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Moldau verzeichnet Rekordzahl ukrainischer Geflüchteter

Die Vereinten Nationen loben das Engagement der Republik Moldau bei der Unterstützung von Geflüchteten aus der benachbarten Ukraine.

Moldau verzeichnet Rekordzahl ukrainischer Geflüchteter
Moldau verzeichnet Rekordzahl ukrainischer Geflüchteter

, 10.05.2022, 13:38


Die Republik Moldau ist der verwundbarste Nachbar der Ukraine — so der rumänische Au‎ßenminister, Bogdan Aurescu. Mehrere Hunderttausend Ukrainerinnen und Ukrainer flüchteten aus Angst vor einem Einmarsch russischer Truppen in ihr Land, in das Nachbarland.



Die Republik Moldau, wurde infolge eines Ultimatums, auf einem Teil der 1940 von der Sowjetunion annektierten ostrumänischen Gebiete gegründet und erklärte 1991 ihre Unabhängigkeit gegenüber Moskau. Das Land teilte über ein halbes Jahrhundert lang, hinter dem Stacheldraht des Reiches des Bösen das gleiche leidvolle Schicksal der Ukraine und anderer Sowjetstaaten. Laut der letzten Volkszählung von 2014 leben in der Republik neben den Rumänen*Innen und Moldauer*Innen, die über 80 % der Bevölkerung ausmachen, rund 180 000 Ukrainer*Innen (6,5 %) und 110 000 Russen*Innen (4 %).



Seit dem Ausbruch des Krieges in der Ukraine verstärkten Explosionen und bizarre Angriffe mit Granaten die Befürchtung, dass sich die Kämpfe auf den Osten der Republik ausweiten könnten. Dort liegt die Moskau-treue, abtrünnige Region Transnistrien, die vor drei Jahrzehnten de facto der Kontrolle Chisinaus entzogen wurde, nachdem die russische Armee aufseiten der Rebellen eingegriffen hatte. Dies belastet zusätzlich eine Gesellschaft, die bereits zwischen Europa- und Russland-Freunden gespalten ist. Die Behörden untersagten die Symbole des russischen Militarismus, wie den St.-Georgs-Band und die Buchstaben Z und V, in der Öffentlichkeit. Doch die russlandfreundliche Opposition, sowohl die kommunistische als auch die sozialistische, ignorierten das Gesetz bei der Feier des Sieges der stalinistischen Sowjetunion über Hitlerdeutschland, vom 9. Mai 1945.



In diesem angespannten Klima muss die Republik Moldau, der ärmster Staat Europas, auch den anhaltenden Strom ukrainischer Geflüchtete stemmen, der im Verhältnis zur lokalen Bevölkerung von weniger als drei Millionen der grö‎ßte ist. Die Vereinten Nationen (UN) würdigen diese Bemühungen und bringen ihre Unterstützung für die moldauischen Behörden zum Ausdruck — sagte UN-Generalsekretär António Guterres bei einem Besuch in Chisinau. Er dankte den Vertretern Moldaus für ihre Gro‎ßzügigkeit und Solidarität und bezeichnete das Vorgehen der Republik als ein Beispiel an Menschlichkeit. Guterres betonte, dass jede Verletzung der territorialen Integrität der Republik Moldau auch eine Verletzung des Völkerrechts sei, die von der UNO verurteilt werde. Premierministerin Natalia Gavriliță sagte, ihre Regierung hoffe, dass die von den Vereinten Nationen zur Unterstützung der Geflüchteten bereitgestellten Mittel so bald wie möglich in Chisinau ankommen werden. Sie fügte hinzu, im Kontext des russischen Angriffskrieges in der Ukraine sind die Institutionen des Verteidigungssystems in Alarmbereitschaft, um eine Destabilisierung der Lage zu vermeiden.





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