EU genehmigt milliardenschweres SAFE-Abkommen mit Rumänien
Die Europäische Kommission hat das SAFE-Abkommen mit Rumänien gebilligt. Damit erhält das Land Zugang zu milliardenschweren EU-Krediten für Verteidigung, Sicherheit und strategische Infrastruktur.
Corina Cristea und Alex Sterescu, 22.05.2026, 14:32
Die Europäische Kommission hat das SAFE-Darlehensabkommen mit Rumänien offiziell genehmigt. Das Programm verschafft dem Land Zugang zu europäischen Krediten in Höhe von fast 16,7 Milliarden Euro. Damit erhält Rumänien die zweitgrößte Zuteilung innerhalb der Europäischen Union – nach Polen.
Die Mittel sollen vor allem in Verteidigung, Sicherheit und strategische Infrastruktur fließen. Nach Angaben des amtierenden Finanzministers Alexandru Nazare bietet das Programm zugleich eine wichtige wirtschaftliche Chance. Investitionen in die Rüstungsindustrie, neue Technologien, Arbeitsplätze in strategischen Bereichen und große Infrastrukturprojekte könnten die Entwicklung ganzer Regionen beschleunigen.
Nach dem Plan, den Bukarest an die Europäische Kommission übermittelt hat, sind rund 4,2 Milliarden Euro für den Ausbau der nationalen Straßeninfrastruktur vorgesehen. Der restliche Betrag soll in militärische Ausrüstung sowie in Projekte im Bereich Verteidigung und Sicherheit investiert werden.
Der Chef der rumänischen Regierungskanzlei, Mihai Jurca, erklärte, SAFE bedeute nicht nur Geld für neue Ausrüstung. Das Programm solle auch die Produktion in Rumänien stärken, industrielle Kooperationen fördern und den Transfer von Know-how ermöglichen. Ziel sei der langfristige Aufbau moderner Produktionskapazitäten im Land.
Auch das rumänische Verteidigungsministerium begrüßte die Entscheidung der Europäischen Kommission. Die zusätzlichen Mittel würden wesentlich zur Modernisierung der rumänischen Streitkräfte beitragen und zugleich die Widerstandsfähigkeit der Gesellschaft gegenüber neuen Sicherheitsbedrohungen stärken. Das Ministerium wartet nun auf die Ratifizierung des Abkommens durch das Parlament, damit die ersten Verträge abgeschlossen werden können.
Im Rahmen des SAFE-Programms plant das Verteidigungsministerium insgesamt 21 Beschaffungsprojekte mit einem geschätzten Gesamtwert von rund 9 Komma 6 Milliarden Euro. Zehn Projekte sollen gemeinsam mit anderen europäischen Staaten umgesetzt werden, elf Vorhaben führt Rumänien eigenständig durch.
Ein Schwerpunkt liegt auf dem Ausbau der Luftverteidigung und auf dem Schutz vor neuen Bedrohungen aus der Luft. Geplant sind moderne Flugabwehrsysteme, Technologien zur Drohnenabwehr sowie Lösungen zum Schutz kritischer Infrastruktur und der Bevölkerung.
Das Abkommen regelt die Bedingungen für die Kreditvergabe, den Zeitraum der Finanzierung und das Verfahren für die Auszahlung der Mittel. Zu den nächsten Schritten gehören das Inkrafttreten des Vertrags, eine Vorfinanzierung von rund zweieinhalb Milliarden Euro und ein erster Zahlungsantrag, der bereits im Oktober gestellt werden könnte. Die Finanzierung der Projekte soll nach Angaben des Finanzministeriums bis 2031 gesichert und klar nachvollziehbar bleiben.