Lebensmittelverschwendung, sehr hoch in Rumänien
In Rumänien werden jedes Jahr tonnenweise Lebensmittel weggeworfen.
Mihai Pelin und Florin Lungu, 11.09.2026, 13:43
„Der September gilt weltweit als Monat, der dem Bewusstsein für Lebensmittelverschwendung und deren Bekämpfung gewidmet ist. Für Rumänien hat dieser Herbst jedoch eine doppelte Bedeutung. Vor zehn Jahren wurde das Konzept der Lebensmittelbank mit der Gründung der Bukarester Lebensmittelbank erstmals in unserem Land umgesetzt. Dieser historische Meilenstein bietet den idealen Zeitpunkt, um eine schmerzhafte Realität zu analysieren, aber auch, um die einzige strukturelle, logistische und rechtliche Lösung vorzustellen, die seit einem Jahrzehnt ununterbrochen funktioniert“, so die Vertreter des FBAR.
Laut ihren Angaben können Unternehmen der Agrar- und Lebensmittelbranche, die überschüssige Lagerbestände, Produkte mit optischen Mängeln an der Verpackung oder Waren kurz vor dem Verfallsdatum, die aber noch einwandfrei zum Verzehr geeignet sind, registrieren, diese kostenlos an das Netzwerk der Lebensmittelbanken abgeben. Die Unternehmen profitieren dadurch von voller Steuerabzugsfähigkeit und Mehrwertsteuerbefreiung. Nach Erhalt werden die Produkte schnell in Kühlfahrzeugen transportiert, um die Einhaltung der Kühlkette für empfindliche Lebensmittel (Milchprodukte, Fleisch, frisches Obst und Gemüse) zu gewährleisten. In den neun regionalen Lagern in Rumänien sortieren die Teams der Lebensmittelbanken jedes Produkt, prüfen die Rückverfolgbarkeit und erfassen es gemäß den geltenden Hygiene- und Veterinärvorschriften. Die Lebensmittel werden anschließend organisiert und kostenlos an die im Netzwerk registrierten Partner-NGOs geliefert, die daraus warme Mahlzeiten oder Hilfspakete für Kinder in Kindertagesstätten, alleinstehende Senioren oder Familien in Notlagen zubereiten.
Offiziellen Angaben zufolge rettete das Netzwerk im vergangenen Jahr über 10.000 Tonnen Lebensmittel vor der Verschwendung. Diese wurden zu 20 Millionen Portionen verarbeitet und mit Unterstützung von 183 Spenderunternehmen an über 850 Partner-NGOs verteilt, wodurch mindestens 326.000 bedürftige Menschen erreicht wurden. Die gerettete Menge stellt jedoch nur einen Bruchteil der jährlich über 3,45 Millionen Tonnen Lebensmittel dar, die verschwendet werden. Dieser Unterschied verdeutlicht die Dringlichkeit des Problems, aber auch das Potenzial für eine Steigerung der Rettung und Umverteilung.
Die Reduzierung von Lebensmittelabfällen allein löst das Problem der Armut nicht, kann aber zwei miteinander verbundene Realitäten zusammenführen: die großen Mengen an verschwendeten Lebensmitteln und den Unterstützungsbedarf eines erheblichen Teils der Bevölkerung. Jede gerettete Tonne bedeutet weniger Lebensmittelverlust und mehr Lebensmittel, die Menschen in Not erreichen können.