2026 – ein wirtschaftlich schwieriges Jahr
Rumänien braucht einen berechenbaren Finanzrahmen und Maßnahmen zur Ankurbelung privater Investitionen – so der Arbeitgeberverband Concordia.
Roxana Vasile und Florin Lungu, 04.03.2026, 12:02
Gesundes Wirtschaftswachstum müsse durch Produktivitätssteigerungen erreicht werden, warnt Finanzminister Alexandru Nazare in Bukarest. Das alte Modell, das hauptsächlich auf Steueranreizen und hohem Binnenkonsum basiere, sei überholt und müsse durch ein neues, wettbewerbsorientiertes Modell ersetzt werden, erklärt Vizepremierministerin Oana Gheorghiu.
Die rumänische Regierung ist sich der mit diesem Paradigmenwechsel verbundenen Übergangskosten bewusst und sieht drei Wege, um die Voraussetzungen für erfolgreiche Unternehmen auf nationaler Ebene zu schaffen: die Reform staatseigener Betriebe, die Stärkung der Finanzdisziplin und die Förderung strategischer Sektoren. Das Geschäftsklima bleibt jedoch zurückhaltend und signalisiert, dass die erwarteten Veränderungen erst langfristig eintreten werden, während die Wirtschaft heute leidet. 2026 ist kein Jahr der Erholung, sondern ein Jahr der Bewährung, so der Arbeitgeberverband Concordia, der 20 der wichtigsten Sektoren der rumänischen Wirtschaft vertritt.
Geschäftsführer Paul Aparaschivei erklärt, dass ein Umfeld benötigt werde, in dem private Investitionen zurückkehren können. Dafür seien fiskalische Planbarkeit und eine spürbare Senkung der Kosten, die Unternehmen belasten, erforderlich: „Dieses sogenannte Mini-Konjunkturpaket mit den drei Maßnahmen und dem Konjunkturprogramm zeigt vor allem die Absicht, die Richtung zu ändern und sich auf wertschöpfungsintensive oder kritische Sektoren zu konzentrieren, die wir aufgrund unserer Ressourcen bedienen können, in denen uns aber eine hohe Bürokratie wettbewerbsunfähig macht. Es ist auch ein wichtiges Signal für jeden ausländischen Investor, der Rumänien heute im Blick hat. Es ist ein Paket, das hinsichtlich Absicht und Ausrichtung richtig ist.“
Uns interessiert vor allem die Umsetzungsphase: Wie lange dauert es, bis das Konjunkturpaket greift und wie lange es von da an bis zu seinen wirtschaftlichen Auswirkungen dauert? Die Wirkung dieses Pakets ist nämlich mittel- bis langfristig. Wir sind der Ansicht, dass die Wirtschaft heute leidet und Anreize sowie Maßnahmen benötigt, die Unternehmer unterstützen und auf mehr Planbarkeit basieren. Angesichts des bereits seit dem letzten Jahr deutlich rückläufigen Konsums stellt sich für 2026 die Frage, ob private Investitionen weiterhin verhalten bleiben und inwieweit sie durch öffentliche Investitionen kompensiert werden können.
Dies geht aus dem ersten jährlichen makroökonomischen Bericht der Concordia Confederation hervor. Deren Chefökonom, Iulian Lolea, geht davon aus, dass in diesem Kontext die Intensität, insbesondere aber die Dauer der neuen Konflikte im Nahen Osten, maßgeblich für die Entwicklung der makroökonomischen Indikatoren sein wird. Der Druck, insbesondere durch die steigenden Treibstoffpreise, lastet dabei vor allem auf der Inflation. Je länger der Konflikt andauert, desto schlimmer wird es!