotelevisiva italofona Comunità radiotelevisiva italofona

Provider

RADIOCOM RADIOCOM
Zeno Media - The Everything Audio Company Zeno Media - The Everything Audio Company