RRI Live!

Hören Sie Radio Rumänien International Live

Energiewende: Geplanter Kohleausstieg sorgt für politischen Zündstoff

Die Dekarbonisierung des Energiesektors ist im Nationalen Konjunktur- und Resilienzplan als festes Etappenziel verankert, das den schrittweisen Ausstieg aus der Kohle im rumänischen Energiemix vorsieht.

Energiewende: Geplanter Kohleausstieg sorgt für politischen Zündstoff
Energiewende: Geplanter Kohleausstieg sorgt für politischen Zündstoff

, 09.11.2022, 14:14



RadioRomaniaInternational · Energiewende: Geplanter Kohleausstieg sorgt für politischen Zündstoff



Der Energiesektor ist seit geraumer Zeit ein hei‎ßes Eisen. Nun hat es die Abgeordnetenkammer in Bukarest erneut angefasst und damit die Stimmung angeheizt, als am Dienstag über zwei einschlägige Gesetzesvorlagen abgestimmt wurde. Dabei handelt es sich um einen Entwurf für ein Gesetz über die Schlie‎ßung bzw. Erhaltung von Kohlekraftwerken und einen weiteren über den Verkauf des historischen Bestands an Urankonzentrat, der zwischen 2009 und 2011 angelegt wurde, an das teilweise noch staatliche Unternehmen Nuclearelectrica.



Das Ziel, bis 2032 aus der Kohle auszusteigen, ein Meilenstein, der im Nationalen Wiederaufbau- und Resilienzplan (PNRR) festgelegt ist, löste eine heftige Debatte aus, an deren Ende alle Änderungsanträge der Opposition abgelehnt wurden. Die Union Rettet Rumänien (USR) warf der Regierungskoalition (PNL-PSD-UDMR) vor, mitten in der Energiekrise Kohlegruben in Rumänien zu schlie‎ßen, ohne sie durch andere Energieerzeugungskapazitäten zu ersetzen. Die USR hob hervor, dass für die energetische Konversion europäische Mittel in Höhe von 1,4 Milliarden Euro zur Verfügung stehen, die die Regierung einfordern muss. Die nationalistische Allianz für die Einheit der Rumänen (AUR) warnte ebenfalls, dass die Option des nachhaltigen Bergbaus beibehalten werden sollte, bis eine andere Lösung gefunden wird.



Politiker der Regierungskoalition behaupten hingegen, dass die Abrufung der im PNRR vorgesehenen Mittel von der Verabschiedung des Gesetzesentwurfs über den Kohleausstieg abhänge und dass der Schwerpunkt auf der Verlängerung der Frist für die Stilllegung von Bergwerken und deren Ersetzung durch grüne Energie liegt. Als Ergebnis der Verhandlungen, die die derzeitige Regierung mit der EU-Kommission geführt hat, werden alle diese Bergwerke nicht mehr 2023–2024 geschlossen, sondern etappenweise 2026, 2030 und einige sogar erst 2032, sagte in diesem Zusammenhang der Sozialdemokrat Alfred Simonis.



Der Gesetzesentwurf wurde schlie‎ßlich in der Abgeordnetenkammer durchgeboxt und wird nun an Präsident Klaus Johannis zwecks Verkündung weitergeleitet. Auch der zweite Gesetzentwurf über Urankonzentrate sorgte für heftige Diskussionen. Im vergangenen Jahr wurde das Nationale Uranunternehmen, das zugleich Verwalter der staatlichen Lagerbestände war, aufgelöst und die letzte Uranmine in Rumänien geschlossen.



George Simion, Parteichef der nationalistischen AUR, sieht einen ausgeklügelten Plan dahinter und wetterte dagegen:



Das Ziel war die Schlie‎ßung der Uranmine in [nordostrumänischen] Ortschaft Crucea. Die Menschen, die dort gearbeitet haben, sind nach Deutschland gegangen, um Spargel zu ernten, und wir stimmen in den Ausschüssen, im Plenum der beiden Kammern, über Gesetze ab, weil sie angeblich Vorgaben im Nationalen Wiederaufbau- und Resilienzplan sind. Das sind allerdings Vorgaben, die unmöglich zu erreichen sind und die uns schaden.“



Der liberale Abgeordnete Dumitru Mărculescu hielt dagegen:



Nach der Auflösung des staatlichen Uranunternehmens tragen die vorgeschlagenen Ma‎ßnahmen tragen sowohl zum normalen Betrieb des Kernkraftwerks Cernavodă als auch zur Verringerung des finanziellen Aufwands des rumänischen Staates für die Gewährleistung der Sicherheit und der Lagerbedingungen des Bestands an Urankonzentraten bei.“



Auch dieser Gesetzesentwurf wurde — trotz der Einwände der Opposition — in der Abgeordnetenkammer genehmigt und muss nun noch vom Staatschef abgesegnet werden.

Foto: Mediamodifier / pixabay.com
RRI Aktuell Donnerstag, 14 Mai 2026

Rumäniens Wirtschaft erneut in Rezession

Die rumänische Wirtschaft ist im ersten Quartal dieses Jahres um 0,2 Prozent gegenüber dem Vorquartal geschrumpft. Im Vergleich zum ersten Quartal...

Rumäniens Wirtschaft erneut in Rezession
Preşedintele Nicuşor Dan la conferința internațională Black Sea and Balkans Security Forum(foto:
RRI Aktuell Mittwoch, 13 Mai 2026

Sicherheitsforum Schwarzmeer und Balkan

Die Schwarzmeer- und Westbalkanregion ist von strategischem Interesse für Rumänien, aber auch für die NATO, erklärte Präsident Nicușor Dan am...

Sicherheitsforum Schwarzmeer und Balkan
sursă foto: pixabay.com@geralt
RRI Aktuell Dienstag, 12 Mai 2026

Finanzminister: Rumänien muss Reformtempo beibehalten

Rumänien müsse die Haushaltsdisziplin und das Reformtempo beibehalten, um eine Verschlechterung des Länderratings zu vermeiden. Zu diesem Schluss...

Finanzminister: Rumänien muss Reformtempo beibehalten
Foto: pixabay.com
RRI Aktuell Dienstag, 12 Mai 2026

Rumänische Filme in Cannes 2026

Die 79. Ausgabe der Internationalen Filmfestspiele von Cannes findet am Dienstag statt. Rumänien ist mit vier Filmen vertreten. Der Film „Fjord“...

Rumänische Filme in Cannes 2026
RRI Aktuell Montag, 11 Mai 2026

Neuer historischer Höchststand an der Bukarester Börse

Die Auswirkungen politischer Krisen auf die Bukarester Börse haben in den vergangenen Jahren stetig abgenommen – ein Zeichen für die zunehmende...

Neuer historischer Höchststand an der Bukarester Börse
RRI Aktuell Montag, 11 Mai 2026

Allgemein positive Stimmung gegenüber Europa

Am Samstag, dem 9. Mai, wurde der Europatag begangen. Dieser Tag markiert einen entscheidenden Moment in der Geschichte der europäischen...

Allgemein positive Stimmung gegenüber Europa
RRI Aktuell Freitag, 08 Mai 2026

Politische Spannungen belasten Wirtschaft

Die Mehrwertsteuer ist gestiegen, vielerorts haben sich kommunale Abgaben und Steuern verdreifacht, die Inflation bleibt für ein EU-Land auf...

Politische Spannungen belasten Wirtschaft
RRI Aktuell Freitag, 08 Mai 2026

Regierung plant neue Lohnreform im öffentlichen Dienst

Das Gesetz zur einheitlichen Besoldung zählt zu den wichtigsten administrativen und wirtschaftlichen Reformen Rumäniens seit dem EU-Beitritt. Ziel...

Regierung plant neue Lohnreform im öffentlichen Dienst

Partner

Muzeul Național al Țăranului Român Muzeul Național al Țăranului Român
Liga Studentilor Romani din Strainatate - LSRS Liga Studentilor Romani din Strainatate - LSRS
Modernism | The Leading Romanian Art Magazine Online Modernism | The Leading Romanian Art Magazine Online
Institului European din România Institului European din România
Institutul Francez din România – Bucureşti Institutul Francez din România – Bucureşti
Muzeul Național de Artă al României Muzeul Național de Artă al României
Le petit Journal Le petit Journal
Radio Prague International Radio Prague International
Muzeul Național de Istorie a României Muzeul Național de Istorie a României
ARCUB ARCUB
Radio Canada International Radio Canada International
Muzeul Național al Satului „Dimitrie Gusti” Muzeul Național al Satului „Dimitrie Gusti”
SWI swissinfo.ch SWI swissinfo.ch
UBB Radio ONLINE UBB Radio ONLINE
Strona główna - English Section - polskieradio.pl Strona główna - English Section - polskieradio.pl
creart - Centrul de Creație Artă și Tradiție al Municipiului Bucuresti creart - Centrul de Creație Artă și Tradiție al Municipiului Bucuresti
italradio italradio
Institutul Confucius Institutul Confucius
BUCPRESS - știri din Cernăuți BUCPRESS - știri din Cernăuți

Mitgliedschaften

Euranet Plus Euranet Plus
AIB | the trade association for international broadcasters AIB | the trade association for international broadcasters
Digital Radio Mondiale Digital Radio Mondiale
News and current affairs from Germany and around the world News and current affairs from Germany and around the world
Comunità radiotelevisiva italofona Comunità radiotelevisiva italofona

Provider

RADIOCOM RADIOCOM
Zeno Media - The Everything Audio Company Zeno Media - The Everything Audio Company