RRI Live!

Hören Sie Radio Rumänien International Live

IWF-Darlehensabkommen: Wird es das letzte sein?

Die Evaluierung des 10. Abkommens zwischen Rumänien und dem IWF wurde auf den Herbst, bis zur Erstellung des Haushaltsentwurfs, verschoben.

IWF-Darlehensabkommen: Wird es das letzte sein?
IWF-Darlehensabkommen: Wird es das letzte sein?

, 20.06.2014, 17:30

Die Evaluierung des 10. Abkommens zwischen Rumänien und dem IWF wurde auf den Herbst, bis zur Erstellung des Haushaltsentwurfs, verschoben. Die Vertreter der internationalen Kreditgeber, die Anfang dieses Monats Bukarest besucht haben, trafen diese Entscheidung, weil im Falle mehrerer Themen noch Klärungsbedarf besteht. Eine gro‎ße Meinungverschiedenheit zwischen der Regierung und dem IWF betrifft die Entscheidung der rumänischen Behörden, die Sozialbeiträge für Anbeitgeber um 5% zu reduzieren. Die IWF-Leitung hat im September letzten Jahres die Absichtserklärung der rumänischen Regierung für die Unterzeichnung dieses Abkommens vorbeugender Art in Höhe von etwa zwei Milliarden Euro genehmigt. Die Laufzeit beträgt zwei Jahre und dazu kommen weitere zwei Milliarden von der EU-Kommission.



Das Abkommen geht Mitte nächsten Jahres zu Ende und die rumänischen Vertreter meinen, es sei das letzte mit diesen Kreditinstituten. Zugleich gebe es keine Gründe, sich gleich Sorgen zu machen, weil die Evaluierung des Abkommens verzögert wurde. Der Wirtschaftsanalyst Aurelian Dochia erklärt:



Ohne die Abkommen mit dem Fonds gibt es natürlich Fragezeichen betreffend die Wirtschaftspolitiken, die die Regierungen, ohne die Beschränkungen seitens des Fonds, betreiben werden. Die letzten zwangig Jahre zeigen, dass es in dieser Hinsicht einige Risiken gibt. Aber letzten Endes glaube ich, dass wir diese Abkommen überwinden müssen und auf unsere eigenen Beine stehen müssen.“



Der Moment sei für Rumänien vorteilhaft, die Einstellung der internationalen Märkte habe sich in letzter Zeit erheblich verbessert, so Aurelian Dochia. Zudem handele es sich um ein Abkommen vorbeugender Art. Die Regierung in Bukarest hatte sowieso nicht die Absicht, das Geld, das von den internationalen Finanzinstituten zur Verfügung gestellt wurde, zu benutzen. Das könnte sich jedoch ändern, sollte die Weltwirtschaft wieder schwanken. Aurelian Dochia:



Dieses Abkommen könnte unter bestimmten Bedingungen wieder wichtig werden, sollten auf den internationalen Finanzmärkten wieder Schwankungen auftreten. Vorläufig ist die Lage relativ ruhig und es gibt keinen Grund, sich Sorgen zu machen.“



Das jetzige Stand-by-Abkommen bleibe gültig, beteuerte Ministerpräsident Victor Ponta:



Das Abkommen wird nicht abgebrochen, es wird nicht gekündigt. Wir haben dieses Abkommen abgeschlossen und könnte über das Geld verfügen, es ist aber natürlich nicht der Fall, das Geld, das Rumänien zur Verfügung gestellt wurde, zu benutzen. Wir haben sicherlich weiter Zugang zu den 10%, als Ko-Finanzierung für EU-Fonds, ohne Hürden. Die Kreditlinien der Weltbank für Programme im Gesundheitswesen, Bildungswesen sind gültig und funktionell. Aus dieser Hinsicht glaube ich, dass Rumänien das gewonnene Vertrauen der internationalen Finanzinstitute und der privaten Finanzmärkte weiter pflegen muss.“



Die Evolution der makroökonomischen Indikatoren stand im Mittelpunkt der Gespräche in Bukarest. Die Haushalts-Einnahmen liegen nicht auf dem erwarteten Niveau und die Regierung möchte weiter eine Reihe von Ma‎ßnahmen treffen, die gerade die Haushalts-Einnahmen negativ beeinflussen werden. Darunter befinden sich die erwähnte Reduzierung um 5% der Sozialbeiträge für Arbeitgeber beginnend mit dem 1.Oktober. Laut Finanzminister Ioana Petrescu werde die Ma‎ßnahme das Geschäftsklima verbessern. Die Ma‎ßnahme könnte auch zur Schaffung von neuen Arbeitsplätzen führen.



Die Haushalts-Verluste infolge dieser Ma‎ßnahme beziffern sich auf etwa 2,5 Milliarden Lei (ca. 570 Millionen Euro), die Regierung erwartet jedoch auch positive Folgen für den Haushalt. Knapp eine Milliarde Lei soll aufgrund des zusätzlichen Wirtschaftswachstums und der Schaffung von neuen Arbeitsplätzen einkassiert werden. Das nationale Statistikamt macht jedoch darauf aufmerksam, dass in den ersten vier Monaten des Jahres die Exporte Rumänien gesunken sind. Die Importe steigen schneller als die Exporte. Das erklärte einer der Vorsitzenden des Export-Ausschusses, Mihai Ionescu, für Radio Rumänien:



Die Exporte geben nach. Im April verzeichneten wir das kleinste Wachstum der letzten vier Jahre, das ist ein wichtiges Signal, das berücksichtigt werden muss. In drei Sektoren wurde eine dramatische Senkung verzeichnet: in der Metallurgie, in der chemischen Industrie und bei der Computer-Produktion. Die Export-Stars bleiben die Maschinen-Produktion, die Elektronik und die Elektrotechnik und der IT-Sektor.“



Internationale Finanzexperten meinen jedoch, die rumänische Wirtschaft habe sich weiter konsolidiert. Für dieses Jahr erwartet man ein Wachstum von 2,8%.



Audiobeitrag hören:




Wirtschaft: Kompliziertes Lagebild, große Herausforderungen
Das globale Dorf Freitag, 03 April 2026

Wirtschaft: Kompliziertes Lagebild, große Herausforderungen

Rumänien ist bereits seit der Zeit vor der Pandemie in einem EU-Verfahren wegen übermäßigen Haushaltsdefizits, doch auch ohne Pandemie ist das...

Wirtschaft: Kompliziertes Lagebild, große Herausforderungen
Boris Gurzhy (Junior Enterprises Europe): Europa wieder wettbewerbsfähig machen
Das globale Dorf Dienstag, 31 März 2026

Boris Gurzhy (Junior Enterprises Europe): Europa wieder wettbewerbsfähig machen

Rund 140 Teilnehmer, darunter Gymnasiasten und ihre Lehrer sowie junge Erwachsene aus Jugendorganisationen, haben in interaktiven Workshops,...

Boris Gurzhy (Junior Enterprises Europe): Europa wieder wettbewerbsfähig machen
Produktion von Kernenergie in der EU 2024 (Fotoquelle: Eurostat)
Das globale Dorf Freitag, 20 März 2026

EU denkt bei Energieversorgung um

  RadioRomaniaInternational · EU denkt bei Energieversorgung um   In den letzten Jahren hat die Union eine ehrgeizige Strategie verfolgt:...

EU denkt bei Energieversorgung um
Foto: LukasJohnns / pixabay.com
Das globale Dorf Freitag, 06 März 2026

Krieg in der Ukraine: ein Konflikt ohne klares Ende

  RadioRomaniaInternational · Krieg in der Ukraine: ein Konflikt ohne klares Ende   Die explosive Lage im Nahen Osten hat die...

Krieg in der Ukraine: ein Konflikt ohne klares Ende
Das globale Dorf Freitag, 20 Februar 2026

Rüstungsindustrie: Grünes Licht für SAFE-Projekte

Auslöser für SAFE war der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine – mit all seinen gravierenden Folgen für die europäische Sicherheit. Das...

Rüstungsindustrie: Grünes Licht für SAFE-Projekte
Das globale Dorf Freitag, 13 Februar 2026

Europa der zwei Geschwindigkeiten: die wahre Lösung für die Umsetzung einer gemeinsamen EU-Politik?

Vorgesehen wäre die Bildung eines Kerns – hauptsächlich bestehend aus den entwickelten westeuropäischen Ländern –, der in Bereichen wie...

Europa der zwei Geschwindigkeiten: die wahre Lösung für die Umsetzung einer gemeinsamen EU-Politik?
Das globale Dorf Freitag, 06 Februar 2026

KI im Einsatz: die Macht der Algorithmen

  RadioRomaniaInternational · KI im Einsatz: die Macht der Algorithmen   In vielen Bereichen werden Entscheidungen inzwischen nicht mehr...

KI im Einsatz: die Macht der Algorithmen
Das globale Dorf Freitag, 23 Januar 2026

2026 – das Jahr des Friedens in der Ukraine?

    Kann 2026 das Jahr des Friedens in der Ukraine werden? Vorerst scheint der Konflikt in eine Phase der Abnutzung eingetreten zu sein –...

2026 – das Jahr des Friedens in der Ukraine?

Partner

Muzeul Național al Țăranului Român Muzeul Național al Țăranului Român
Liga Studentilor Romani din Strainatate - LSRS Liga Studentilor Romani din Strainatate - LSRS
Modernism | The Leading Romanian Art Magazine Online Modernism | The Leading Romanian Art Magazine Online
Institului European din România Institului European din România
Institutul Francez din România – Bucureşti Institutul Francez din România – Bucureşti
Muzeul Național de Artă al României Muzeul Național de Artă al României
Le petit Journal Le petit Journal
Radio Prague International Radio Prague International
Muzeul Național de Istorie a României Muzeul Național de Istorie a României
ARCUB ARCUB
Radio Canada International Radio Canada International
Muzeul Național al Satului „Dimitrie Gusti” Muzeul Național al Satului „Dimitrie Gusti”
SWI swissinfo.ch SWI swissinfo.ch
UBB Radio ONLINE UBB Radio ONLINE
Strona główna - English Section - polskieradio.pl Strona główna - English Section - polskieradio.pl
creart - Centrul de Creație Artă și Tradiție al Municipiului Bucuresti creart - Centrul de Creație Artă și Tradiție al Municipiului Bucuresti
italradio italradio
Institutul Confucius Institutul Confucius
BUCPRESS - știri din Cernăuți BUCPRESS - știri din Cernăuți

Mitgliedschaften

Euranet Plus Euranet Plus
AIB | the trade association for international broadcasters AIB | the trade association for international broadcasters
Digital Radio Mondiale Digital Radio Mondiale
News and current affairs from Germany and around the world News and current affairs from Germany and around the world
Comunità radiotelevisiva italofona Comunità radiotelevisiva italofona

Provider

RADIOCOM RADIOCOM
Zeno Media - The Everything Audio Company Zeno Media - The Everything Audio Company