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Dörfer im Donaudelta vorsorglich evakuiert

Bewohner einiger Dörfer in Rumänien wurden im Zusammenhang mit dem von Russland gegen die Ukraine begonnenen Krieg erstmals vorsorglich evakuiert.

Foto: facebook.com/isudeltatulcea
Foto: facebook.com/isudeltatulcea

und , 18.11.2025, 14:51

Die rumänischen Behörden beschlossen, die Bevölkerung zweier Ortschaften im Donaudelta nahe der ukrainischen Grenze vorsorglich zu evakuieren, nachdem ein türkisches Flüssiggas-Schiff (LPG) nach russischen Drohnenangriffen in der Nacht von Sonntag auf Montag in Brand geraten war. Aufgrund der hohen Explosionsgefahr wurden Ro-Alert-Warnungen ausgegeben. Laut Behördenangaben konnte sich ein Großteil der Bevölkerung selbst in Sicherheit bringen, die übrigen wurden mit Mitteln der Katastrophenschutzbehörde evakuiert. Das Bürgermeisteramt von Tulcea stellte über hundert Unterbringungsplätze in vier Internaten verschiedener Bildungseinrichtungen für die Evakuierten zur Verfügung.

Gleichzeitig untersuchten die Streitkräfte des Verteidigungsministeriums die Gebiete, in denen durch den russischen Angriff Gefahren entstehen könnten. Laut der Katastrophenschutzbehörde Tulcea bleiben Einsatzkräfte in der Nähe des Gefahrengebiets stationiert, um die Lageentwicklung genau zu überwachen. Im Falle eines Notfalls oder anderer ungünstiger Entwicklungen sind die Einsatzkräfte bereit, schnell einzugreifen, um die Auswirkungen zu begrenzen und Sachschäden zu minimieren, teilte die Behörde mit. Mehrere Spezialfahrzeuge für den Transport von Verletzten und Menschen mit bestimmten Erkrankungen, Feuerwehrfahrzeuge sowie Kleinbusse wurden zum Einsatzort entsandt.

Der Leiter der Katastrophenschutzbehörde, Raed Arafat, betonte, dass die technischen Beurteilungen alle Szenarien berücksichtigen müssten, bis das Feuer gelöscht sei. Seinen Angaben zufolge bestand laut Berechnungen von Experten die Möglichkeit eines Einschlags in einem Radius von 4–5 km. Sobald die Gefahr gebannt sei und keine weitere Bedrohung mehr bestehe, würden die Menschen in ihre Häuser zurückkehren, versicherte er. Tatsächlich begannen die Menschen am Dienstag, in ihre Häuser zurückzukehren. Die Katastrophenschutzbehörde (ISU) Delta gab bekannt, dass ukrainische Rettungs- und Interventionsdienste eingegriffen haben, um die negativen Auswirkungen der russischen Angriffe auf das betroffene Schiff zu begrenzen und die Gefahr einer potenziellen Notsituation mit schwerwiegenden Folgen für die Nachbarorte deutlich zu verringern.

Explosionen nach Drohnenangriffen auf das ukrainische Donauufer waren in den letzten Jahren häufig und lautstark auch auf dem rumänischen Ufer zu hören. Dies ist jedoch das erste Mal, dass Bewohner rumänischer Dörfer im Kontext des von Russland gegen die Ukraine begonnenen Krieges vorsorglich evakuiert wurden. Seit etwa zwei Jahren verletzen russische Drohnen den rumänischen Luftraum, ohne dass das Militär eingreifen kann. Erst im Frühjahr dieses Jahres, nach monatelangem öffentlichen Druck und wiederholten Vorfällen im Donaudelta, verabschiedeten die Behörden in Bukarest ein Gesetz, das den Abschuss von Drohnen erlaubt.

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