OECD-Bericht über Rumänien
Rumänien hat wenige Hochschulabsolventen und investiert unter dem OECD-Durchschnitt in Bildung – das zeigt ein Bericht der internationalen Organisation.
Roxana Vasile und Florin Lungu, 30.09.2026, 11:00
Rumänien hat einen der niedrigsten Anteile an Hochschulabsolventen unter den OECD-Ländern, während die öffentlichen Investitionen in Bildung weiterhin unter dem Durchschnitt der Organisation liegen – dies sind einige der wichtigsten Schlussfolgerungen des Berichts „Bildung auf einen Blick 2026“, der am Dienstag vom Ministerium für Bildung und Forschung in Bukarest veröffentlicht und von der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) herausgegeben wurde.
Laut Bericht verfügen nur 19 % der Rumänen im Alter zwischen 25 und 64 Jahren über einen Hochschulabschluss, verglichen mit einem Durchschnitt von 43 % in den OECD-Ländern. Rund 70 % der Frauen im Alter von 25 bis 34 Jahren, die keinen Sekundarschulabschluss (Klassen 9–12 oder 13 und Berufsausbildung) besitzen, gehören nicht zur Erwerbsbevölkerung – eine der höchsten Quoten in OECD- und Partnerländern. Im Gegensatz dazu ist die Erwerbslosigkeitsquote von Frauen derselben Altersgruppe mit abgeschlossener Hochschulbildung (nicht-universitär, postsekundär) mit rund 10 % deutlich niedriger.
Rumänien zeichnet sich zudem durch einen hohen Anteil an Hochschulabsolventen in den MINT-Fächern (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) im Vergleich zum OECD-Durchschnitt aus. Etwa 30 % der Hochschulabsolventen in Rumänien sind in einem MINT-Fach spezialisiert und übertreffen damit den OECD-Durchschnitt von 23 %. Laut demselben Bericht sind die Investitionen in Bildung in Rumänien gering. Dies spiegelt sich in den öffentlichen Ausgaben für diesen Sektor wider und ist ein Indikator für die Priorität, die der Bildung gegenüber anderen öffentlichen Dienstleistungen eingeräumt wird. Konkret beliefen sich die öffentlichen Ausgaben für Bildung im Jahr 2023 auf rund 6,4 % der gesamten öffentlichen Ausgaben – einer der niedrigsten Anteile und deutlich unter dem OECD-Durchschnitt von 9,8 %.
Darüber hinaus blieb der Anteil der öffentlichen Bildungsausgaben am BIP relativ stabil und stieg von 2,4 % im Jahr 2015 auf 2,6 % im Jahr 2023. Dieser Wert ist jedoch im internationalen Vergleich niedrig, da der OECD-Durchschnitt im Jahr 2023 bei 4,2 % des BIP liegt. Schätzungsweise 2,8 % der Lehrerstellen in Rumänien sind unbesetzt – eine der höchsten Quoten unter Ländern mit vergleichbaren Daten. Dies deutet darauf hin, dass Schulen häufig nicht in der Lage sind, Lehrkräfte für bestimmte Positionen zu rekrutieren, anstatt die Stellen mit weniger qualifiziertem Personal zu besetzen.
Generell variiert der Lehrermangel je nach Fach. Die Hauptbereiche, in denen in Rumänien ein Lehrermangel herrscht, sind Mathematik, Naturwissenschaften, Sport, Gesundheit und Kunst. Nur 3 % der rumänischen Schüler im Alter von 15 bis 16 Jahren besuchen Schulen, in denen der Unterricht durch Lehrerabwesenheit beeinträchtigt wird.