RRI Live!

Hören Sie Radio Rumänien International Live

Kein Rechtsstaat, kein Geld von der EU

Das Europäische Parlament hat den Vorschlag der Europäischen Kommission für eine Verordnung verabschiedet, nach der die EU-Mitgliedsstaaten ohne europäische Mittel bleiben können, wenn sie die Rechtsstaatlichkeit gefährden.

Kein Rechtsstaat, kein Geld von der EU
Kein Rechtsstaat, kein Geld von der EU

, 18.01.2019, 17:26

Mit gro‎ßer Mehrheit stimmte der europäische Gesetzgeber dem Vorschlag der Europäischen Kommission für eine Verordnung zu, wonach ein Land der Union ohne europäische Gelder bleiben kann, wenn die dortigen Behörden die Rechtsstaatlichkeit gefährden. Eine solche Ma‎ßnahme wurde vor dem Hintergrund der autoritären Vorgehensweise der konservativen ungarischen und polnischen Regierung eindringlich verlangt. Doch auch die Regierung und die Mehrheit in Bukarest wurden zum Ziel scharfer Kritik der europäischen Institutionen und der Mehrheit der Europaabgeordneten – sie sehen Teile der Änderungen am Justiz- und Strafrecht als Abweichungen von der Rechtsstaatlichkeit. Auch die Versuche, einen Wechsel an der Spitze der Staatsanwaltschaften durchzusetzen und das unverhältnismä‎ßige Eingreifen der Polizei bei der gro‎ßen Protestkundgebung gegen die Regierung im August gelten in Brüssel als umstritten.



Der Verordnungsvorschlag gilt für alle Mitgliedstaaten. Demnach soll die Europäische Kommission gemeinsam mit einem unabhängigen Expertengremium feststellen, ob ein Mitgliedstaat die Rechtsstaatlichkeit gefährdet, indem er ins Gerichtswesen interveniert oder Ma‎ßnahmen gegen Betrug und Korruption unterlässt. Die Kommission wird dann Strafma‎ßnahmen vorschlagen, je nach Schwere der Verstö‎ße gegen die Rechtsstaatlichkeit – vorstellbar sind entweder die Kürzung oder das Einfrieren von Zahlungen der Europäischen Union an diesen Mitgliedstaat. Die Entscheidung muss vom Parlament und vom Ministerrat genehmigt werden. Das betreffende Land ist verpflichtet, die Zahlungen an die Empfänger der europäischen Fonds aus seinem Staatshaushalt fortzusetzen, wenn das Geld der Union gesperrt ist.



Der rumänische Europaabgeordnete Marian-Jean Marinescu hat für den Vorschlag gestimmt, sagt jedoch, dass er verbessert werden muss: „Es ist schwer für eine Ma‎ßnahme zu stimmen, die Auswirkungen auf das eigene Land haben könnte. Gleichzeitig muss man sich jedoch an einige Grundsätze halten. Es ist offensichtlich, dass der Umgang mit europäischem Geld unbedingt alle Regeln einhalten muss, und wenn Schwächen in der Rechtsstaatlichkeit bestehen, kann dies natürlich auch Auswirkungen auf den Haushalt haben. Und deshalb denke ich, dass am Ende eine solche Regelung existieren muss, aber sie muss verbessert werden, also in der Form angepasst werden. Wie überall muss zwischen Strafe und Tat eine Verhältnismä‎ßigkeit bestehen,“ sagt der Politiker.



Die ALDE-Abgeordnete Norica Nicolai lehnte den Vorschlag ab: „Bei der gro‎ßen Mehrheit der neuen Mitglieder, aber auch bei Spanien, Portugal und Italien besteht die Befürchtung, dass sie aufgrund des Vorgehens ihrer Regierungen einer willkürlichen Ma‎ßnahme der Kommission unterworfen werden – also der Aussetzung von Zahlungen. Es ist inakzeptabel, einen normativen Akt aufzustellen, der keine objektiven Kriterien für die Wertschätzung auferlegt und einige Beamte der Europäischen Kommission damit beauftragt, die Situation eines Versto‎ßes gegen die Rechtsstaatlichkeit ohne Definition und ohne Kriterien zu prüfen,“ kritisierte Nicolai.



Der Weg bis zur Annahme ist kompliziert, die Vorschrift muss von den Staats- und Regierungschefs einstimmig angenommen werden. Der Vorschlag ist im Entwurf des europäischen Haushaltsplans für 2021-2027 enthalten.



Foto: arhiva MApN, Laurențiu Turoi
RRI Aktuell Montag, 27 Juli 2026

Rumänische F-16 schießen Drohnen ab

Rumänien schoss innerhalb von drei Tagen drei Drohnen ab, nachdem diese illegal in den rumänischen Luftraum eingedrungen waren. Die erste Drohne...

Rumänische F-16 schießen Drohnen ab
Indiens Präsidentin Droupadi Murmu und der rumänishe Staatschef Nicuşor Dan (Foto:presidency.ro)
RRI Aktuell Freitag, 24 Juli 2026

Indische Präsidentin auf Staatsbesuch

Rumänien und Indien haben am Donnerstag in Anwesenheit des rumänischen Staatspräsidenten Nicușor Dan und seiner Amtskollegin aus Neu-Delhi,...

Indische Präsidentin auf Staatsbesuch
Fotoquelle: cdep.ro
RRI Aktuell Donnerstag, 23 Juli 2026

Rumänisches Parlament kommt zu Sondersitzung zusammen

Auf der Tagesordnung stehen sechs Gesetzesvorhaben, die als Voraussetzung für die Freigabe weiterer EU-Gelder gelten. Im Mittelpunkt stehen das neue...

Rumänisches Parlament kommt zu Sondersitzung zusammen
Foto: pixabay.com
RRI Aktuell Dienstag, 21 Juli 2026

Erdgasvorhaben Neptun Deep erzielt Fortschritt

Der staatliche Energiekonzern Romgaz und OMV Petrom, der größte integrierte Energieerzeuger Südosteuropas, haben einen wichtigen Meilenstein beim...

Erdgasvorhaben Neptun Deep erzielt Fortschritt
RRI Aktuell Donnerstag, 16 Juli 2026

Gipfel in Kiew: Südosteuropa bekräftigt Unterstützung für die Ukraine

Die Stärkung der ukrainischen Luftverteidigung bleibt nach Ansicht der Teilnehmer des Ukraine-Südosteuropa-Gipfels eine der wichtigsten...

Gipfel in Kiew: Südosteuropa bekräftigt Unterstützung für die Ukraine
RRI Aktuell Donnerstag, 09 Juli 2026

Weltsicherheit im Mittelpunkt: Ergebnisse des NATO-Gipfels in Ankara

Der NATO-Gipfel, der Mitte der Woche in der Türkei stattfand, gilt insgesamt als Erfolg. Er hat den Zusammenhalt der Mitgliedstaaten sowie deren...

Weltsicherheit im Mittelpunkt: Ergebnisse des NATO-Gipfels in Ankara
RRI Aktuell Mittwoch, 08 Juli 2026

NATO-Länder wollen fitter für moderne Konflikte werden

NATO-Generalsekretär Mark Rutte erklärte, die Verbündeten hätten sich außerdem mit der Initiative „Drone Edge“ verpflichtet, beim...

NATO-Länder wollen fitter für moderne Konflikte werden
RRI Aktuell Dienstag, 07 Juli 2026

Rumänien und Kanada vereinbaren engere Kooperation

„Rumänien und Kanada verbindet eine starke Partnerschaft, die sich auf gemeinsame Werte und den festen Willen stützt, diese zu verteidigen. Wir...

Rumänien und Kanada vereinbaren engere Kooperation

Partner

Muzeul Național al Țăranului Român Muzeul Național al Țăranului Român
Liga Studentilor Romani din Strainatate - LSRS Liga Studentilor Romani din Strainatate - LSRS
Modernism | The Leading Romanian Art Magazine Online Modernism | The Leading Romanian Art Magazine Online
Institului European din România Institului European din România
Institutul Francez din România – Bucureşti Institutul Francez din România – Bucureşti
Muzeul Național de Artă al României Muzeul Național de Artă al României
Le petit Journal Le petit Journal
Radio Prague International Radio Prague International
Muzeul Național de Istorie a României Muzeul Național de Istorie a României
ARCUB ARCUB
Radio Canada International Radio Canada International
Muzeul Național al Satului „Dimitrie Gusti” Muzeul Național al Satului „Dimitrie Gusti”
SWI swissinfo.ch SWI swissinfo.ch
UBB Radio ONLINE UBB Radio ONLINE
Strona główna - English Section - polskieradio.pl Strona główna - English Section - polskieradio.pl
creart - Centrul de Creație Artă și Tradiție al Municipiului Bucuresti creart - Centrul de Creație Artă și Tradiție al Municipiului Bucuresti
italradio italradio
Institutul Confucius Institutul Confucius
BUCPRESS - știri din Cernăuți BUCPRESS - știri din Cernăuți

Mitgliedschaften

Euranet Plus Euranet Plus
AIB | the trade association for international broadcasters AIB | the trade association for international broadcasters
Digital Radio Mondiale Digital Radio Mondiale
News and current affairs from Germany and around the world News and current affairs from Germany and around the world
Comunità radiotelevisiva italofona Comunità radiotelevisiva italofona

Provider

RADIOCOM RADIOCOM
Zeno Media - The Everything Audio Company Zeno Media - The Everything Audio Company