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Jetzt auch Hypothekarkredite teurer

ROBOR-Index liegt nun bei über 5 % / Benzin weiter teuer

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, 03.05.2022, 13:29

Zum ersten Mal seit neun Jahren hat der jeweils für drei Monate kalkulierte sogenannte ROBOR-Index, mithilfe dessen Banken die Raten für variabel verzinste Verbraucherkredite berechnen, die Schwelle von 5 % überschritten. Konsumenten wird dabei mulmig zumute. Der Anstieg ist beträchtlich – vor einem Jahr lag der Index bei nicht einmal 1,6 % und Anfang Januar bei knapp über 3 %. Der sechsmonatige ROBOR-Index, auf dem die Hypothekenzinsen basieren, liegt ebenfalls bei über 5 Prozent. Es ist auch hier ein deutlicher Aufwärtstrend zu bemerken: vor einem Jahr erreichte er weniger als 1,7 %, während er am 3. Januar mit 3,14 % berechnet wurde. Der Index misst im Kern zu welchen Kosten Geschäftsbanken sich untereinander Geld leihen und wird von mehreren Faktoren beeinflusst, wie z.B. der Geldpolitik der Nationalbank, der Inflation und der Steuerpolitik. Analysten erwarten, dass der ROBOR-Index zusammen mit der Inflation weiter steigen wird. In dem Bemühen, das Niveau zu senken, hat die Zentralbank den Leitzins, der die Grundlage für die Berechnung der Kreditzinsen der Geschäftsbanken bildet, seit Anfang des Jahres wiederholt angehoben. Die Situation ist für Verschuldete schwierig, und eine Lösung für Menschen mit ROBOR-abhängigen Krediten könnte eine Umschuldung sein, raten Experten — ihnen zufolge soll es noch Banken geben, die Kredite mit festen Zinssätzen unter 5 % anbieten.


Aber auch die Kraftstoffpreise steigen — und zwar vor allem aufgrund des Krieges in der benachbarten Ukraine. Der Wettbewerbsrat untersucht noch immer den plötzlichen Anstieg der Kraftstoffpreise am 9. März, als an einer Tankstelle im Nordwesten des Landes Panik ausbrach, nachdem der Preis für einen Liter Kraftstoff auf 11 Lei (etwa 2 €) gestiegen war. An den Tankstellen im ganzen Land bildeten sich damals schnell Warteschlangen, da die Menschen befürchteten, die Preise könnten am nächsten Tag steigen und die Kraftstoffvorräte würden zur Neige gehen. Bei einer Anhörung im Parlament über die Arbeit des Wettbewerbsrates sagte dessen Chef Bogdan Chirițoiu, dass die Behörde weiterhin ein aufmerksames Auge auf den Kraftstoffmarkt halte und Daten von Tankstellen sammle: „Es gibt Instabilität in der Region, aber wenn zu dieser Instabilität, die wir als natürlich akzeptieren müssen und nichts dagegen tun können, auch noch unkorrektes Verhalten von einigen Wirtschaftsakteuren hinzukommt, ja, dann beobachten wir das und werden das bestrafen. Die durchschnittliche Dauer unserer Untersuchungen beträgt 2 Jahre. Wir verhängen keine Bu‎ßgelder in Höhe von Tausenden von Lei, sondern in Höhe von Dutzenden und Hunderten von Millionen Euro. Solche Bu‎ßgelder werden nicht von heute auf morgen aufgrund eines einfachen Protokolls verhängt,“ sagte der Kartellamtschef im Parlament.


Noch am Abend des 9. März gab die Regierung bekannt, dass sie umfassende Kontrollen an den Tankstellen angeordnet habe. Sie versicherte, dass sie keinen Preiswucher zulassen wird. Die Regierung bereitet nun eine Änderung des Rechtsrahmens zur Bekämpfung von Wucher und unlauterem Wettbewerb vor, indem sie einen Mechanismus entwickelt, der ungerechtfertigte Preiserhöhungen verhindert.

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