RRI Live!

Hören Sie Radio Rumänien International Live

Der Europarat kritisiert das neue ukrainische Bildungsgesetz

Die Parlamentarische Versammlung des Europarates hat am Donnerstag in Straßburg eine kritische Resolution über das umstrittene ukrainische Bildungsgesetz angenommen.

Der Europarat kritisiert das neue ukrainische Bildungsgesetz
Der Europarat kritisiert das neue ukrainische Bildungsgesetz

, 13.10.2017, 13:23

Die Ukraine hat einen Fehler begangen. So lautete das Fazit des Abgeordneten Korodi Attila, vom Demokratischen Verband der Ungarn in Rumänien, Mitglied der rumänischen Delegation, in Bezug auf die Resolution der Parlamentarischen Versammlung des Europarates über das neue ukrainische Bildungsgesetz. Dazu sagte der rumänische Parlamentsabgeordnete, selbst Mitglied einer nationalen Volksminderheit, die Behörden in Kiew hätten die Stellungnahme der Venedig-Kommission erwarten, Beratungen mit den Nachbarländern führen und die europäischen Vorschriften, nämlich die Europäische Charta der Regional- oder Minderheitensprachen und das Rahmenübereinkommen zum Schutz nationaler Minderheiten, respektieren müssen, bevor sie das Bildungsgesetz annahmen. Die zwei EU-Normen definieren sehr klar den Grundsatz für den Zugang der jungen Mitglieder der nationalen Volksminderheiten zu Bildung in der Muttersprache, so Attila Korodi.



Die Parlamentarische Versammlung des Europarates (PACE) hat am Donnerstag mit einer Stimmenmehrheit eine Resolution angenommen, die das neue Bildungsgesetz verurteilt. Das bestätigt den Antrag der rumänischen Delegation, die von weiteren fünf nationalen Delegationen unterstützt wurde, dass das neue ukrainische Bildungsgesetz im Eilverfahren diskutiert werden sollte. Mit der Resolution brachten die PACE-Abgeordneten ihre Sorge darüber zum Ausdruck, das am 27. September vom ukrainischen Präsident Petro Poroschenko unterzeichnete Gesetz beschränke das Recht nationaler Minderheiten, in ihrer Muttersprache unterrichtet zu werden. Konkret soll es im Text der Resolution heißen, das neue Gesetz gewährleiste nicht das nötige Gleichgewicht zwischen der offiziellen Sprache und den Minderheitssprachen“. Das neue Gesetz beschneide ernsthaft die Rechte, die die Minderheiten im Lande zuvor gehabt hätten. Diese Minderheiten fänden sich nun in einer Situation wieder, in der der Unterricht in ihrer eigenen Muttersprache nur an der Grundschule stattfindet. Dies fördere keinesfalls gutnachbarschaftliche Beziehungen, betonte man in der PACE.



Die Abgeordneten riefen deshalb die ukrainische Führung auf, die Frage zu überdenken. Es wurde eine Option vorgeschlagen, wonach mindestens 60 Prozent der Unterrichtszeit auf Ukrainisch und bis zu 40 Prozent in der Minderheitssprache stattfinden soll. Laut dem ukrainischen Gesetz sollen ab dem 1. September 2018 Kinder an den Schulen der Minderheiten nur bis zur vierten Klasse hauptsächlich in ihrer Muttersprache unterrichtet werden dürfen. Danach soll die Unterrichtssprache Ukrainisch sein, die Minderheitensprachen sollen als getrenntes Fach unterrichtet werden. Ab dem 1. September 2020 soll der Unterricht komplett auf Ukrainisch stattfinden.



Letzten Monat hatten der rumänische Außenminister Teodor Melescanu und seine Amtskollegen aus Ungarn, Bulgarien und Griechenland ein gemeinsames Schreiben unterzeichnet, in dem sie ihr Besorgnis und ihr tiefes Bedauern über das neue Bildungsgesetz in der Ukraine äußern. Der rumänische Bildungsminister, Liviu Pop, ging nach Kiew, um gegen das neue ukrainische Bildungsgesetz zu plädieren. Ebenfalls in September forderte das Bukarester Parlament einstimmig die Behörden in Kiew auf, das neue Bildungsgesetz noch einmal zu untersuchen. Die rumänischen Abgeordneten und Senatoren erklärten, sie würden die Entwicklungen in der Ukraine infolge des neuen Bildungsgesetzes mit Besorgnis und höchster Aufmerksamkeit verfolgen und machten auch einen Appell an die ukrainische Regierung, die Situation so schnell wie möglich zu lösen, und zwar durch gutgemeinte Aktionen, im Geiste der Kooperation und mit genauer Einhaltung der europäischen Standards betreffend den Schutz der nationalen Volksminderheiten. Der rumänische Staatspräsident, Klaus Iohannis, hat seinen für Oktober geplanten Staatsbesuch in Kiew auf ein noch nicht bestimmtes Datum aufgeschoben.



Laut Politkommentatoren sei das Besorgnis der Bukarester Behörden höchst legitim, da etwa eine halbe Million Rumänen als nationale Minderheit in der benachbarten Ukraine leben, die meisten von ihnen auf den ehemaligen rumänischen Territorien, die 1940 durch ein Ultimatum von der damaligen Sowjetunion annektiert und1991 von der Ukraine als Nachfolgestaat übernommen worden waren.

Alexandru Nazare (Foto: gov.ro)
RRI Aktuell Mittwoch, 21 Januar 2026

Staatshaushalt 2026 befindet sich in Arbeit

Wie im Vorjahr startete Rumänien ohne verabschiedeten Staatshaushalt ins Jahr 2026. Die Behörden geben jedoch bekannt, dass der Haushalt Gestalt...

Staatshaushalt 2026 befindet sich in Arbeit
Fotoquelle: facebook.com/MinisterulEnergiei
RRI Aktuell Dienstag, 20 Januar 2026

Energieminister Ivan: Energiesystem für Kältewelle gewappnet

Rumänien erlebt derzeit eine Phase sibirischer Kälte mit Temperaturen deutlich unter dem jahreszeitlichen Durchschnitt, besonders spürbar ist das...

Energieminister Ivan: Energiesystem für Kältewelle gewappnet
Premierul român Ilie Bolojan a prezentat rezultatul primelor 100 de zile de mandat
RRI Aktuell Dienstag, 20 Januar 2026

Unstimmigkeiten in der Regierungskoalition

Theoretisch ist die prowestliche Viererkoalition in Bukarest ein Erfolgsrezept, quasi ein Abbild der Europäischen Kommission. Die beteiligten...

Unstimmigkeiten in der Regierungskoalition
Präsident Dan: „Ich bin zutiefst besorgt über Eskalation zwischen transatlantischen Bündnispartnern“
RRI Aktuell Montag, 19 Januar 2026

Präsident Dan: „Ich bin zutiefst besorgt über Eskalation zwischen transatlantischen Bündnispartnern“

Die Differenzen verschärften sich, nachdem Trump am Samstag mehreren Ländern – darunter Dänemark, Norwegen, Schweden, Frankreich, Deutschland,...

Präsident Dan: „Ich bin zutiefst besorgt über Eskalation zwischen transatlantischen Bündnispartnern“
RRI Aktuell Montag, 19 Januar 2026

Unerwartete Frostwelle in Rumänien

Eine plötzliche Frostwelle hat Rumänien erfasst und erinnert an die Winter längst vergangener Jahre. Experten bestätigen, dass nach mehreren...

Unerwartete Frostwelle in Rumänien
RRI Aktuell Freitag, 16 Januar 2026

Staatspräsident Dan: Rumäniens Außenpolitik bleibt auf EU, NATO und strategische Partnerschaft mit den USA ausgerichtet

  RadioRomaniaInternational · Staatspräsident Dan: Rumäniens Außenpolitik bleibt auf EU, NATO und strategische Partnerschaft mit den USA...

Staatspräsident Dan: Rumäniens Außenpolitik bleibt auf EU, NATO und strategische Partnerschaft mit den USA ausgerichtet
RRI Aktuell Mittwoch, 14 Januar 2026

Zweitjob: Gelegenheitsarbeit als Notwendigkeit

  RadioRomaniaInternational · Zweitjob: Gelegenheitsarbeit als Notwendigkeit   Laut der Plattform DeLucru.ro ist der Jahresanfang 2026 von...

Zweitjob: Gelegenheitsarbeit als Notwendigkeit
RRI Aktuell Dienstag, 13 Januar 2026

Regierung wird die Reform der öffentlichen Verwaltung verabschieden

In Bukarest fanden am Montag die ersten Gespräche zwischen Premierminister Ilie Bolojan und den fünf Vizeministerpräsidenten zum Staatshaushalt...

Regierung wird die Reform der öffentlichen Verwaltung verabschieden

Partner

Muzeul Național al Țăranului Român Muzeul Național al Țăranului Român
Liga Studentilor Romani din Strainatate - LSRS Liga Studentilor Romani din Strainatate - LSRS
Modernism | The Leading Romanian Art Magazine Online Modernism | The Leading Romanian Art Magazine Online
Institului European din România Institului European din România
Institutul Francez din România – Bucureşti Institutul Francez din România – Bucureşti
Muzeul Național de Artă al României Muzeul Național de Artă al României
Le petit Journal Le petit Journal
Radio Prague International Radio Prague International
Muzeul Național de Istorie a României Muzeul Național de Istorie a României
ARCUB ARCUB
Radio Canada International Radio Canada International
Muzeul Național al Satului „Dimitrie Gusti” Muzeul Național al Satului „Dimitrie Gusti”
SWI swissinfo.ch SWI swissinfo.ch
UBB Radio ONLINE UBB Radio ONLINE
Strona główna - English Section - polskieradio.pl Strona główna - English Section - polskieradio.pl
creart - Centrul de Creație Artă și Tradiție al Municipiului Bucuresti creart - Centrul de Creație Artă și Tradiție al Municipiului Bucuresti
italradio italradio
Institutul Confucius Institutul Confucius
BUCPRESS - știri din Cernăuți BUCPRESS - știri din Cernăuți

Mitgliedschaften

Euranet Plus Euranet Plus
AIB | the trade association for international broadcasters AIB | the trade association for international broadcasters
Digital Radio Mondiale Digital Radio Mondiale
News and current affairs from Germany and around the world News and current affairs from Germany and around the world
Comunità radiotelevisiva italofona Comunità radiotelevisiva italofona

Provider

RADIOCOM RADIOCOM
Zeno Media - The Everything Audio Company Zeno Media - The Everything Audio Company