Nicușor Dan in Warschau: Rumänien und Polen mit gemeinsamer Vision
Rumänien und Polen wollen ihre Zusammenarbeit weiter ausbauen. Beide Länder hätten in vielen Bereichen ähnliche Interessen und gemeinsame strategische Ziele. Das erklärte Präsident Nicușor Dan bei einem Besuch in Warschau.
Ştefan Stoica und Alex Sterescu, 06.03.2026, 14:06
Bei ihren Gesprächen in Warschau betonten der rumänische Präsident Nicușor Dan und sein polnischer Amtskollege Karol Nawrocki, dass Rumänien und Polen in zahlreichen Bereichen eine gemeinsame Vision hätten. Beide Länder blieben verlässliche Partner und Verbündete innerhalb der NATO und der Europäischen Union, unterstrich der rumänische Staatschef.
Die beiden Staaten bestätigten ihr strategisches Partnerschaftsabkommen auf höchster Ebene. Die Präsidenten hoben die politische und wirtschaftliche Zusammenarbeit hervor und erklärten, Rumänien und Polen seien erfolgreiche Beispiele innerhalb der europäischen Familie.
Beide Länder hätten derzeit ähnliche Merkmale, sagte Nicușor Dan. Es handle sich um große Staaten an der Ostflanke der NATO, die sich nach dem Beitritt zur Europäischen Union wirtschaftlich entwickelt hätten und die transatlantische Partnerschaft auch innerhalb der EU unterstützten. Zugleich könnten sie davon profitieren, dass sie in vielen Bereichen ähnliche strategische Vorstellungen hätten.
„Im Sicherheitsbereich gibt es bereits eine Zusammenarbeit zwischen unseren Armeen. Wir sind in Polen präsent, und polnische Truppen sind in Rumänien stationiert. Wir haben über gemeinsame Beschaffungen gesprochen und darüber, gemeinsam das SAFE-Programm – Security Action for Europe – zu nutzen. Für uns ist das Schwarze Meer von großer Bedeutung, so wie für Polen die Ostsee. Deshalb haben wir auch über einen Erfahrungsaustausch gesprochen, wie wir dieses Sicherheits-Hub am Schwarzen Meer aufbauen können, das für Rumänien sehr wichtig ist.“
Der polnische Präsident Karol Nawrocki erklärte, bei den Gesprächen seien auch Themen wie die Nordatlantische Allianz, die Europäische Union sowie die Zusammenarbeit Polens mit Rumänien und den Vereinigten Staaten erörtert worden.
Präsident Nicușor Dan äußerte sich außerdem zu einem Vorschlag Frankreichs, seinen nuklearen Schutzschirm auf weitere europäische Staaten auszuweiten. Rumänien sei bereits durch den nuklearen Schutzschirm der NATO abgesichert, sagte er. Es stelle sich daher mittelfristig nicht die Frage, nukleare Komponenten auf rumänischem Territorium zu stationieren.
Der Präsident betonte, Rumänien habe zwar eine strategische Partnerschaft mit Frankreich, bleibe jedoch fest in den Abschreckungsmechanismen der Nordatlantischen Allianz verankert.
Mit Blick auf den offenen Konflikt im Nahen Osten erklärte Dan, er werde den Obersten Verteidigungsrat Rumäniens vorerst nicht einberufen, solange die Entwicklungen keine unmittelbare Gefahr für das Land darstellten. Priorität habe derzeit die Rückkehr rumänischer Staatsbürger aus der Region, die vom Krieg betroffen seien.
Zum Regime in Teheran, das Ziel koordinierter Angriffe der Vereinigten Staaten und Israels geworden ist, sagte der Präsident, dieses habe Terrorismus unterstützt, die Region destabilisiert, die eigene Bevölkerung unterdrückt und in der Atomfrage nicht mit internationalen Organisationen kooperiert. Deshalb seien auch europäische Sanktionen verhängt worden