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Mehr als die Hälfte der Notanrufe sind unecht

Vor 15 Jahren wurde allen EU-Bürgern die Möglichkeit geboten, die Notrufnummer 112 zu wählen. Dazu teilte die in Rumänien zuständige Behörde einige Zahlen mit.

Mehr als die Hälfte der Notanrufe sind unecht
Mehr als die Hälfte der Notanrufe sind unecht

, 12.02.2019, 16:36

Allein im vergangenen Jahr sind über 12 Millionen Anrufe eingegangen, eine halbe Million weniger als im Jahr 2017, wie eine Stude des staatlichen Betreiberdienstes STS ergab. Fast die Hälfte der Anrufe stellte sich als echte Notfälle heraus und wurde an den Rettungsdienst, die Polizei oder die Feuerwehr verwiesen. Der Direktor des Integrierten Städtischen Zentrums für Notsituationen, Oberst Florian Feticu, sagte dass die Anzahl der Anrufe, die keine echten Notfälle signalisieren, um die Hälfte gesunken sei.


Dies zeige, dass die rumänische Bevölkerung das Hauptziel dieses Dienstes verstanden hat.



Allerdings waren immer noch etwa 55% der Anrufe unter der einheitlichen Notrufnummer im Jahr 2018 keine echten Notrufe. Es gab Fälle, in denen Personen die 112 wählten, um sich darüber zu beschweren, dass sie keine gekauften Produkte zurückgeben dürfen, dass die Stra‎ßenbeleuchtung eingeschaltet ist, Leute wollten ihre Telefonkarten aufladen oder verlangten Informationen über den Fahrplan der Züge oder die Uhrzeit. Solche Anrufe werden über ganz Rumänien einheitlich verteilt. Mit nur 45% Anteil der unechten Notrufe ist die Hauptstadt von diesem Standpunkt aus jedoch besser positioniert als der Rest des Landes. Dennoch kommt ein Bukarester auf einen seltsamen Rekord: er wählte die Notrufnummer innerhalb von 10 Monaten über 21.000 Mal. Der tägliche Durchschnitt der unechten Notrufe liegt bei 18.000.





Das versehentliche Wählen der Notrufnummer kommt auf zwei Drittel der Gesamtzahl der Anrufe – darin enthalten sind z.B. unfreiwillige Anrufe von Personen, die ihre Telefontastatur nicht gesperrt haben. Unbeabsichtigte Anrufe an 112 erschweren die Bearbeitung echter Notrufe. Gemä‎ß den derzeitigen Verfahren in solchen Situationen müssen die Beamten mindestens 15 bis 20 Sekunden lang einem übernommenen Gespräch zuhören, selbst wenn sie keine Stimme des Anrufers vernehmen. Dann müssen sie die Nummer des Anrufers zweimal wählen. Die Behörden machen darauf aufmerksam, dass Zeit und Ressourcen mit solchen unbeabsichtigten Anrufen verschwendet werden, die in anderen Fällen von entscheidender Bedeutung


sein könnten und sogar den Unterschied zwischen Leben und Tod bedeuten.





Von den berechtigten Anrufen wurden die meisten Fälle an die Ambulanz verwiesen – 58%. Polizei und Feuerwehr lagen an zweiter und dritter Stelle mit 22% bzw 16%. Die mit Abstand grö‎ßte Herausforderung für die drei wichtigsten Notfallsdienste war das verheerende Feuer, das im Herbst 2015 während eines Rockkonzerts im Nachtclub Colectiv in Bukarest ausbrach. Die tragische Bilanz mit 64 Todesopfern und noch viel mehr Verletzten offenbarte nicht nur die Korruption im Verfahren zur Betriebsgenehmigung ,sondern auch schwerwiegende Mängel im Umgang mit Notfallssituationen und deren Folgen.


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