RRI Live!

Hören Sie Radio Rumänien International Live

PISA-Studie: Rumänien schneidet unter OECD-Durchschnitt ab

Die neuen PISA-Ergebnisse sorgen in Rumänien für Besorgnis. Die Leistungen der 15-jährigen Schülerinnen und Schüler liegen in Mathematik, Lesen und Naturwissenschaften deutlich unter dem Durchschnitt der OECD-Länder. Besonders problematisch sind die grundlegenden Kompetenzen. Die Ergebnisse im Einzelnen.

Foto: Taylor Flowe / unsplash.com
Foto: Taylor Flowe / unsplash.com

, 09.09.2026, 12:57

Rumäniens Schülerinnen und Schüler haben bei der PISA-Studie 2025 deutlich schlechter abgeschnitten als in den vergangenen Jahren. Die Ergebnisse deuten auf einen allgemeinen Rückgang der schulischen Kompetenzen hin.  An der internationalen Studie beteiligten sich rund 760.000 Schülerinnen und Schüler aus verschiedenen Ländern. Aus Rumänien nahmen 7.725 Jugendliche aus 322 Schulen teil.

Besonders deutlich zeigen sich die Probleme bei den grundlegenden Fähigkeiten.  Mehr als die Hälfte der 15-Jährigen in Rumänien, nämlich 52 Prozent, erreichen in Mathematik nicht einmal das grundlegende Kompetenzniveau. Beim Lesen liegt der Anteil bei 48 Prozent. Noch größer ist die Lücke bei der digitalen Problemlösung. 57 Prozent der rumänischen Schülerinnen und Schüler bleiben dort unter dem grundlegenden Niveau. Auch insgesamt liegen die Ergebnisse Rumäniens in allen untersuchten Bereichen unter dem Durchschnitt der OECD-Mitgliedstaaten. Das betrifft Mathematik, Lesen und Naturwissenschaften sowie die computergestützte Problemlösung.

Das rumänische Bildungsministerium weist allerdings darauf hin, dass die Ergebnisse auch im Zusammenhang mit dem Entwicklungsstand des Landes betrachtet werden müssten. Rumänien befindet sich weiterhin im Prozess des Beitritts zur OECD. So liegt das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf in Rumänien bei rund 71 Prozent des OECD-Durchschnitts. Auch beim Bildungsstand der Bevölkerung gibt es einen deutlichen Unterschied: Nur 19 Prozent der 25- bis 64-Jährigen haben einen Hochschulabschluss. Im OECD-Durchschnitt sind es 41 Prozent.

Für Staatspräsident Nicușor Dan sind die PISA-Ergebnisse dennoch ein deutliches Warnsignal. Er fordert vor allem, Schülerinnen und Schüler, die bereits früh Schwierigkeiten haben, schneller zu erkennen und gezielt zu unterstützen. Dan betont außerdem die großen Unterschiede zwischen den Schulen. Die Qualität der Bildung sei nicht überall gleich. Hinzu kämen erhebliche Unterschiede zwischen Kindern aus unterschiedlichen sozialen und wirtschaftlichen Verhältnissen. Die Ergebnisse zeigten, dass das Potenzial junger Rumäninnen und Rumänen noch nicht ausreichend genutzt werde.

Aus Sicht des Präsidenten braucht das Land deshalb unter anderem ein stärker datenbasiertes System zur Bewertung von Schülerleistungen. Auch der Schulabbruch müsse weiter reduziert werden. Besonderes Augenmerk müsse auf den grundlegenden Fähigkeiten liegen: Lesen, Mathematik und Naturwissenschaften. Dan fordert außerdem einen verantwortungsvollen Umgang mit digitalen Technologien und künstlicher Intelligenz im Bildungsbereich. Entscheidend sei, dass alle Kinder unabhängig von ihrer sozialen Herkunft Zugang zu guten Lernbedingungen hätten. Eine solche Reform werde allerdings nicht ohne zusätzliche finanzielle Mittel möglich sein, so der Präsident. Rumänien müsse mehr, kontinuierlicher und gezielter in Bildung investieren.

Die PISA-Ergebnisse liefern damit nicht nur eine Momentaufnahme der Leistungen rumänischer Schülerinnen und Schüler. Sie verweisen auch auf strukturelle Probleme des Bildungssystems – insbesondere bei den grundlegenden Kompetenzen und bei den Bildungsunterschieden zwischen verschiedenen sozialen Gruppen.

Siegfried Mureșan im Europäischen Parlament (Foto: Alain ROLLAND Copyright: © European Union 2025 - Source : EP)
RRI Aktuell Donnerstag, 08 Oktober 2026

Europäisches Parlament fordert größeren EU-Haushalt

Nur so könne die Europäische Union wichtige Vorhaben etwa in den Bereichen Verteidigung und Sicherheit, Wettbewerbsfähigkeit, Kohäsionspolitik und Lan…

Europäisches Parlament fordert größeren EU-Haushalt
Transfăgărăşan  / Foto: Mariana Chiriță, RRI
RRI Aktuell Donnerstag, 08 Oktober 2026

National Geographic empfiehlt Rumänien als Reiseziel

Das Magazin „National Geographic“ hat Rumänien nach New York, Madagaskar, Argentinien, Schottland und Ägypten unter die schönsten Reiseziele für Oktob…

National Geographic empfiehlt Rumänien als Reiseziel
Foto: pixabay.com
RRI Aktuell Mittwoch, 07 Oktober 2026

Strompreise steigen weiter

Rumänien muss sich auf einen Winter und einen Frühling mit sehr hohen Strompreisen einstellen. Davor hat der Staatssekretär im Energieministerium und …

Strompreise steigen weiter
Nominierter Premierminister Luca Niculescu (l.i.B) mit Präsident Nicușor Dan (Foto: presidency.ro)
RRI Aktuell Dienstag, 06 Oktober 2026

Vierter Premierminister-Kandidat seit Beginn der Regierungskrise ernannt

Fünf Monate ist es her, dass die Regierung Rumäniens nach einem erfolgreichen Misstrauensantrag im Parlament gestürzt wurde. Seitdem versucht Staatspr…

Vierter Premierminister-Kandidat seit Beginn der Regierungskrise ernannt
RRI Aktuell Dienstag, 06 Oktober 2026

Eurobarometer: Sorgen um Armut und sinkendem Lebensstandard

Der sinkende Lebensstandard und die Armut sind für die Rumänen die größten Sorgen. Ihre Befürchtungen sind stärker ausgeprägt als in den meisten Mitgl…

Eurobarometer: Sorgen um Armut und sinkendem Lebensstandard
RRI Aktuell Montag, 05 Oktober 2026

EU-Haushalt: Mehr Geld für Landwirtschaft und Kohäsion?

In dieser Woche wird in Straßburg über den künftigen Haushalt der Europäischen Union beraten. Daran beteiligt sind die Europaabgeordneten und Kommissi…

EU-Haushalt: Mehr Geld für Landwirtschaft und Kohäsion?
RRI Aktuell Montag, 05 Oktober 2026

Standard & Poors bestätigt Rumäniens Länderrating

Die amerikanische Ratingagentur Standard & Poor's gab bekannt, dass sie Rumäniens Länderrating mit BBB- und negativem Ausblick beibehält. Das Rati…

Standard & Poors bestätigt Rumäniens Länderrating
RRI Aktuell Freitag, 02 Oktober 2026

Aufruf des rumänischen Präsidenten an die Diaspora

Bis 2080 könnte Rumänien 3,4 Millionen Einwohner weniger haben als heute, und ein Viertel der Bevölkerung wäre über 65 Jahre alt. Niedrige Geburtenrat…

Aufruf des rumänischen Präsidenten an die Diaspora

Partner

Muzeul Național al Țăranului Român Muzeul Național al Țăranului Român
Liga Studentilor Romani din Strainatate - LSRS Liga Studentilor Romani din Strainatate - LSRS
Modernism | The Leading Romanian Art Magazine Online Modernism | The Leading Romanian Art Magazine Online
Institului European din România Institului European din România
Institutul Francez din România – Bucureşti Institutul Francez din România – Bucureşti
Muzeul Național de Artă al României Muzeul Național de Artă al României
Le petit Journal Le petit Journal
Radio Prague International Radio Prague International
Muzeul Național de Istorie a României Muzeul Național de Istorie a României
ARCUB ARCUB
Radio Canada International Radio Canada International
Muzeul Național al Satului „Dimitrie Gusti” Muzeul Național al Satului „Dimitrie Gusti”
SWI swissinfo.ch SWI swissinfo.ch
UBB Radio ONLINE UBB Radio ONLINE
Strona główna - English Section - polskieradio.pl Strona główna - English Section - polskieradio.pl
creart - Centrul de Creație Artă și Tradiție al Municipiului Bucuresti creart - Centrul de Creație Artă și Tradiție al Municipiului Bucuresti
italradio italradio
Institutul Confucius Institutul Confucius
BUCPRESS - știri din Cernăuți BUCPRESS - știri din Cernăuți

Mitgliedschaften

Euranet Plus Euranet Plus
AIB | the trade association for international broadcasters AIB | the trade association for international broadcasters
Digital Radio Mondiale Digital Radio Mondiale
News and current affairs from Germany and around the world News and current affairs from Germany and around the world
Comunità radiotelevisiva italofona Comunità radiotelevisiva italofona

Provider

RADIOCOM RADIOCOM
Zeno Media - The Everything Audio Company Zeno Media - The Everything Audio Company